#1

Stimmungsmache statt Programmatik

in Sonstiges 22.03.2018 13:31
von Markus Rabanus • 848 Beiträge

@Richard, ein Problem von Plattformen wie Jimbo, "Sozialen" (kommerziellen) Netzwerken, Google & Co. aber ist, dass sie durch jede Verwendung immer wichtiger werden als das, worum es geht, weil es nicht auf eigenen Webseiten steht. Daran zu knabbern haben alle großen Verlage, sogar die öffentlich-rechtlichen Medien, die dadurch mehr denn je unter Druck geraten - und wir als kleine Initiativen logischerweise erst recht.
Die IniDia ist ein Beispiel dafür: Als die Suchmaschinen im Vergleich zu Domains noch eine geringere Rolle spielten, da kamen wir Dank unserer Domains und glaubwürdiger Projekte dahinter rasch auf Millionen von Seitenbesuchern. Heute geht es gerade mal noch in die Tausende - und wahrscheinlich überwiegend "Crawler", keine Menschen, obgleich wir aus den Diskussionen das Vielfache an Information und Programmatik ansammelten.

Die Information wird kurzlebiger. Wer "vorne dabei sein" will, muss ungeheuer schnell sein, was zulasten von Qualität geht, denn die "Anschlussfähigkeit" von Kommentaren wird durch die intellektuelle und somit zwangsläufig sorgsame Abwägung von Argumenten im Wettbewerb mit bloß einseitigen Bekenntnissen erschwert.

Und dennoch: Je prinzipiengewisser man durch kontinuierliche Beschäftigung mit Prinzipien wird, desto erfolgreicher lässt sich eingreifen. Theoretisch ;-) , denn es setzt immerhin fortgeschrittene Prinzipienerkenntnis voraus.
Und gut ist es dann, wenn das Prinzip vermittelt wird und im verlinkten Hintergrund der Information eine schlüssige Programmatik das Prinzip begründet.

Prinzipienerkenntnis lässt sich m.E. jedoch nicht nur durch Erforschung von Vergangenheit und daraus erwachsenden Zukunftswünschen erlangen, sondern bedarf der Konfrontation mit Gegenwart.

Prinzipien wären keine Prinzipien, wenn sie nicht für jeden Moment anwendbar wären, für die es sie zur Besserung braucht. Darin liegt ein wesentliches Moment ihrer Überprüfung, Verwerfung oder Weiterentwicklung.

Dass die Philosophie bzw. das Intellektuelle so in Verruf ist, liegt an der häufigen Realitätsferne, während sich zugleich an Leuten wie R.D. Precht oder auch Lesch zeigt, dass Philosophie durchaus Aufmerksamkeit erlangt, wenn sie sich dem Tagesgeschäft zuwendet, wenngleich sofort konkurrierende Philosophen und Möchtegern-Philosophen nörgeln, es sei keine Philosophie.
Und ganz extrem als Philosoph verkannt der anderweitig so hoch anerkannte Albert Einstein, was daran liegen mag, dass in der ideologisch geladenen Polarität des Kalten Krieges kein Gehör für Zwischentöne war, für die "Relativitätstheorie als politische Theorie" anstelle dummer Parteilichkeit für das subjektiv "Kleinere Übel", als sei es nicht das "Größte Übel", wenn das vormals "Größte" schwände. - Das zieht sich bis heute durch.

++++ nicht zur Diskussion gestellt - 2018-0322 ++++


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