#1

Rassismus

in Antifaschismus.de 29.04.2018 16:35
von Markus Rabanus • 4.433 Beiträge

N.... schreibt: "Es gibt auch schwarze Rassisten."

@N..., Schwarze sind keine besseren Menschen. Rassismus ist selten bloß Einbahnstraße, wie auch oft die Feindschaft nicht.
Rassismus ist, die Horde der eigenen Abstammung für etwas Besseres/Berechtigteres zu halten und die Individualität des Menschen als unmaßgeblich anzuschauen.


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#2

RE: Rassismus

in Antifaschismus.de 23.06.2018 11:10
von Markus Rabanus • 4.433 Beiträge

Lieber Boris, deine Frage, ob dein Erlebnisbericht rassistisch ist, lässt sich leicht beantworten: Ja, und zwar je mehr dir das miese Verhalten der beiden Männer nicht individuell, sondern von Herkunft und Abstammung abhängt.
Rassismus hat mit allen Varianten des Hordismus die Entindividualisierung gemeinsam.


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#3

RE: Rassismus

in Antifaschismus.de 25.06.2018 00:38
von Markus Rabanus • 4.433 Beiträge

@Chang Sun, die Gewaltförmigkeit von Konfliktaustragung ist oft davon abhängig, ob sich mit Gewalt etwas ausrichten lässt.
Je effektiver das staatliche Gewaltmonopol, desto weniger Selbstjustiz und Gewaltdelikte leidet die Gesellschaft.
Allerdings ist das staatliche Gewaltmonopol auch innerhalb vieler Staaten nicht überall gleichermaßen um die Sicherheit der Bevölkerung bemüht und verschafft der Selbstjustiz Freiräume.

Noch schlimmer in der internationalen Politik, weil das völkerrechtliche Gewaltmonopol zugunsten der Vereinten Nationen noch immer nicht durchgesetzt - und kaum begriffen ist
>> www.pazifistisches-manifest.de

Deine Bemerkung, wonach sich Antifaschismus der Logik entziehe, eine Gruppe sei usw., hat zwar Anknüpfungsmomente in der extremistischen Szene, aber mit Antifaschismus nichts zu tun.

Antifaschismus ist, wie es der Begriff schon besagt, was sich zugunsten von Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit und Weltbürgerlichkeit gegen faschistische Tendenzen (Rassismus, Totalitarismus, Nationalismus usw.)


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#4

Rassismus und Antirassismus

in Antifaschismus.de 04.07.2018 14:58
von Markus Rabanus • 4.433 Beiträge

FB-Freundin Birgit St. kritisierte, dass ich AKPlern Rassismus-Vorwürfe machte. Von Rassismus Betroffenen gebühre bei Rassismus-Definition der Vortritt.

@Birgit St.., rassistische Diskriminierung lässt sich zwar leichter aus Betroffenheit definieren, setzt sie aber nicht voraus, zumal Empathie nicht immer bloß Gerücht ist und auch intellektuell geleistet werden kann.

Ich hatte es mit Herz und Kopf leichter, u.a. weil mit schwarzem Pflegekind aufgewachsen und den Antirassismus und allgemeiner Antidiskriminierung mit der Muttermilch bekommen. Deshalb seit frühesten Strolchentagen Anspruch, ein Verteidiger Angegriffener zu sein, so auch türkischer Kinder gegen rassistische Anmache, erforderlichenfalls im Mix mit Errungenschaften der physischen Evolution.

Da mein schwarzes Brüderchen in meiner Heimatstadt eine Ausnahmeerscheinung war, wenngleich beliebt bei allen näheren Bekannten, war (mitleidiger und feindseliger) Rassismus totale Einbahnstraße, denn es war gar nicht möglich, den weißen Rassismus mit schwarzem Rassismus zu kontern, wie es mit größeren Minderheiten vorkommen kann.
In solcher Konstellation erlernt sich Antirassismus am leichtesten.

Anders bei italienischen und türkischen Jugendlichen, denn so manchen hatte ich intensivst zu erläutern, dass die Vernunft in Ansehung des Individuums liegt und nicht in gegenseitigen bzw. gekonterten Vorurteilen.

Die Erdoganer betreffend:
- Es ist politisch keine einheitliche Horde, wenngleich Erdogan gemeinsamer Nenner.
- Das politische Spektrum ist breit von Nostalgikern osmanischer Großherrschaft bis hin zu Islamisten.
- Allemal findet sich viel Reaktionäres, wenngleich MHPler durchschnittlich schlimmer, aber spätestens seit Sarrazin muss allen klar sein: Es gibt kein politisches Terrain, auf dem kein Rassismus anzutreffen wäre.
- Gleichwohl billige ich Erdogan zu, dass er gegenüber der kurdischen Bevölkerung erheblich bessere Politik machte als in den Jahrzehnten zuvor.
Denn es war ätzend, wenn von Kurden als "Bergtürken" gelabert wurde, ohne sich umgekehrt als "Flachlandtürken" bezeichnen zu lassen.
Es war ätzend, wie lange es versucht wurde, die kurdische Kultur zu unterdrücken und osmanisch zu assimilieren, was wesentlich dazu beitrug, dass sich kurdische Separatisten/Nationalisten für Öcalan begeisterten und in die Bürgerkriegerei verführen ließen.

Infolge des Irakkrieges erstarkte der kurdische Separatismus und als Reaktion darauf leider eben auch Erdogans Nationalismus und Bestreben, den kurdischen Separatismus sämtlich als Terrorismus zu verleumden und zu bekriegen, zunächst verdeckt inkl. IS-Support, dann "Ölzweig" und jegliche Kritik daran der "Terrorismus-Unterstützung" zu bezichtigen.

Nebenbei: Ich bin so wenig Freund des Separatismus wie auch des Nationalismus nicht. Das macht viele meiner kurdischen Freunde unglücklich.
Ich wünsche, dass sich "Kurdistan" als Kulturraum und Brücke aller Staaten versteht, in den Kurden leben, auch Deutschland.
Und von allen Staaten, in denen Kurden leben, wünsche ich mir, dass sie sehr wohl auch "kurdischer" werden, also definiert multikultureller und mit ihren nationalistischen, rassistischen Attitüden zurückstecken.

Aber wer erfüllt mir schon Wünsche   Na, ich kann nicht klagen, aber in politischen Belangen.

Folgende Rassismus-Definition liegt meinen Ausführungen zugrunde:
- Rassismus ist biologisch Blödsinn und ahistorisch.
- Folglich bleibt für die politische Rassismus-Definition bloß übrig, was die Wertschätzung/Geringschätzung für Menschen von deren Abstammung abhängig macht
- und die Individualität gegenüber der Abstammung entweder als nachrangig betrachtet oder gar insgesamt leugnet.

Das politische Problem:
- Rassismus mit Rassismus zu kontern, ist vergleichbar dem Phänomen häufig, dass Feindseligkeit mit Feindseligkeit gekontert wird; oder Freundlichkeit mit Freundlichkeit.
- Betroffenheit macht nicht zwingend gescheiter.

Antirassismus als politische Aufgabe:
Die Argumentation muss
- die Ansehung des Individuums begründen,
- das Menschsein zum gemeinsamen Nenner machen,
- jeglicher Abstammungsromantisierung den Boden entziehen.

So, das muss jetzt nicht alles zum Thema Rassismus sein, denn es gibt von mir keine Wortmeldungen, die nicht zu überarbeiten wären, aber wer nicht definiert und Überlegungen nicht festhält, kann auch schlechter vorwärts kommen.

LG


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#5

RE: Rassismus

in Antifaschismus.de 20.09.2018 12:40
von Markus Rabanus • 4.433 Beiträge

Allen Rassisten weltweit ist gleich, dass sie mir widerlich sind. Bei Deutschen allerdings obendrein peinlich, denn direkter in unserer Zuständigkeit.


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#6

RE: Rassismus

in Antifaschismus.de 30.01.2019 15:24
von Markus Rabanus • 4.433 Beiträge

Ich konnte und werde es nie verstehen, dass erwachsene Menschen unserer Epoche so dumm sein können, überzeugte Rassisten zu sein und sich redliche Motive einbilden.
Eigentlich will ich jeden verstehen, aber kann nicht jedem alles glauben. Und das sollten auch andere nicht tun.


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zuletzt bearbeitet 30.01.2019 15:25 | nach oben springen

#7

RE: Rassismus

in Antifaschismus.de 02.03.2019 03:23
von Markus Rabanus • 4.433 Beiträge

Auch Rassismus ist nicht immer "On" oder "Off", sondern hat Stufungen und Schwankungen. Die Zunahme hierzulande ist unübersehbar, inklusive Einzug in Parlamente.
Ich kann mir leider mühelos vorstellen, dass davon Betroffene rassistische Diskriminierung als "mehrheitlich" empfinden.
Was also tun und anraten? Denn es ist zu gefährlich, nicht darauf zu reagieren.
Ohne Garantie, aber "Überanpassung" kann erleichtern.
Das schmerzt, wenn man schon aus der Heimat floh und dann auch noch seine Gewohnheiten aufgeben soll. Und vielen verbietet es sich aus Gründen der Selbstachtung.
Doch so wichtig die Selbstachtung ist, verführt sie nicht selten zur Selbstgerechtigkeit, was man von der Umwelt erwarten dürfe, ohne ihr gleichwertig geben zu können.
Und aus erfolglosen Selbstgerechtigkeit kann Verbitterung und Unverstand entstehen - und weit Schlimmeres, so auch Terrorismus - und davor haben viele Angst.
Es ist schwer in der Fremde ein Heim oder gar Heimat zu finden, je fremder man den Menschen dort ist.
Wir haben viel zu tun, es uns allen leichter zu machen.


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#8

RE: Rassismus

in Antifaschismus.de 02.03.2019 03:25
von Markus Rabanus • 4.433 Beiträge

UNFERTIG

Viele Deutsche haben tatsächlich Angst. Und das liegt nicht nur an braunen Hetzern, sondern auch daran, wie sie die Verhältnisse in islamischen Staaten wahrnehmen, haben Angst vor "Islamisierung", kennen bspw. nicht genug, was Syrien von Saudi-Arabien unterscheidet, während Syrer wissen, wie sich in Syrien Stadt und Dorf erheblich unterscheiden konnte, bevor so vieles in Scherben ging.

Viele Deutsche wissen, dass es in islamischen Staaten Pflichten für Frauen gibt, die hierzulande längst inakzeptabel sind, so dass dann auch freiwillige Kopftuchträgerinnen "verdächtig" sind, gemeinsame Sache mit islamistischer Frauenunterdrückung zu machen.

UNFERTIG


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#9

RE: Rassismus und Antirassismus

in Antifaschismus.de 20.03.2019 11:46
von Markus Rabanus • 4.433 Beiträge

"Beurteilen" machen viele - und viele können es auch, haben reichlich Grund dazu. Kannst du es nicht, @Frank Reicht?

Viele können es weniger, weil weniger konfrontiert mit Rassismus und Nazis.

Da jedoch auch Rassismus nichts ist wie On oder Off, sondern von verschiedener Schärfe, stimme ich Frank insoweit zu, dass es Antirassismus nicht vorrangig gegen Rassisten, sondern gegen den Rassismus braucht.

Thomas Wilken wiederum mag ich recht geben, Rassismus als Krankheit der Menschheit anzuprangern - und auch die Metapher "Krebsgeschwür" erwies sich in Wucherung und Tödlichkeit millionenfach. Trotzdem sollte mit solchen Metaphern nicht übersehen sein, dass Heilung möglich ist - mitunter zwar nur durch Bestrafung, aber vor allem mit guten Argumenten und guter Politik.


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#10

RE: Rassismus

in Antifaschismus.de 14.10.2019 05:14
von Markus Rabanus • 4.433 Beiträge

Irgendwo als Karikatur gesehen und für lustig befunden:

Löwe und Löwin liegen auf einer Anhöhe. Unten in der Savanne laufen zwei Menschen herum. Die Löwin sagt zum Löwen: "Guck'mal, der eine ist ganz weiß." - Sagt der Löwe zur Löwin: "Egal, schmecken alle nach Schimpanse."


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