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RE: Mietenpolitik & Sanierungsgebiet • Absender: Markus Rabanus, 14.02.2021 13:41

Dass der Flächenverbrauch von Mehrfamilienhäusern größer ist, dürfte schon mal unstrittig sein  
Auch hinsichtlich der Baustoff- und Energiebilanz sind Mehrfamilienhäusern klar im Vorteil.
Folglich auch mit den Baukosten - und desgleichen mit den kommunalen Infrastrukturkosten.

Den Wohnungsmangel zu beheben, ist schon deutlich schwieriger, zumal sich die Wohnungsnot sozial differenziert:

1. Die Opferbereitschaft für Einfamilienhäuser ist größer. Für die größere Exklusivität des Eigenheims auf eigenem Grund lassen sich Käufer je nach Geldbeutel auf viele Einschnitte in anderen Konsumbereichen ein, z.B. Verzicht auf teures Reisen, teures Auto, teure Restaurantbesuche usw.

Mehr Opferbereitschaft, mehr Bau - und beeinflusst durch Flächenausweisung, Bauordnungen und dem Grad von Individualisierung/Anonymisierung mit Wirkung auf gegenseitiges Bauhelfen.

2. Der Mietwohnungsbau, soweit privat finanziert, steht in Konkurrenz zu anderen Anlageformen. Das lässt sich durchdeklinieren, z.B. Vermögensflexibilität, Anlagesicherheit, Dividenden oder Mieten, Spekulation auf Veräußerungsgewinn, steuerliche Aspekte, wenn bspw. Kapitalerträge aus dem Papiermodus gegenüber der GuV aus Vermietung so arg begünstigt werden, wobei die Nullzinspolitik und Währungsängste auch im Immobilienbereich die Blase größer pusten.

Die Entscheidung für Mietwohnungsbau hängt überdies von der Ausgestaltung des Sozialen Mietrechts ab, worüber ich ganze Bücher schreiben könnte und viele einzelne Für & Wider auch hier in Berlin wissen ließ, aber alle Politik setzt weit lieber auf die Wirkung von Sprüchen als auf die realen Wirkungen der Gesetze daraus.

3. Wer Renditen aus Mietwohnungsbau abschalten oder zu arg limitieren will ("Wohnen darf keine Ware sein"), schaltet den privat finanzierten Wohnungsbau ab, wirtschaftet den Bestand herunter und müsste den öffentlich finanzierten Wohnungsbau steigern.
Der öffentliche Wohnungsbau war/ist und wird allerdings immer viel teurer, weil es nicht um niemandes Eigengeld geht.
Der öffentliche Wohnungsbau müsste sehr vorrangig für die Ärmsten der Armen vorbehalten sein, denn die haben in wohnungsknappen Zeiten rein gar nichts von "Mietendeckeln".
Und Besserverdienende sollten Fehlbelegungsabgabe in Höhe der ortsüblichen Mieten zahlen und nur zum Zuge kommen/verbleiben, wenn und solange der Bedarf für die Ärmsten gedeckt ist. Anderenfalls ist der Korruption statt Wohnungsnotbehebung gedient.

4. Die Eigentumswohnungen sind Kapitalanlage und/oder können zur Alterssicherung beitragen, aber im Vergleich zu einer Mietwohnung die für viele Berufe erforderliche Ortsflexibilität einschränkend, mit Baurisiken und den Insolvenzrisiken anderer WEG-Mitglieder behaftet, selbstgenutzt wie Mieter ohne Mieterschutz und statt Vermieter die Bank als Finanzierer/Gläubiger. Und das Insolvenzrecht ist ungnädiger als das Mietrecht, zumal das "JobCenter" vor Hilfen die Vermögenslosigkeit verlangt.

Preisgünstigkeit von EtW nur dann, wenn die WEG in erkennbarer Schieflage, ansonsten viel höhere Quadratmeterpreise als bei ganzen Mietshäusern, denn je kleiner eine Ware, desto mehr können es sich leisten und weniger Mengenrabatt.

5. Der Genossenschaftsbau könnte verstärkt werden, braucht aber viel Initiative, geschäftliche Erfahrung, Anstand - alles Mangelware und die lässt sich sehr gerne hoch bezahlen.

6. Viel weniger Wohnungsnot wäre, wenn es gelänge, den Sog der attraktiven Regionen zu reduzieren, denn anderswo massenweiser Leerstand und Abriss.
Das ist das schwierigste Moment aller Überlegungen, aber ob schön oder fies - man kommt solchem Problem nicht bei, indem Berlin so mietpreisgünstig wie Eisenhüttenstadt gemacht wird, wie es viele meinesgleichen mit Binnen-Migrationshintergrund fordern und als "Milieuschutz" kaschieren, geboren in Dortmund oder der Eifel - und sitzen für nachziehende Landeier im Abgeordnetenhaus  

Schonungslosigkeit auch in eigener Sache müsste sein, wenn Wünsche, Gesetze auf Wirkungen geprüft werden sollen, aber der politische Wettbewerb - zu dem es keine vernünftige Alternative gibt - zieht zugleich der Vernunft Grenzen in dem Maße, wie die Gesellschaft schlau/dumm ist, zwischen bloßen Versprechen und realistischen Konzepten zu unterscheiden - und wie sich Klientel-Lobbyismus zur Politik Vortritt verschafft.

Dazu leistet der Bildungssektor wenig - und leider kommt dazu auch wenig aus der Wissenschaft.


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