#1

Atomenergie und MSR-Technologie

in Sonstiges 28.06.2017 15:03
von Markus Rabanus • 924 Beiträge

Ach, @Ronald C.F. A.., wat weeßte denn von Atomkraft?

Gegen das Forschen habe ich nichts und es in meinen politischen Amtszeiten (Akad.Senat der FU) mit reichlich Steuermitteln bedacht (für damaliges Hahn-Meitner-Institut), aber was uns die relevanten Probleme macht, ist weniger die Wissenschaft als die Anwendung im industriellen Maßstab, deren Folgekosten und Risiken in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen.

Die MSR-Technik müsste mir zwar eigentlich schon wegen meiner Initialen gefallen, gehört aber ihren militärischen Ursprüngen frappant entsprechend zu den bedenklichsten Anwendungen. Und neuere Entwicklungen, wie sie so oft als "Revolutionen" verkündet wurden, outeten sich zu oft als das, was Revolutionen in der Astronomie sind, nämlich als bloß weiteren Umlauf nach gehabtem Prinzip.

Also bitte zumindest mal bei Wikipedia kundig machen, wie wenig die technischen Variationen bringen und allenfalls Abwechslung in der Erfahrungslosigkeit bedeuten.
Wenn jemand konservativ sein möchte und zugleich modern ;-) , dann verpflichtet das längst nicht zur Naivität, was die Verwertungserwartungen ausgerechnet in den heikelsten Techniken anbelangt.
Hinsichtlich der radioaktiven Stromerzeugung würde schon der Taschenrechner genügen, wenn man Geld nicht bloß endlos nachdrucken will, aber ideologischer Wahn, alles für "gut" zu halten, wovor andere warnen, ist Dummheit, zumal es dann nüscht mehr gäbe, was es in brauchbar und unbrauchbar zu unterscheiden gilt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Flüssigsalzreaktor


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zuletzt bearbeitet 28.06.2017 15:08 | nach oben springen

#2

RE: Atomenergie und Risiken

in Sonstiges 17.08.2018 13:59
von Markus Rabanus • 924 Beiträge

@Frank W., uns beide gab es noch nicht, als das weltweit erste Atomkraftwerk Strom ins öffentliche Netz lieferte. Das war in der Sowjetunion 1954. Schon irgendwie ein bisschen links. Oder?

Ich war stets für Forschung und stimmte als Mitglied des Akad.Senats der FU der Mittelbewilligung zu, aber die industrielle Großanwendung mit Atomkraftwerken ist gänzlich anderes als bloßes Studieren, wie es dem damaligen Hahn-Meitner-Institut auf den Fahnen stand.

Dass es nichts mit linker oder rechter Ideologie zu tun hat, Risiken adäquat zu kalkulieren, zeigte sich an gleichlautenden Fehleinschätzungen in Ost und West, an Begriffen wie "Restrisiko" und "Entsorgung", als gehe es nicht um das Hauptrisiko und als hätten wir tragfähige Lösungen zum Umgang mit dem massenhaften Anfall einer Müllsorte der gefährlichsten Kategorie.

Es hat auch nichts mit linker oder rechter Ideologie zu tun, ob Flugzeuge in Kühltürme stürzen können, ob es "technisches" oder "menschliches Versagen" ist, denn all das setzt stets politisches Versagen voraus, eine noch immer nicht hinreichend beherrschte Technik großformatig an den Start gebracht zu haben.

Vieles hat an sich nichts mit links und rechts zu tun, allenfalls indem sich Linke und Rechte mit Torheit zu übertreffen versuchen.

---------------------------

@Frank, wäre es Glaubenssache, ließe es sich menschenrechtlich abhandeln.
Stattdessen geht es um Risikoabschätzung, die mein Posting mit nur wenigen Aspekten beschrieb.
Viele kommen hinzu, z.B. atommilitärische Motive, Verwundbarkeit in kriegerischen Konflikten, geringere Versorgungssicherheit eines auf Großkesselanlagen beruhenden Konzepts im Vergleich zu dezentraler Stromerzeugung, wie ich sie bspw. für meine großen Mietshäuser realisieren würde, wenn ich es wie bei Zentralheizungen mietrechtlich dürfte, aber die Politik bekommt von mir bloß Steuern, während sie von den Energiekonzernen (auch der Solar- und Windkraftlobby) mit Sahnehäubchen-Spenden beglückt wird - und deshalb meine Vorschläge ignoriert.

Energiepolitik ist ein Superthema, aber die Ignoranz geht quer durch alle Parteien, die in persönlichen Gesprächen zwar Erstaunen und Zustimmung zeigen, aber sich dann nicht dafür einsetzen, weil sie sich oft nur dafür im Detail interessieren, was sich entweder auf Wahlplakaten kommunizieren lässt oder aber eben Spenden generiert.

Dieses Schema kann ich für viele Bereiche der Politik dokumentieren, denn bin in vielen Bereichen unterwegs, weil es mir Spaß macht, vernünftige Sachen zu projektieren. Aber ich kann eben auch nicht erwarten, dass die Politik so großartig interessierter und besser sein kann als es die Vertretenen sind.

Und die - "wie auch du, mein Freund Brutus" ;-) erhitzen sich halt lieber für Besitzstandsfragen anstatt dafür, wie das Wohl aller vernünftig zu mehren wäre. - Das entscheidet die Wahlen. Und auch über Zukunft.


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zuletzt bearbeitet 17.08.2018 13:59 | nach oben springen


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