#16

RE: Atomenergie und MSR-Technologie

in Sonstiges 28.09.2020 14:33
von Markus Rabanus • 7.039 Beiträge

Johannes Bahnsen, jenau wegen solcher Dimensionen kann das Anliegen nüscht werden, weshalb ich gegen die "Endlager"-Suche bin und fordere, dass die "Zwischenlager" optimiert werden, denn Überwachung und Wartung lassen sich im Hochbau eher und billiger gewährleisten als in Bergwerken.

Wenn dagegen der Einwand lautet, der Hochbau sei "Terrorgefahren" und Flugzeugabstürzen ausgesetzt, so sind solche Gefahren viel geringer als bei aktiven Atomkraftwerken, wie es über Jahrzehnte Hauptrisiken waren und als "Restrisiko" runter gespielt wurde.


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#17

RE: Atomenergie und MSR-Technologie

in Sonstiges 30.09.2020 01:09
von Markus Rabanus • 7.039 Beiträge

Endlager-Suche? - "wer suchet, der findet" - erfüllt sich nicht immer - kostet Milliarden & zu vieles spricht mir dagegen, s.u.:

1. Ich mag es nicht ernst nehmen, wenn die Vorgabe lautet, dass ein Endlager für "eine Mio. Jahre sicher" sein solle, denn dafür scheint die Erde zu bewegt und die Unterbringung stark radioaktiver Abfälle in Castoren geradezu überflüssig, wenn deren Haltbarkeit nur auf 40 Jahre geschätzt wird.

2. Was wird, wenn sich ein solches Endlager NICHT findet? Und was, wenn man sich wieder "irrt", wie bei der "Asse"?
Denn wenn die Politik verspricht, den Standort binnen der nächsten zehn Jahre zu finden, obgleich sich kaum mehr als die Suche versprechen lässt, dann steigt die Wahrscheinlichkeit des erneuten "Irrtums".

3. Mir wäre Verdacht, dass ein Endlager, in dem die radioaktiven Abfälle zentral deponiert werden, ein potenziertes Risiko im Vergleich zu dezentraler Lagerung darstellt. - Wo in der Welt werden solche Mengen konzentriert erfolgreich deponiert?

4. Wie steht es um Alternativen, z.B. Optimierung der Zwischenlager?
Ich könnte mir vorstellen, dass die Lagerung in Hallen viel preisgünstiger als eine weitere "Asse" ist - und besser zu warten, zu überwachen.

5. Vor Jahren rechnete ich die Schweizer Kalkulation auf die bundesdeutschen Verhältnisse um - und kam auf ca. 60 Mrd. Euro für die hierzulande zahlreichere AKW-Beseitigung.

Die Menschheit steht vor enormen Herausforderungen, z.B. eine Energiewende zu meistern, die uns den Klimawandel verlangsamt.
Wir sollten es uns nicht leisten, dem Atomstrom unnötig viel Geld nachzuschmeißen. Mir wären die stillgelegten Atomkraftwerken als Baudenkmälern lieber. Durch Verzicht auf Abriss wären Unmengen an Sondermüll und Kosten eingespart.
Solche Baudenkmäler können keine größere Gefahr darstellen als aktive Atomkraftwerke, deren Hauptrisiken man jahrzehntelang als "Restrisiko" verharmloste.

6. Die Kommunen, die sich über Jahrzehnte mit hohen Gewerbesteuereinnahmen aus Atomkraftwerken bereichern ließen, möchte ich auf dem Nachlass sitzen lassen - und schlimm genug, dass ihnen auch das "vergoldet" werden muss, denn Bau, Wartung und Wachdienste werden viel kosten und den Kommunen gut tun.

7. Ich bleibe "Technik-Optimist", weshalb bspw. die gefährlichsten Abfälle aus den Brennstäben, so bewahrt werden sollten, dass sie vielleicht irgendwann gut erreichbar entweder neutralisiert oder umgenutzt werden können. (keinesfalls für Atomwaffen)

Aber Technik-Optimismus darf kein Leichtsinn sein, wie von Atomlobby und Politik praktiziert, die uns weltweit Unmengen an Abfällen bescherte und es weiterhin tut, ohne vorher die "Entsorgung" gesichert zu haben.

Warum scheitern solche Überlegungen? Ich vermute folgende Gründe:

a) Kein Experte vertritt sie - und ich bin kein Experte - und überdies sicherlich voreingenommen, denn ich war schon immer Gegner der großindustriellen Anwendung einer Atomtechnologie, solange deren Risiken aus Betrieb und Abfällen nicht vollends beherrscht werden.

b) Die Politik versprach jahrzehntelang die Lösung des Entsorgungsproblems - und wird geneigt sein, irgendwann so zu tun, als habe sie das Versprechen eingelöst.

c) Auch die von mir geliebten Umweltverbände beteiligen sich an der "Endlager-Suche", dürfen mit am Tisch sitzen, aber werden sich wahrscheinlich auf keine Findung einlassen, sondern bestrebt sein, aus jeglichem Standort politisches Kapital für die eigenen Organisationen zu schlagen. So werden sie erst recht nicht einer Vielzahl von Standorten zustimmen.


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zuletzt bearbeitet 30.09.2020 15:59 | nach oben springen

#18

RE: Atomenergie und MSR-Technologie

in Sonstiges 26.08.2021 18:55
von Markus Rabanus • 7.039 Beiträge

Ulrike A., ja, dann weiß er ganz sicher mehr als ich, falls nicht bloß Klempner, aber wer dran verdient, dem glaube ich nicht alles - und schon gar nicht AKWlern.

Ich war mal in Position, der Forschungsfinanzierung zuzustimmen, aber immer Gegner der großformatigen Anwendung, weil die wesentlichen Probleme nicht gelöst sind, die von der Atomlobby als "Restrisiko" und "Entsorgung" verharmlost werden.


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#19

RE: Atomenergie und MSR-Technologie

in Sonstiges 12.09.2021 13:56
von Markus Rabanus • 7.039 Beiträge

gestern war ein 20. Jahrestag. Sogar das Pentagon wurde getroffen.
Hast du so viel Vertrauen zum Terrorismus, dass die Atomkraftwerke sicherer seien?
Ganz abgesehen von den sonstigen "Restrisiken", die eigentlich Hauptrisiken sind.
Und abgesehen vom gleichfalls begriffs-beschönigen "Entsorgungsproblem".


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#20

RE: Atomenergie und MSR-Technologie

in Sonstiges 13.09.2021 22:47
von Markus Rabanus • 7.039 Beiträge

Interessant wäre mal 'ne Liste, wie vielen AKW-Projekten die Luft ausging, weil einfach nicht wirtschaftlich.

Anders nur, wenn eine nationalistische Regierung mitmischt und sich atomares Prestige verschaffen will, wie bspw. Iran, obgleich Erdbebengebiet und ungeheure Folgekosten aus geopolitischem Stress, die leider niemand dem Volk ausrechnet.

Für Polen lässt sich nur hoffen, dass nicht zu viel Gescheite das Land verließen und die regierende PIS endlich in die Geschichte geschickt wird. - Aber danach schaut es noch nicht aus.


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#21

RE: Atomenergie und MSR-Technologie

in Sonstiges 18.09.2021 13:25
von Markus Rabanus • 7.039 Beiträge

Dieter, ich kritisierte den rotgrünen Atomausstieg als halbherzig.
Dass du Atomkraftwerke befürwortest, zeugt von allerlei Glauben
- an "Restrisiken", die Hauptrisiken darstellen,
- an "Entsorgung", was nur Verbuddeln hieße,
- aber vor allem bewundere ich dein Vertrauen in AlKaida & Co., dass denen nicht wie mit dem Pentagon gelänge oder sie uns doch irgendwie lieb haben😉


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#22

RE: Atomenergie und MSR-Technologie

in Sonstiges 18.09.2021 19:02
von Markus Rabanus • 7.039 Beiträge

Dieter, wie für mich typisch: ich hatte Siemens-Ings. von der KWU in der Mieterschaft und noch heute einen Siemens-Ing., der Großturbinen-Entwickler ist.

Redundanzen sind feine Sachen, aber ungenügend, wie genügend gesehen, dass es anders kommt, als für GAU-Szenarien verheißen - "und durfte eigentlich nicht geschehen".

Da ist es in AKWs zunächst nicht anders als auf meinen Baustellen, aber die Handbücher dicker und schneller die Ticker, denn zu tun mit Kettenreaktion und Folgen anderer Dimension.

Überdies die Meiler oft wie Reihenhäuser gebaut, so dass ein GAU in Serie gehen kann, weil sich niemand mehr so recht in die Nähe traut.

Auch ich glaube an Wissenschaft, Ingenieure und Putzkolonne, aber nicht alles Erdachte & Erdenkliche taugt für Welt.

Gegen das inzwischen gecancelte Bombodrom nördlich Berlins titelte ich einst "In 10 Minuten zum Kanzleramt", denn scharfe Munition an Bord, ein Pilot mit Liebeskummer und erweitertem Suizid im Hirn.

Sowat "darf es nicht geben", aber weil es das geben >>kann<<,
hat die Risikokalkulation sich darauf einzustellen, dass nicht bloß die Kühltürme stürzen, sondern auch die Steuerzentrale und das Reaktorgebäude selbst.

Obendrein AKWs im militärischen Konfliktfall attraktive Ziele wären. - "Das darf es nicht geben." - Stimmt.

Dann lautet die Konsequenz: Wir verzichten drauf, warten bessere Zeiten und Wissenschaft ab (Moratorium, wie es Hans Jonas zur Ethik in technischen Belangen empfiehlt), dass sich eine verlässlichere Lösung findet, die Kettenreaktion ohne Eingriffe und Mechanik zu stoppen, denn die kann klemmen - bei jeglichem Steuern des Reaktors.


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zuletzt bearbeitet 18.09.2021 19:04 | nach oben springen

#23

RE: Atomenergie und MSR-Technologie

in Sonstiges Gestern 01:03
von Markus Rabanus • 7.039 Beiträge

Dieter, von Einstein weiß ich eigentlich recht viel, nicht nur "über ihn", sondern präziser aus seinen eigenen Schriften, wie ich leider erst vor wenigen Jahren beim Zitate-Prüfen sehr zufrieden konstatierte, viel zu lange Sekundärliteratur vertraut hatte.

Aber ich merk' grad, dass ich nicht wüsst', wie er sich zu Atomkraftwerken positionierte - wahrscheinlich wie ich >> forschen, forschen, forschen, aber das ist nichts für wirtschaftlich verpeilte Dilettanten und vor allem nicht großtechnisch anwenden, bevor in größten Risiken beherrscht, so auch, dass sich die "kontrollierte Kernspaltung" nicht in unkontrollierte Kettenreaktion wandeln kann.

Na ja, damals waren es nur Experimentelle, dann 1954 Obninsk weit hinter dem Eisernen Vorhang, dann 1956 in GB ein Jahr nach Einsteins Tod. - Und bis dahin keine spektakuläre Havarie, denn Einstein war einer, der aus Fehlern lernte - und aus eigenen ebenso.

Mit Einstein gegen Atomwaffen sind wir beide jedoch auf der sicheren Seite, wenngleich ich mutmaße, er stimmte mir zu, dass die Dinger nicht zum Wettrüsten taugen, aber vielleicht für andere Zwecke.

Ein naher Verwandter ist wie du, weiß viel, hätte am liebsten ein AKW im Wohnzimmer, schimpft mich, wie ich über Havarien spreche und Fukushima für meine AKW-Gegnerschaft instrumentalisiere, mir seien die wenigen Toten wichtiger als die vielen, vielen Tsunami-Opfer.

Per Body-Counting zeigten sich die bislang realisierten AKW-Risiken als gering, wenngleich über das Unmittelbare hinaus nicht wirklich zu erfassen, aber das macht mir die politische Entscheidung nicht, denn die Verantwortung für Menschgemachtes ist andere als für Naturkatastrophen.

Anderenfalls hätten die Dinos "Danke Merkel" spotten dürfen, als ihnen die Welt unterging.


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zuletzt bearbeitet Gestern 01:34 | nach oben springen


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