#1

Kriegsdienstverweigerung als Menschenrecht

in Friedensforschung.de 24.10.2017 01:20
von Markus Rabanus • 8.991 Beiträge

Ich wünsche mir zwar für internationale Konflikte militärisch überlegene UNO-Streitkräfte anstelle von "nationaler Selbstverteidigung", weil die Selbstverteidigung bloß die Stärkeren privilegiert, das Wettrüsten schürt und zur Selbstjustiz verführt,
ABER unabhängig von solcher Präferenz muss das Kriegsdienstverweigerungsrecht global als absolutes Menschenrecht durchgesetzt werden,
wie es auch keine Zwangsarbeit geben darf, schon erst recht nicht als Verpflichtung zum "Held sein", zum Kampf und zum Töten.

Das Kriegsdienstverweigerungsrecht muss JEDERZEITIGES Menschenrecht sein - und zwar ohne dass es zur Wahrnehmung irgendwelcher Begründung über bloßes "Ich will nicht" hinaus bedarf.

Und im DFG/VK verlinkten Fall geht es um eine 18-Jährige und eine 19-Jährige, die dafür haften sollen, was Generationen vor ihnen bis heute an Konflikt nicht friedlich zu überwinden wussten oder nicht wollten.

"Kinder haften für ihre Eltern" darf nicht sein.

Wie ich überhaupt der Auffassung bin, dass Soldaten unter 30 eigentlich eher "Kindersoldaten" sind, die erst noch ins Leben finden müssen, ehe sie die Konflikte ihrer Eltern auszubaden haben.

Alle Staaten und Gesellschaften, alle Eltern sollen sich schämen, die derart junge Menschen in Kriegsdienste bringen.


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#2

RE: Kriegsdienstverweigerung als Menschenrecht

in Friedensforschung.de 16.05.2018 03:43
von Markus Rabanus • 8.991 Beiträge

Demnächst bitte ausführliche Diskussion zum Kriegsdienstverweigerungsrecht, denn es wird mitunter für unvereinbar gehalten, es einerseits als "unbeschränktes Menschenrecht" zu fordern wird, andererseits zwecks Realisierung des völkerrechtlichen UNO-Gewaltmonopols für ein "UNO-Streitkräftemonopol" plädiert wird.

Meine Überlegungen dazu sind zahlreich, schwankten im Laufe der Jahrzehnte, wodurch sich zwar Aspekte mehrten, aber noch immer keine hinreichende Schlüssigkeit, die Vereinbarkeit darzulegen.

-------------- UNFERTIG ---------------

Die Kriegsdienstverweigerung muss Menschenrecht sein - und zwar jederzeit - weltweit - und bedingungslos,
- denn niemand soll kämpfen müssen gegen seinen Willen,
- sogar niemand soll töten dürfen gegen seine Überzeugung, so dass sich die "Gewissenfrage" eher umgekehrt zur Formulierung im Grundgesetz stellt.
- Aber niemand und kein Verfahren ist fähig genug, in Gewissen zu schauen, um entscheiden zu dürfen, wer kämpfen und töten soll, so dass es jedem Menschen selbst zu belassen ist, ob generell oder von Fall zu Fall für oder wider Gewaltlosigkeit.

Es ist dennoch kein Plädoyer für Beliebigkeit, sondern Entscheidung gegen die Kriminalisierung und Anmaßung, Menschen eine politische Überlebensstrategie oder einen Überlebenswillen überbügeln zu wollen, denn das bleibe Sache des Einzelnen.

Allerdings ist solcher Streit eher für Bürgerkriege relevant, in denen ohnehin kein Recht mehr gilt, anderenfalls antiquiert, zumal sich Gewaltbereite in Betracht des technischen Fortschritts und globalpolitischer Rückständigkeit kaum beklagen können, zunehmend einfach nur noch Knöpfe zu drücken - "und keiner geht hin", wo es trifft.

Wenngleich ich der Auffassung bin, dass es UNO-Streitkräfte braucht und zwar allen auf polizeiliche Erfordernisse abzurüstenden Nationalstaaten überlegen. Mit anderem Auftrag. Nicht mehr Soldat gegen Soldat im Widerstreit nationaler oder ideologischer Interessen, sondern UNO-Soldat gegen Friedensbrecher, die nicht demokratisch, diplomatisch und vor Gerichten streiten mögen.


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#3

RE: Kriegsdienstverweigerung als Menschenrecht

in Friedensforschung.de 15.03.2022 21:01
von Markus Rabanus • 8.991 Beiträge

"Soldaten sind Mörder" - es kommt drauf an, wessen Bombe für richtig gehalten wird.

Drum wäre mein Spruch anders, aber wer es so sieht & sei es mit Jesus, ist in viel guter Gesellschaft, den Verfolgten des NS-Regimes und vieler, die für Kriegsdienstverweigerung als #Menschenrecht streiten,
wie auch ich es tue, obgleich ich mir eine Welt ohne Soldaten kaum eher vorstellen kann als ein Land ohne Polizisten.

Nur hat das Land der Welt voraus, dass die Polizei anders als die Soldaten nicht gegeneinander antreten müssen.


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#4

RE: Kriegsdienstverweigerung als Menschenrecht

in Friedensforschung.de 15.03.2022 21:02
von Markus Rabanus • 8.991 Beiträge

Ralf B.: "Es gibt klare Regeln. Linke verstehen das nicht. Zur Verteidigung gibt es eine Pflicht der Männer. In andern Ländern eine Pflicht der Männer zum Angriff. Fertig."

Ralf B., - ob er "links" oder sonstig liebäugelt - sollte er mal nicht so tun, als sei ihm unbekannt, dass Angriffe als Verteidigung propagiert werden.

Und Verteidigung als "Pflicht der Männer" - so kann nur einer reden, dessen Mama dem Papa untertänig war & das Menschenbild prägte.

Und Wehrpflicht an sich - darf es mir nicht geben, denn so sehr ich kämpfen kann & würde, fordere ich als oftmaliger Held, dass es Menschenrecht werde, kein Held und Soldat zu sein.

Vom "Verstehen" sind Sie ganz, ganz weit weg, es sei denn, Sie hätten jetzt gelernt.

--------------------

Ralf B.: "unglaubliche Antwort. Nie in der Verantwortung als Soldat. Meine Familie besteht aus Berufssoldaten inkl. des Umfeldes. Null Ahnung."

@Ralf B, tja, dann scheint mal wieder die Innere Führung versagt
>> Frauenbild, Kriegsdienstverweigerungsrecht usw. usf., aber dann hoffen wir mal, dass wenigstens die Befehle aus höheren Rängen immer schön richtig sind

-------------------

bin schon zufriedener, wenn Sie mit "Männer" auch Frauen meinten 😉 - kann ja passieren.

Noch zufriedener, wenn Sie in Sachen Wehrdienstverweigerung als Menschenrecht zustimmen. - Aber das können Sie ruhig anders sehen, zumal es sich im Dienst nicht auswirken sollte.

Die parteipolitischen Äußerungen triggerten mich übrigens nicht, sondern nur Rechtliches - und dafür braucht es auch gute Soldaten. Nicht nur Soldatinnen 😉

Alles gut. - Ärgerlicher ist der Krieg - und die Schwierigkeit, ihm beizukommen.


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zuletzt bearbeitet 15.03.2022 21:43 | nach oben springen

#5

RE: Kriegsdienstverweigerung als Menschenrecht

in Friedensforschung.de 17.03.2022 11:17
von Markus Rabanus • 8.991 Beiträge

die Entscheidung zur fortgesetzten Verteidigung ist ja den Ukrainern belassen - und das wird sich Kiew auch nicht nehmen lassen, aber die WehrPFLICHT anstelle von WehrRECHT halte ich einen Verstoß gegen #Menschenrechte - gänzlich unabhängig davon, ob ich kämpfen würde oder nicht.


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#6

RE: Kriegsdienstverweigerung als Menschenrecht

in Friedensforschung.de 17.03.2022 11:39
von Markus Rabanus • 8.991 Beiträge

1. Verteidigung ist Völkerrecht und Menschenrecht,
Verteidigungsverzicht ebenfalls.
2. Wer wie der Verteidigung zuredet oder abredet, ist Menschenrecht.

Und würde mich jemand ob solcher Aussagen zum Putin-Befürworter machen, dann läge jemand sehr daneben.


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#7

RE: Kriegsdienstverweigerung als Menschenrecht

in Friedensforschung.de 23.03.2022 00:43
von Markus Rabanus • 8.991 Beiträge

@Herr Polenz, ich bin #Pazifist & für die #Verteidigung der Ukraine, aber ich verurteile die Verunglimpfung von Menschen, die mir nicht ins Horn blasen & mit Sicherheit keine Putinisten sind.
Wir beide sind für die Verteidigung der Ukraine, aber bitte mehr Bescheidenheit, denn unsere Kinder schicken wir nicht hin.


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#8

RE: Kriegsdienstverweigerung als Menschenrecht

in Friedensforschung.de 23.03.2022 00:44
von Markus Rabanus • 8.991 Beiträge

Dagmar, dass Kriegsdienstverweigerer nicht aufs Schlachtfeld laufen, halte ich für plausibler als wenn Verteidigungsaufrufer meinesgleichen oder Polenz zuhause bleiben.


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#9

RE: Kriegsdienstverweigerung als Menschenrecht

in Friedensforschung.de 23.03.2022 00:56
von Markus Rabanus • 8.991 Beiträge

Dagmar S., das ist Wortklauberei, denn auch Putins Kriegsministerium heißt "Verteidigungsministerium" und Wehrdienst ist Kriegsdienst, wenn Krieg ist, wie auch der Afghanistaneinsatz ein "Kriegseinsatz" war - und leider ohne Erfolg.

Und ich sprach auch nicht von Kriegs"pflicht" oder Wehr"pflicht", sondern thematisierte ausschließlich "Dienst".

Es ist mein Beruf, exakt zu sein. Und Polenz desgleichen, aber er hält sich nicht dran, weil er sich von Putins Krieg verrohen lässt. Und das enttäuscht mich sehr.


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#10

RE: Kriegsdienstverweigerung als Menschenrecht

in Friedensforschung.de 23.03.2022 01:00
von Markus Rabanus • 8.991 Beiträge

tja, das "erlaubten" sich die von Polenz kritisierten Leute ebenfalls.
Und die werden hier als "Putins 5. Kolonne" verleumdet, ohne dass solche Verleumder gerüffelt werden.


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#11

RE: Kriegsdienstverweigerung als Menschenrecht

in Friedensforschung.de 23.03.2022 01:37
von Markus Rabanus • 8.991 Beiträge

aus Perspektive von Aufgescheuchern und Aufgescheuchten, verschuldeten nie die Mächtigen die Kriege, sondern die Harmlosen.


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#12

RE: Kriegsdienstverweigerung als Menschenrecht

in Friedensforschung.de 23.03.2022 01:45
von Markus Rabanus • 8.991 Beiträge

Evi S., dann frage ich doch mal:
Sind Sie wenigstens Jahrgangsbeste im örtlichen Schützenverein oder verstehen sich doch eher bloß auf "Klangschale", derer Sie andere verdächtigen?

Frechheiten bleiben nicht immer Einbahnstraße - und meine Frage sachlich.


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zuletzt bearbeitet 23.03.2022 01:47 | nach oben springen

#13

RE: Kriegsdienstverweigerung als Menschenrecht

in Friedensforschung.de 24.03.2022 01:39
von Markus Rabanus • 8.991 Beiträge

Brigitte, mein Vater sagte mal, auch ich solle doch ruhig Arzt werden, denn wenn mir mal ein Krieg nicht passe und ich deshalb nicht wüsst', wen ich umbringen soll, dann besser ohne Waffe, weil das Überleben in Kriegen mitunter leichter gelingen kann, denn ein guter Arzt wird auch von allen Idioten geliebt, die einander für heilige Zwecke glauben, umbringen zu dürfen.


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zuletzt bearbeitet 24.03.2022 01:44 | nach oben springen



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