Benutzername:
Betreff:


Beitrag:
[b][/b]
[i][/i]
[u][/u]
[code][/code]
[quote][/quote]
[spoiler][/spoiler]
[url][/url]
[img][/img]
[video][/video]
Smileys
smile
smile2
spook
alien
zunge
rose
shy
clown
devil
death
sick
heart
idee
frage
blush
mad
sad
wink
frown
crazy
grin
hmm
laugh
mund
oh
rolling_eyes
oh2
shocked
cool
[pre][/pre]
Farben
[rot][/rot]
[blau][/blau]
[gruen][/gruen]
[orange][/orange]
[lila][/lila]
[weiss][/weiss]
[schwarz][/schwarz]
Sicherheitsabfrage*
Tippen Sie die Buchstaben hier ein:

 
*Zur Vermeidung von Spam
Datei anhängen

In Antwort auf

Leidige Debatte um Kritik an Israel • Absender: Markus Rabanus, 28.06.2017 13:36

Lieber Eckart,
der beste Umgang mit Falschverdacht ist dennoch sachliche (völkerrechtliche) Gegenrede, während Leuten wie Netanjahu erstklassig ins Konzept passt, wenn sich jemand, der kein Israelfeind ist, solche Falschtitulierung als Ehrung annimmt - und sei es auch bloß sarkastisch.
Sarkasmus - ohnehin riskantes Ding - kann in diesem Fall nicht funktionieren, weil es im Umgang mit dem Nahostkonflikt ja tatsächlich viel Israelfeindlichkeit und Antisemitismus gibt.

Auch den Begriff "Antisemitismuskeule" verwende ich schon deshalb nicht, weil eben zu häufig in Verwendung von Leuten, denen die Judenausrottung nicht weit genug ging.
Auch solchen Leuten widerspreche dann gern', dass sie zwar womöglich die Sprache der Keule am ehesten verstehen, aber da ich ihnen ja zurecht des "Gutmenschentums" verdächtig bleiben will, halte ich die Keule für das schlechtere Erziehungsmittel - und Strafe gemäß unserer Gesetze und Werteordnung für probater, falls es dann mal zur Anwendung kommen kann und käme.

Einfaches Prinzip: Anstatt sich in kultivierteren Prinzipien durch Keulenschwinger beirren zu lassen, muss strenge Sachlichkeit Reaktionsweise sein.

Verlässt man die sachliche Schiene, geht es ins Spekulative, denn "Feindschaft" kann sich zwar äußern, aber kann eben auch bloß innerlich sein: Jemand mag in verkehrsarmen Zeiten kein Ampel-Rot, aber hält sich trotzdem dran.
Ob er nun Ampelfeind oder bloß Ampelkritiker ist, hängt von seiner intellektuellen und emotionalen Verfassung ab, bliebe sogar auch dann spekulativ, wenn er sich dazu erklärt. Der Verkehrsrechtler freut sich allerdings über jeden Verkehrsteilnehmer, der Einsicht vermuten lässt, dass es besser ist, sich an gemeinsame Normen zu halten.

So und nicht anders auch im Nahostkonflikt. Der Diskurs über Feindschaften ist zwar wichtig, aber führt viel öfter in die Irre als zum Frieden, für den es völkerrechtliche Schlussfolgerungen politisch zu ziehen gilt. ABER:

1. Die Politik auch unserer Regierung versagt schmählich, wenn sie palästinensische Staatsansprüche einerseits befürwortet, jedoch in UNO-Abstimmungen abschmettert.

2. Und gleichermaßen Versagen ist es, wenn nach Jahrzehnten weitgehenden Scheiterns israelisch-palästinensischer Friedensverhandlungen noch immer die Streitparteien zu Friedensverhandlungen "gemahnt" werden, denn Prinzip muss sein, dass wenn sich wer nicht einigen kann und sich nicht aus dem Wege gehen kann, dass dann Dritte entscheiden müssen, also der IGH und durchgesetzt vom Weltsicherheitsrat, ob es das Ergebnis den Streitparteien gefällt oder nicht, aber als völkerrechtliche Absage an die Selbstjustiz, zu der sich beide Seiten unter Berufung auf Selbstverteidigungsrechte mit verschiedenem Erfolg befleißigen und den Nahostkonflikt zu einem globalen Problem hochschaukeln.

Es fehlt doch ganz klar an Sachlichkeit, nicht an Polemik, wenn in Dutzenden Debatten darüber gestritten wird, ob bspw. ein Augstein "berechtigte Israelkritik" äußere oder wie von Broder behauptet, in die "TopTen der Antisemiten" gehöre, anstatt Broder zu fragen, ob er a) zwischen "jüdischen Siedlungen" und "israelischen Siedlungen" zu unterscheiden wisse und b) die israelische Landnahme auf Palästinensergebiet verurteile oder gutheiße.

Wer sich stattdessen in eine von der völkerrechtlichen Streitsache ablenkende Antisemitismus-Debatte verwickeln lässt, hätte sich in der Kritik an Israel besser enthalten, denn unangebrachte Antisemitismus-Debatten befeuern den Antisemitismus und sind somit auch Netanjahus fortgesetzten Völkerrechtswidrigkeiten dienlich.

So, das war nun ganz allgemein Kritik an der Diskurskultur, also bitte über die beiden genannten Punkte hinaus nicht so sehr auf Deine Texte bezogen sehen.

LG


Besucher
0 Mitglieder und 2 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: SaraReorp
Forum Statistiken
Das Forum hat 577 Themen und 9026 Beiträge.

Heute war 1 Mitglied Online :
Markus Rabanus