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Obamas Bilanz in Friedensfragen • Absender: Markus Rabanus, 25.07.2018 05:33

Na klar waren die USA schon seit den ersten Stunden rassistisch, denn Rassismus rechtfertigte den Landraub und bald darauf die Sklaverei.
Mit einem schwarzen Brüderchen war ich in solchen Dingen früh wach, erlebte es auch 1977 in den USA.
Und ich war dennoch negativ überrascht, wie rassistisch schon der Wahlkampf gegen Obama eskalierte.

./.

Mit dem rechtswidrigen Guantanamo brachte er wenig voran, blieb hinter dem Wahlversprechen der Auflösung zurück, aber das lag nicht unbedingt an ihm, denn in seiner ersten Amtszeit hatte er sich noch in Kooperation mit Repräsentantenhaus und Senat probiert, scheiterte mit seinen Guantanamo-Forderungen, brachte zwar viele frei und änderte das Rechtsregime.
Auch unsere Politik half ihm nicht, denn ich bat mehrfach um Aufnahme von Guantanamo-Häftlingen, die ihm niemand in der Welt abnehmen wollte.

./.

Ja, "auch smarte Menschen töten" - und das war vorherzusehen, denn Kriege lassen sich nicht so einfach beenden, wie sie jemand beginnen kann. Und das Chaos in den zerstörten und gescheiterten Staaten darf auch nicht zum Freiraum marodierender Milizen werden.

Diesbezüglich stehen auch völkerrechtswidrig eingedrungene Mächte in einer daraus resultierenden Ordnungspflicht.

Dass er der Drohnenkrieg solcher Pflicht widerspricht, den Hass vergrößert, ist auch dem Pentagon kein Geheimnis, aber das Leben ferner Völker ist ihnen weniger wert als die Leben eigener Soldaten. Allein das ist ihnen hinreichendes Argument für den Drohneneinsatz und Offenbarungseid von Unfähigkeit, mörderischer Aktionismus, denn wie gesagt: Die Kontraproduktivität des Drohnenkrieges ist bewusst, weil alle Menschen im Einsatzgebiet Opfer zu werden fürchten und viele auch tatsächlich werden.

./.

"Obama gewählt" oder "nie gewählt" - solche Entscheidung sollte allen Gewissensentscheidung sein - und mehr ist nicht drin, außer Selbstgerechtigkeit, die sich längst nicht immer verallgemeinert, denn wer Nichtwähler war oder Obama nicht wählte, machte auch keinen Engel zum US-Präsidenten, sondern half eher seinen Kontrahenten. Das wäre im ersten Akt John McCain und Sarah Palin gewesen. Im zweiten Akt Mitt Romney. Nähere Darlegung, warum mir Obama die bessere Wahl schien, dürfte erklärlich sein.

Die Realität lässt auch für Pazifisten keinen Rückzugsort.

Und wer den Atomkrieg als reale Gefahr ernst nimmt, der musste hoffen, als Obama die atomwaffenfreie Zukunft als Ziel vorgab, wofür er m.E. zurecht den Friedensnobelpreis bekam - als Aufforderung.

Wer friedensrelevantere Leut' ehren will, soll es tun. Und so geschieht es auch oft, hat aber oft weniger mit dem Frieden zu tun, sondern mit Humanismus im Allgemeineren.

Obamas innen- und außenpolitischen Widersacher hielten ihn für einen Schwächling, wie es typische Sichtweise auf Leute mit substantiiert friedlichen Sprüchen ist.
Militaristen hingegen bringen sich der Schwäche nie in Weichei-Verdacht, weil sie ihren Frieden als Krieg gegen andere preisen.

Obama scheiterte an Netanjahu, Hisbollah und Hamas, was die Aussicht auf Frieden mit der islamischen Welt zunichte machte,
Obama scheiterte an Nordkoreas Diktator, der munterer denn je auf den Atomtrip kam.
Obama scheiterte an Venezuela und brachte es einzig mit Kuba voran - gegen alle innenpolitischen Widerstände.
Obama scheiterte, als er sich den französischen Bombern gegen Gaddafi anschloss, denn anschließend sank ein weiterer Staat ins Chaos.

Obama scheiterte in Syrien, wenn er wie Europas Regierungen auf eine Opposition setzte, die allenfalls Chaos anzurichten vermochte.
Obama scheiterte an Assad, dessen Brutalität er einerseits anprangerte, andererseits unterschätzte, wenngleich ihm gelang, dass Assad auf Chemiewaffen verzichtete, wenngleich es sich nicht als gesichert erwies.
Kofi Annan scheiterte als UN-Vermittler an den Rivalitäten der WSR-Mächte, die den syrischen Bürgerkriegsparteien kompromisslose Hoffnungen machten.

Obama scheiterte an Putin, wenngleich nicht ohne eigene Fehler, indem er bspw. das russische Interesse an Syrien unterschätzte, während er jedoch wie ich reklamierte, dass Putins Interessen an Syrien keine humanitären waren und wie sehr Putins Medien die russischen Minderheiten in den ehemaligen Sowjetrepubliken aufhetzte und verdeckte Kriege führte, einen vollends korrupten Strolch in Kiew subventionierte, um die Westorientierung zu stoppen.

Hinsichtlich der Atomwaffenmodernisierung bleiben Kausalitäten unklar und ich müsste auf Reihenfolgen schauen, aber ich reklamierte Putins Atomwaffenprahlerei, wenngleich deren Auftakt auf Versagen vorheriger US-Regierungen rückführbar war, als lange Zeit über Raketenabwehrsysteme gestritten und Russland die Teilhabe verweigert wurde.

Auch unklar, was die dt. Politik anbelangt, denn einerseits stand im damals schwarz-gelben Koalitionsvertrag klipp und klar, dass die US-Waffen weg sollen, aber das wollte offenbar nur Westerwelle, während Merkel & Co., auch die SPD noch immer für den "atomaren Schutzschild" schwärmten, als mache man sich mit solch' Stationierung nicht entweder zum Angreifer oder zum Ziel.
Wobei sich nicht ausschließen lässt, dass die dt. Politik bloß brav der US- und NAtO-Strategie Folge leisten will oder muss.

Alles Mist, wohin man schaut, aber wenn man es ändern will, dann reicht halt nicht der Spruch, dass Rüstung und Krieg fiese Sachen sind, denn so reden auch Bellizisten - über den Feind.
Der Dreh- und Angelpunkt wahren Pazifismus ist, dass alle Streitkraft den Staaten genommen und auf die Vereinten Nationen übertragen gehören.


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