#1

Iran-Konflikt

in Friedensforschung.de 01.05.2018 04:43
von Markus Rabanus • 1.063 Beiträge

UNFERTIG UNFERTIG UNFERTIG UNFERTIG UNFERTIG
UNFERTIG UNFERTIG UNFERTIG UNFERTIG UNFERTIG


@Brigitte, so sehr ich mich für militärische Entwicklung und das Wettrüsten diverser Streitparteien interessiere(n muss), lässt sich m.E. kaum spekulieren, wie Teheran agiert oder reagiert, zumal es von den Angriffen auf den Iran abhängen kann.
Wahrscheinlich aber ist, dass der Iran nichts zu gewinnen hat und jegliche Gegenwehr vielfach zerstörerische Reaktionen auslösen würde.

Deshalb kann ich nur hoffen, dass die Mullahs in Teheran ihrem Volk keinen zu baldigen Paradiestermin bescheren und rechtzeitig vollständig offenbaren, wenn und was sie verbargen, verbergen und gegebenenfalls zu beenden garantieren.

Dass Netanjahu der falsche Ankläger ist, weil aktuell seinen völkerrechtswidrigen Privatkrieg in Syrien führend und über Atomwaffen verfügend, die er anderen verboten sehen will, steht auf anderem Blatt, wäre von Belang für die völkerrechtliche Betrachtung, aber leider nicht von Belang für die Konfliktparteien, denen es mal wieder bloß darauf ankommt, ob auf militärische Erfolge zu hoffen ist.

Der Iran kann nicht gegen Nato, Israel und Saudis konventionell wettrüsten, es sei denn, Teheran dürfte sich auf Moskau und Peking verlassen und wäre in solcher Allianz dem Westen militärisch "glaubwürdig", also menschheitsvernichtend im Atomkrieg der Atomwaffenmächte.

Aber es kann sein, dass man diesbezüglich im Pentagon zuversichtlich ist, Moskau und Peking würden allenfalls auf Kante protzen, aber eine direkte Konfrontation vermeiden.

Diese Zuversicht teile ich überwiegend, aber befürchte zugleich, dass Netanjahu, Trump und die Saudis daraus die falschen Schlüsse ziehen und sich für die Vernichtung des Iran entscheiden, vielleicht sogar auch, wenn alle anderen Staaten dagegen wären.

Nun werden die iranischen Obermullahs nicht vollends dämlich sein und ebenfalls damit rechnen, dass sie auf ihre Verbündeten nicht setzen können.
Drum basteln sie an Raketen, die bekanntlich auch Israel erreichen können und "abschrecken sollen".
Aber dann greift ja wieder, dass Israel und auch die anderen Feinde des Iran noch heftiger reagieren.


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#2

RE: Iran-Konflikt

in Friedensforschung.de 11.05.2018 03:09
von Markus Rabanus • 1.063 Beiträge

So sehr ich Trumps Kündigung als Supermachtgehabe kritisiere, wäre der Iran bestens beraten, auf jeglichen Atomkrams zu verzichten, auch auf die "zivile Nutzung", zumal es überhaupt keinen seriösen Sinn macht, dass der Iran auf riesigen Erdgas-Ressourcen und ausgerechnet in einem Erdbebenland auf die gefährlichste aller Energieproduktion setzt.


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#3

RE: Iran-Konflikt

in Friedensforschung.de 11.05.2018 03:10
von Markus Rabanus • 1.063 Beiträge

Problem meiner Forderung an die Mullahs ist allerdings, dass es die Anmaßungen Trumps und Netajahus fördert.
Es ist die Schuldigkeit deren Wähler, sie an die Leine zu legen.


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#4

RE: Iran-Konflikt

in Friedensforschung.de 11.05.2018 03:45
von Markus Rabanus • 1.063 Beiträge

Die gemeinsame Erklärung ist fast richtig, aber ein wichtiger Aspekt vollkommen falsch ("das iranische Nuklearprogramm muss für immer friedlich und zivil sein"), denn der Iran hat hinreichend energetische Alternativen, um ausgerechnet mit der gefährlichsten Energieerzeugungsart - obendrein in einem Erdbebenland - gar nicht erst weiterzumachen.
FRAU MERKEL !!!! Wieso sagen Sie das nicht ?
Bieten Sie Kooperation beim Bau von Gaskraftwerken, Windkraft usw. an, aber vom Atomkrams sollen die Mullahs die Finger lassen.


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#5

RE: Iran-Konflikt

in Friedensforschung.de 20.05.2018 12:57
von Markus Rabanus • 1.063 Beiträge

Sollte es nicht gelingen, so wächst das Risiko eines Irankrieges, der womöglich schon beschlossene Sache ist, denn die gigantischen Waffenlieferungen an Saudi-Arabien dürften nicht für dortige Museen sein.
Aber "beschlossene Sache" heißt eben nicht, dass es nicht zu stoppen sei.
Gestoppt wird es
- nicht durch "Maßhalte-Appelle",
- nicht durch Parteinahme für das iranische Aufrüstungsprogramm,
- nicht durch Stillschweigen zur Aufrüstung Saudi-Arabiens,
- nicht durch europäische Aufrüstung, als lasse sich militärisch retten, was politisch falsch läuft,
- nicht durch unqualifiziertes Trump- und Netanjahu-Bashing, wenn bloß von "falsch, rücksichtslos" usw. geblubbert wird, nicht aber völkerrechtlich begründet,
- dass Schluss mit der Selbstjustiz sein muss
- und die UNO entscheiden muss,
- also auch die eigene Entscheidungsfähigkeit herstellen muss.

Dafür braucht es kein "Deutschland im Weltsicherheitsrat", sondern viel mehr weltweite Initiativer aller vernünftigeren Regierungen, auf die Vetomächte einzuwirken.


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#6

RE: Iran-Konflikt

in Friedensforschung.de 12.06.2018 11:33
von Markus Rabanus • 1.063 Beiträge

So ärgerlich und völkerrechtswidrig Trumps Vertragsbruch, so abwegig ist, dass Teheran überhaupt am Atomprogramm festhält:

1. Niemand kann Politikern vertrauen, welche glauben und predigen, durch den Kriegstod "ewiges Leben" zu erlangen.

2. Der Iran hat genügend fossile Energievorkommen und kann sich nicht mit energetischen Erfordernissen rausreden.

3. Der Iran ist als Erdbebenregion besonders ungeeignet für atomenergetische Großexperimente.

4. Es wäre sinnvoll, wenn Teheran und dem iranischen Volk vorgerechnet würde, was die feindselige und atomare Politik den Iran nicht nur an Vertrauen, sondern auch an Wohlstand gekostet hat. ohne dass sich dadurch die Sicherheit des Landes verbessern konnte, sondern im Gegenteil den Iran zum Karthago der Kriegstreiber machte.

Im April 2012 forderte ich alle Bundestagsparteien mit direkten Anschreiben auf, dass sich Deutschland mit Angeboten zu Gas-Kraftwerken, Solar-, Windtechnik usw. in die Atomverhandlungen einbringen solle. - In diese Richtung muss es auch jetzt gehen.

Teherans Drohung, die Uran-Anreicherung wieder hochzufahren, entspricht zwar der Logik des Abkommens und dessen Bruchs, steht jedoch für das anti-intellektuelle Niveau bloßer Retourkutsche und Prahlerei mit der Macht zu fortgesetzter Dummheit, denn keines der obigen vier Argumente wird dadurch entkräftet.

Die Friedensbewegung täte gut daran, sich in diesem Streit nicht auf irgendeine der streitbeteiligten Seiten zu stellen, denn ausnahmslos alle Seiten sind auf dem falschen Trip: Teheran, Washington, Tel Aviv, Moskau, Peking, Paris, London, Berlin usw.

Die Forderungen müssen lauten:
- Hände weg vom Iran!
- Und an Teheran: Hände weg vom Atomprogramm!
- Streitet Euch vor dem Internationalen Gerichtshof, denn dort gehört hin, was Ihr an Streit nicht beizulegen wisst.

Wie sähe konstruktive Friedenspolitik aus?
a) Berlin soll Teheran Alternativen zur "friedlichen Atomenergie" anbieten.
b) Wenn Teheran einwilligt, soll Berlin Teheran zusichern, an keinerlei kriegerischer Handlung gegen den Iran teilzunehmen und auch in der Nato erforderlichenfalls Veto einzulegen.

(Post an Otmar Steinbicker)


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#7

Zwölf US-Forderungen an den Iran

in Friedensforschung.de 17.08.2018 11:35
von Markus Rabanus • 1.063 Beiträge

Nachtrag Mai 2018

Zwölf US-Forderungen an den Iran:
Der Iran muss seine frühere Nuklearwaffenforschung umfassend darlegen.
Der Iran muss die Urananreicherung stoppen und auf die Wiederaufarbeitung von Plutonium verzichten.
Der Iran muss der Internationalen Atomenergiebehörde „uneingeschränkten Zugang“ zu allen Standorten im Land gewähren.
Der Iran muss aufhören, militanten Gruppen Raketen zur Verfügung zu stellen und die Entwicklung atomwaffenfähiger Raketen beenden.
Der Iran muss alle US-amerikanischen und alliierten Häftlinge freilassen.
Der Iran muss aufhören, militante Gruppen zu unterstützen, einschließlich Hisbollah, Hamas und Palästinensischer Islamischer Dschihad.
Der Iran muss die irakische Souveränität respektieren und die Demobilisierung der von ihm unterstützten schiitischen Milizen erlauben.
Der Iran muss aufhören, Waffen an die Huthis zu liefern und sich für eine friedliche Regelung im Jemen einsetzen.
Der Iran muss alle ihm unterstellten Truppen aus Syrien abziehen.
Der Iran muss die Unterstützung für die Taliban beenden und aufhören, Al-Qaida-Kämpfer aufzunehmen.
Der Iran muss die Unterstützung seiner paramilitärischen Quds-Armee für militante Gruppen beenden.
Der Iran muss aufhören damit zu drohen, Israel zerstören zu wollen und internationale Schiffe zu bedrohen. Zudem muss das Land Cyberattacken beenden und Verbündete davon abhalten, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate mit Raketen zu beschießen.


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#8

RE: Iran-Konflikt

in Friedensforschung.de 19.08.2018 16:44
von Markus Rabanus • 1.063 Beiträge

Mossadegh wurde am 19. August 1953 durch Nachrichtendienste der USA und Großbritanniens militärisch gestürzt (Operation Ajax).
>> https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Ajax
Das ist kein bloßes "Narrativ". Solche Geschichte hat bis heute Wirkungen.

@L.S., zum bloßen "Narrativ" wird Geschichte, wenn sie Geschichte verdreht.
Das kann auch nicht Sinn von Hinweis/Nachweis größerer Komplexität von Geschichtsschreibung sein.
Aber als Zweck kommt es vor. Und das ist widerlich, denn die CIA-Aktionen sind bewiesen.

+++++++++++

@Nikolaus W., wenn Sie von "Ihre Gleichgesinnten" reden, dann ist Ihnen sicherlich bewusst, dass es "den Deutschen" ebenfalls nicht undifferenziert gibt, wie auch Unterschiede zwischen US-Präsidenten.
Aber es gibt in der Politik ggü. Persien/Iran Kontinuitäten, die wie in vielen arabischen Staaten als westliche Bevormundung aufgefasst werden.
Dem muss westliche Politik Rechnung tragen. Und wird der Bevormundungseindruck bestärkt, so werden sich die Beziehungen nicht zivilisieren lassen.


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zuletzt bearbeitet 19.08.2018 16:44 | nach oben springen



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