#61

RE: Nahost-Konflikt

in Friedensforschung.de 19.11.2019 15:54
von Markus Rabanus • 3.729 Beiträge

Das Recht des Stärkeren bricht mal wieder das Völkerrecht, denn das Völkerrecht ist alles andere als "ein à la carte Menü".


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#62

RE: Nahost-Konflikt

in Friedensforschung.de 19.11.2019 17:31
von Markus Rabanus • 3.729 Beiträge

Frage an Herrn Trump: Was soll den Palästinensern bleiben?
Mutmaßliche Antwort: Was Israelis und Palästinenser vereinbaren.
Ehrlichere Antwort: Was Israel den Palästinensern lässt.

Das also wäre Trumps Nahost-Friedensplan, den er einst als "Jahrhundert-Deal" ankündigte, aber nicht vorlegt.


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#63

RE: Nahost-Konflikt

in Friedensforschung.de 20.11.2019 20:45
von Markus Rabanus • 3.729 Beiträge

Verstehe ich recht, dass je mehr sich speziell den Palästinensern unterstellen lässt,. sie hätten gleichermaßen den Nazis im Wahn einer Herrenrasse gemordet, desto vergleichbarer sei de facto ... ?

Nöö, solchen antimuslimischen Philosemitismus eben doch nicht entnazifizierter Antisemiten mache ich nicht mit.


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#64

RE: Nahost-Konflikt

in Friedensforschung.de 04.12.2019 00:28
von Markus Rabanus • 3.729 Beiträge

@Doron, ich würde "Verachtung" für Show halten und wahrscheinlich ähnlich reagieren, wenn ich Pali wäre, um meine "Selbstachtung" zu inszenieren.
Wahrscheinlich sind palästinensische Gemütszustände zutreffender mit Angst, Groll und Hass zu beschreiben. Und ähnlich umgekehrt israelisch ggü. Palis, von denen es dann so unreflektiert heißt, sie bekämen ohne Israelis nichts gebacken und es habe vorher keine Jaffa-Plantagen gegeben.

Das kann für beide Seiten nicht "idyllisch" sein. Allenfalls per Ausblendung, wie sie in TA leichter fällt als in Hebron, wobei Hebron noch vglw. friedlich ist.

Mich lud man oft ein, soll mir "eigenes Bild machen", weil ich sonst nicht mitreden könne usw., wie die Stimmung an Checkpoints sei oder wenn Hamas-Raketen anfliegen, aber dafür fehlt es mir nicht an Phantasie - und ich weiß zu genau, dass ich nicht überstimmen würde, zumindest nicht dürfte.

Das Verrückte ist - und nicht bloß in diesem Konflikt, dass mir gefühlsseitig noch am ehesten mit den vielen Fatalisten ist, obgleich der Fatalismus den Chauvinisten die Initiative überlässt, woraus das Fatale ist.
Allemal wäre Streit, weil ich die Feindschaft in den Dreck ziehe, den sie anrichtet. Oder auch nicht, denn selbstverständlich kann ich Gute Mine zum Bösen Spiel, aber dann brauche ich erst recht nicht hin.

Wie schön es dort sei oder auch ist, fehlt es mir ebenfalls nicht an Phantasie, wichtig und gut für die Lebenden dort, wenn sie genug daran haben.
Ich beneide niemanden, der hin muss und bin dann weniger böse, wenn Böses von solchen kommt, denn zwischen den Fronten, wo man auch in diesem Konflikt hingehört, ist es am beschissensten. Die Feindschaften verderben den Menschen in uns.


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#65

RE: Nahost-Konflikt

in Friedensforschung.de 22.01.2020 03:45
von Markus Rabanus • 3.729 Beiträge

Warum schreibst du Israelkritik in Anführungszeichen?

Es gibt nur wenige Länder, die niemandem in Kritik stehen.

Auch wenn du deine Kritik an Deutschland vielleicht nicht als Deutschlandkritik bezeichnest, ich tue es.

Wenn wir so weit (mit)gehen, dass wir Israelkritik in Anführungsstriche setzen, dann schaut es schnell so aus, als gebe es keine berechtigte Kritik an Israel.


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#66

RE: Nahost-Konflikt

in Friedensforschung.de 31.01.2020 03:07
von Markus Rabanus • 3.729 Beiträge

Jerusalem, wie es völkerrechtswidrig Israels Hauptstadt wurde und als solche fortgesetzt palästinensisches und syrisches Gebiet annektiert, kann schwerlich "Friedenshauptstadt" sein.

Die im Text favorisierte "Einstaatenlösung" widerspricht zu sehr dem Entstehungsgrund Israels und der Sorge vor nichtjüdischer Dominanz, dass daraus ohne fortgesetzte Vertreibung der Palästinenser nichts werden kann.
Das ist der Grund, weshalb Israel nur annektiert, wo Palästinenser schon Minderheit oder nur noch Gastarbeiter sind.

Die "Zweistaatenlösung" ist das, was die Vereinten Nationen fordern.

Das halte auch ich für die einzig vernünftige Lösung, aber halte es seit der Ermordung Rabins für schwindend wahrscheinlich, denn zu viele Israelis befürworten die Expansion - und zu viele Palästinenser mögen sich nicht damit abfinden, unter fortdauernder Besatzung zu leben und suchen ihr Lebensglück in der Diaspora, wo sie es allerdings auch nicht finden.

Darum werden zu viele Palästinenser wahrscheinlich israelfeindlich bleiben und immer mehr verlieren, wie sie allerdings auch verlieren, wenn sie es israelischen Nationalisten recht machen, aber dann wenigstens nicht das Leben, wie es auf kriegerischen Pfaden unausweichlich bleibt.


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zuletzt bearbeitet 31.01.2020 03:09 | nach oben springen

#67

RE: Nahost-Konflikt

in Friedensforschung.de 04.02.2020 00:12
von Markus Rabanus • 3.729 Beiträge

Auf die Annexion von palästinensisch majorisierten Orten ist Netanjahu nicht aus, denn Israel soll erklärtermaßen "Judenstaat" bleiben, was sich auch nur demographisch besichern lässt.

Da der Trump-Plan für die Palästinenser inakzeptabel sein dürfte, rechne ich eher damit, dass durch weitere "Siedlungspolitik" den Palästinensern das Leben noch schwerer gemacht wird, was zu weiterer Radikalisierung führt, die wiederum Israel zur Ausdehnung von Sicherheitsmaßnahmen nutzt und der Verschärfung des die radikaleren Kräfte .

sich in solch' zerstückelt-gefleddertem Palästinenser-Staat nicht vernünftig leben lässt und daraus die Unfriedlichkeit zur "Erledigung" führt.
Nicht über Nacht, sondern über weitere Jahrzehnte des Hasses - und exakt solches Szenario unterstelle ich Trump und Netanjahu als Plan-Motiv.
Anderenfalls hätten sie wenigstens das Jordantal belassen.


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zuletzt bearbeitet 04.02.2020 00:47 | nach oben springen

#68

RE: Nahost-Konflikt

in Friedensforschung.de 04.02.2020 17:56
von Markus Rabanus • 3.729 Beiträge

@Doron, ich hätte den Gaza-Rückzug von Entwaffnung der Milizen abhängig gemacht und zur Durchführung plus Kontrolle die Vereinten Nationen gefordert. So bitter es wäre "von Haus zu Haus". Also Intervention mit 200.000 Mann, weil es wichtig ist und kein Spaziergang würde.

Das hätte im WSR Erfolg gehabt, aber Sharon, Netanjahu und zu viele Israelis wollen das so wenig wie die Hamas, hätten es aber "wollen sollen"   und die Hamas wäre bloß noch Sprücheklopferverein. Aber auch Netanjahu bleibt nur an der Macht, solange Krieg ist und er dadurch Israel vergrößern kann.

Ich traue mich nicht nach Gaza und meide auch Israel, obgleich eingeladen und würde gerne mal hin, aber ich war zu oft in Konfliktgebieten und komme nicht mit den einseitigen Sichtweisen klar, die an Schärfe mit der Gewalt gleichziehen.
Darum fiel mir vieles weg. Lettland, Ukraine, Jugoslawien.

Ich halte den nationalistischen Scheiß nicht aus. Und kann nicht wie mein Bruder als bloßer Touri "mal Israel konsumieren", ohne in Streit zu geraten.
Ich mag nicht mal mehr die Friedensbewegung besuchen, weil ich zu sehr weiß, wie wenig sie zu sagen hat.

Leute wie Avi Primor sind einfach zu selten (in Machtpositionen), weil sich die Konfliktparteien so viel lieber durch "Hardliner" vertreten sehen.

Für die "Hardliner" habe ich hingegen wirkliche Verachtung, denn menschenbildlich sind sie nach persönlichen Erfahrungen entweder Primitivlinge oder Memmen, denen Machtgeilheit gemeinsamer Nenner ist.

Ich bin davon überzeugt, dass Frieden machbar wäre, wenn Israel mit den Vereinten Nationen vernünftig kooperieren würde, sich dann allerdings auch im Westjordangebiet reinreden lassen müsste.


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