#1

Rassismus

in Antifaschismus.de 29.04.2018 16:35
von Markus Rabanus • 924 Beiträge

N.... schreibt: "Es gibt auch schwarze Rassisten."

@N..., Schwarze sind keine besseren Menschen. Rassismus ist selten bloß Einbahnstraße, wie auch oft die Feindschaft nicht.
Rassismus ist, die Horde der eigenen Abstammung für etwas Besseres/Berechtigteres zu halten und die Individualität des Menschen als unmaßgeblich anzuschauen.


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#2

RE: Rassismus

in Antifaschismus.de 23.06.2018 11:10
von Markus Rabanus • 924 Beiträge

Lieber Boris, deine Frage, ob dein Erlebnisbericht rassistisch ist, lässt sich leicht beantworten: Ja, und zwar je mehr dir das miese Verhalten der beiden Männer nicht individuell, sondern von Herkunft und Abstammung abhängt.
Rassismus hat mit allen Varianten des Hordismus die Entindividualisierung gemeinsam.


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#3

RE: Rassismus

in Antifaschismus.de 25.06.2018 00:38
von Markus Rabanus • 924 Beiträge

@Chang Sun, die Gewaltförmigkeit von Konfliktaustragung ist oft davon abhängig, ob sich mit Gewalt etwas ausrichten lässt.
Je effektiver das staatliche Gewaltmonopol, desto weniger Selbstjustiz und Gewaltdelikte leidet die Gesellschaft.
Allerdings ist das staatliche Gewaltmonopol auch innerhalb vieler Staaten nicht überall gleichermaßen um die Sicherheit der Bevölkerung bemüht und verschafft der Selbstjustiz Freiräume.

Noch schlimmer in der internationalen Politik, weil das völkerrechtliche Gewaltmonopol zugunsten der Vereinten Nationen noch immer nicht durchgesetzt - und kaum begriffen ist
>> www.pazifistisches-manifest.de

Deine Bemerkung, wonach sich Antifaschismus der Logik entziehe, eine Gruppe sei usw., hat zwar Anknüpfungsmomente in der extremistischen Szene, aber mit Antifaschismus nichts zu tun.

Antifaschismus ist, wie es der Begriff schon besagt, was sich zugunsten von Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit und Weltbürgerlichkeit gegen faschistische Tendenzen (Rassismus, Totalitarismus, Nationalismus usw.)


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#4

Rassismus und Antirassismus

in Antifaschismus.de 04.07.2018 14:58
von Markus Rabanus • 924 Beiträge

FB-Freundin Birgit St. kritisierte, dass ich AKPlern Rassismus-Vorwürfe machte. Von Rassismus Betroffenen gebühre bei Rassismus-Definition der Vortritt.

@Birgit St.., rassistische Diskriminierung lässt sich zwar leichter aus Betroffenheit definieren, setzt sie aber nicht voraus, zumal Empathie nicht immer bloß Gerücht ist und auch intellektuell geleistet werden kann.

Ich hatte es mit Herz und Kopf leichter, u.a. weil mit schwarzem Pflegekind aufgewachsen und den Antirassismus und allgemeiner Antidiskriminierung mit der Muttermilch bekommen. Deshalb seit frühesten Strolchentagen Anspruch, ein Verteidiger Angegriffener zu sein, so auch türkischer Kinder gegen rassistische Anmache, erforderlichenfalls im Mix mit Errungenschaften der physischen Evolution.

Da mein schwarzes Brüderchen in meiner Heimatstadt eine Ausnahmeerscheinung war, wenngleich beliebt bei allen näheren Bekannten, war (mitleidiger und feindseliger) Rassismus totale Einbahnstraße, denn es war gar nicht möglich, den weißen Rassismus mit schwarzem Rassismus zu kontern, wie es mit größeren Minderheiten vorkommen kann.
In solcher Konstellation erlernt sich Antirassismus am leichtesten.

Anders bei italienischen und türkischen Jugendlichen, denn so manchen hatte ich intensivst zu erläutern, dass die Vernunft in Ansehung des Individuums liegt und nicht in gegenseitigen bzw. gekonterten Vorurteilen.

Die Erdoganer betreffend:
- Es ist politisch keine einheitliche Horde, wenngleich Erdogan gemeinsamer Nenner.
- Das politische Spektrum ist breit von Nostalgikern osmanischer Großherrschaft bis hin zu Islamisten.
- Allemal findet sich viel Reaktionäres, wenngleich MHPler durchschnittlich schlimmer, aber spätestens seit Sarrazin muss allen klar sein: Es gibt kein politisches Terrain, auf dem kein Rassismus anzutreffen wäre.
- Gleichwohl billige ich Erdogan zu, dass er gegenüber der kurdischen Bevölkerung erheblich bessere Politik machte als in den Jahrzehnten zuvor.
Denn es war ätzend, wenn von Kurden als "Bergtürken" gelabert wurde, ohne sich umgekehrt als "Flachlandtürken" bezeichnen zu lassen.
Es war ätzend, wie lange es versucht wurde, die kurdische Kultur zu unterdrücken und osmanisch zu assimilieren, was wesentlich dazu beitrug, dass sich kurdische Separatisten/Nationalisten für Öcalan begeisterten und in die Bürgerkriegerei verführen ließen.

Infolge des Irakkrieges erstarkte der kurdische Separatismus und als Reaktion darauf leider eben auch Erdogans Nationalismus und Bestreben, den kurdischen Separatismus sämtlich als Terrorismus zu verleumden und zu bekriegen, zunächst verdeckt inkl. IS-Support, dann "Ölzweig" und jegliche Kritik daran der "Terrorismus-Unterstützung" zu bezichtigen.

Nebenbei: Ich bin so wenig Freund des Separatismus wie auch des Nationalismus nicht. Das macht viele meiner kurdischen Freunde unglücklich.
Ich wünsche, dass sich "Kurdistan" als Kulturraum und Brücke aller Staaten versteht, in den Kurden leben, auch Deutschland.
Und von allen Staaten, in denen Kurden leben, wünsche ich mir, dass sie sehr wohl auch "kurdischer" werden, also definiert multikultureller und mit ihren nationalistischen, rassistischen Attitüden zurückstecken.

Aber wer erfüllt mir schon Wünsche   Na, ich kann nicht klagen, aber in politischen Belangen.

Folgende Rassismus-Definition liegt meinen Ausführungen zugrunde:
- Rassismus ist biologisch Blödsinn und ahistorisch.
- Folglich bleibt für die politische Rassismus-Definition bloß übrig, was die Wertschätzung/Geringschätzung für Menschen von deren Abstammung abhängig macht
- und die Individualität gegenüber der Abstammung entweder als nachrangig betrachtet oder gar insgesamt leugnet.

Das politische Problem:
- Rassismus mit Rassismus zu kontern, ist vergleichbar dem Phänomen häufig, dass Feindseligkeit mit Feindseligkeit gekontert wird; oder Freundlichkeit mit Freundlichkeit.
- Betroffenheit macht nicht zwingend gescheiter.

Antirassismus als politische Aufgabe:
Die Argumentation muss
- die Ansehung des Individuums begründen,
- das Menschsein zum gemeinsamen Nenner machen,
- jeglicher Abstammungsromantisierung den Boden entziehen.

So, das muss jetzt nicht alles zum Thema Rassismus sein, denn es gibt von mir keine Wortmeldungen, die nicht zu überarbeiten wären, aber wer nicht definiert und Überlegungen nicht festhält, kann auch schlechter vorwärts kommen.

LG


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#5

RE: Rassismus

in Antifaschismus.de 20.09.2018 12:40
von Markus Rabanus • 924 Beiträge

Allen Rassisten weltweit ist gleich, dass sie mir widerlich sind. Bei Deutschen allerdings obendrein peinlich, denn direkter in unserer Zuständigkeit.


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