#1

Kriegsdienstverweigerung als Menschenrecht

in Friedensforschung.de 24.10.2017 01:20
von Markus Rabanus • 952 Beiträge

Ich wünsche mir zwar für internationale Konflikte militärisch überlegene UNO-Streitkräfte anstelle von "nationaler Selbstverteidigung", weil die Selbstverteidigung bloß die Stärkeren privilegiert, das Wettrüsten schürt und zur Selbstjustiz verführt,
ABER unabhängig von solcher Präferenz muss das Kriegsdienstverweigerungsrecht global als absolutes Menschenrecht durchgesetzt werden,
wie es auch keine Zwangsarbeit geben darf, schon erst recht nicht als Verpflichtung zum "Held sein", zum Kampf und zum Töten.

Das Kriegsdienstverweigerungsrecht muss JEDERZEITIGES Menschenrecht sein - und zwar ohne dass es zur Wahrnehmung irgendwelcher Begründung über bloßes "Ich will nicht" hinaus bedarf.

Und im DFG/VK verlinkten Fall geht es um eine 18-Jährige und eine 19-Jährige, die dafür haften sollen, was Generationen vor ihnen bis heute an Konflikt nicht friedlich zu überwinden wussten oder nicht wollten.

"Kinder haften für ihre Eltern" darf nicht sein.

Wie ich überhaupt der Auffassung bin, dass Soldaten unter 30 eigentlich eher "Kindersoldaten" sind, die erst noch ins Leben finden müssen, ehe sie die Konflikte ihrer Eltern auszubaden haben.

Alle Staaten und Gesellschaften, alle Eltern sollen sich schämen, die derart junge Menschen in Kriegsdienste bringen.


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#2

RE: Kriegsdienstverweigerung als Menschenrecht

in Friedensforschung.de 16.05.2018 03:43
von Markus Rabanus • 952 Beiträge

Demnächst bitte ausführliche Diskussion zum Kriegsdienstverweigerungsrecht, denn es wird mitunter für unvereinbar gehalten, es einerseits als "unbeschränktes Menschenrecht" zu fordern wird, andererseits zwecks Realisierung des völkerrechtlichen UNO-Gewaltmonopols für ein "UNO-Streitkräftemonopol" plädiert wird.

Meine Überlegungen dazu sind zahlreich, schwankten im Laufe der Jahrzehnte, wodurch sich zwar Aspekte mehrten, aber noch immer keine hinreichende Schlüssigkeit, die Vereinbarkeit darzulegen.

-------------- UNFERTIG ---------------

Die Kriegsdienstverweigerung muss Menschenrecht sein - und zwar jederzeit - weltweit - und bedingungslos,
- denn niemand soll kämpfen müssen gegen seinen Willen,
- sogar niemand soll töten dürfen gegen seine Überzeugung, so dass sich die "Gewissenfrage" eher umgekehrt zur Formulierung im Grundgesetz stellt.
- Aber niemand und kein Verfahren ist fähig genug, in Gewissen zu schauen, um entscheiden zu dürfen, wer kämpfen und töten soll, so dass es jedem Menschen selbst zu belassen ist, ob generell oder von Fall zu Fall für oder wider Gewaltlosigkeit.

Es ist dennoch kein Plädoyer für Beliebigkeit, sondern Entscheidung gegen die Kriminalisierung und Anmaßung, Menschen eine politische Überlebensstrategie oder einen Überlebenswillen überbügeln zu wollen, denn das bleibe Sache des Einzelnen.

Allerdings ist solcher Streit eher für Bürgerkriege relevant, in denen ohnehin kein Recht mehr gilt, anderenfalls antiquiert, zumal sich Gewaltbereite in Betracht des technischen Fortschritts und globalpolitischer Rückständigkeit kaum beklagen können, zunehmend einfach nur noch Knöpfe zu drücken - "und keiner geht hin", wo es trifft.

Wenngleich ich der Auffassung bin, dass es UNO-Streitkräfte braucht und zwar allen auf polizeiliche Erfordernisse abzurüstenden Nationalstaaten überlegen. Mit anderem Auftrag. Nicht mehr Soldat gegen Soldat im Widerstreit nationaler oder ideologischer Interessen, sondern UNO-Soldat gegen Friedensbrecher, die nicht demokratisch, diplomatisch und vor Gerichten streiten mögen.


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