#1

Antisemitismus-Vorwürfe

in Antifaschismus.de 01.05.2018 15:53
von Markus Rabanus • 1.001 Beiträge

@Andreas, wenn dir jemand fälschlich einen Mord unterstellt, würdest du dann "Ja!!!!" rufen?
Falls nicht, dann kann es nicht schlüssig sein, "Ja!!!" zu rufen, wenn einer Gesinnung falsch verdächtigt wird, die für millionenfachen Judenmord steht.

@Lothar, solange es Israelkritiker gibt, die Antisemiten sind,
solange es Deutsche gibt, die den Juden die Shoa nicht verzeihen,
solange kann im Umgang mit etwaigem Falschverdacht ohne Klarstellung weder gespaßt noch aufgeklärt werden.

@Andreas, ein zickiges "Ja!!!!" ist bestenfalls zickig, schlimmerenfalls Bekenntnis. Nun nicht sauer sein, denn Rat ist kein Diktat.


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#2

zu Abbas Entschuldigung

in Antifaschismus.de 05.05.2018 02:40
von Markus Rabanus • 1.001 Beiträge

Antisemitische Vorurteile werden nicht davon beseitigt, dass man sich ihrer bedient und sich dann für sie entschuldigt, ohne deren Absurdität zu bekennen.
Und nun? In solchen Fällen anerkennen, dass er sich entschuldigt, aber Entschuldigung annehmen - muss niemand, denn dafür reicht es nicht.


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#3

Karikatur-Kritik

in Antifaschismus.de 18.05.2018 03:01
von Markus Rabanus • 1.001 Beiträge

Liebe @Joy Aselmann, ich hätte die Karikatur nicht ins Blatt genommen. Weil sie mir einfach nicht gut genug gefällt, so sehr mir Netanjahu missfällt.
Aber je mehr ich jemandem feindlich mit meinen Ansichten scheine, desto mehr kommt es darauf an, dem Feind - wenn schon nicht argumentativ, dann wenigstens menschlich sympathisch zu sein zu können, denn erfahrungsgemäß werden mir Gemeinheiten eher von Freunde als von Feinden verziehen.

Das machen aber viele Leute falsch. Ich seltener, weil drauf bedacht. In der Politik wird es von vielen permanent falsch gemacht, um der eigenen Horde zu imponieren.

Die Karikatur missfällt mir, aber antisemitisch ist sie mir nicht, auch wenn ich oft und schnell solchen Verdacht habe und es nicht ausschließen kann, aber bis zum Erweis hat das InDubioProReo-Prinzip heilig zu sein. Mit aller Konsequenz, was den Umgang anbelangt.

Ich halte es für Verirrung, wie die genannten Experten argumentieren - und nicht mehr unterscheiden zwischen Verdächtigung und Interpretation/Urteil.

Antisemitismus ist auch mein Thema. Genau deshalb lasse ich mich fürchterlich gerne belehren, denn nichts ist langweiliger als eine Geisteswelt ohne aufregende Thesen, aber dennoch erlernt sich dadurch auch, dass Fakultäten, Experten zu Selbstüberschätzung neigen, zur Extremen und Sonderlichkeit, um der eigenen Daseinsberechtigung Betonung zu geben.

So auch in diesem Fall:

Da wird der Davidstern als Problem gesehen. Ja, der Davidstern ist ein Problem - und erst recht ein Problem in deutscher Karikatur, sobald sie Negatives zu Juden oder Israel aussagt.

Und der Grund ist doch klar, weil hierzulande mit Shoa gipfelte, was an Judenhass und Judenverfolgung so lange Geschichte hatte und trotz Auschwitz heute sogar globalisiertes Problem ist.

Gleichwohl ist Netanjahu zu beanstanden, denn ich halte ihn immerhin für einen völkerechtsbrecherischen Nationalisten, israelischen Rechtsextremisten, den es zu stoppen gilt, ehe für den gesollten Palästinenerstaat nichts mehr gibt.

Wie also die Beanstandung in eine Karikatur umsetzen? Der Ministerpräsident Israels ohne Davidstern in der Karikatur?
Der Davidstern gehört immerhin zu Israel wie Hammer&Sichel zur Sowjetunion gehörte und der Bundesadler zu Deutschland.

Also darf das sein. Muss es sogar. Theoretisch. - Und es löst bei mir immer Unbehagen aus, auch in ausländischen Karikaturen - aus besagten Gründen.

Und dieses Unbehagen dürfte allen Gewissenhaften und erst recht Juden gemeinsam sein, allenfalls harmloser wahrgenommen, wenn aus israelischer oder jüdischer Quelle.

Die Konsequenz daraus könnte für Deutschland durchaus sein, kritische, negative Karikaturen mit Bezug auf Juden und Israel gänzlich zu verbieten. Als Schere im Kopf gibt es das schon, in Verlagsstatuten, in Köpfen von Karikaturisten und Autoren.

Die Schere im Kopf - teils ist man stolz darauf - und gar nicht in Gänze verkehrt, denn die Dimension der deutschen Verbrechen an Juden gibt es her, besondere Rücksichtnahmen einzufordern.

Aber mehr als den moralischen Appell lehne ich ab, denn für gesetzliche Standards muss das Gleichheitsprinzip gewahrt bleiben. Keine Diskriminierung, keine Privilegierung.

So ist ja auch bislang die Rechtslage. Und das berechtigte Unbehagen bleibt. Dadurch womöglich die Versuchung, aus Fällen wie dieser Karikatur einen Kriminalfall zu machen oder zumindest den öffentlichen Pranger mit Rufmordfolge.

Nun, ich bin kein Karikaturist, kann mir aber vorstellen, dass wenn ich einer wäre, dann eben auch Netanjahu meinen Pranger zu veranstalten, denn ich nehme mir dieses Recht in Debatten oft genug heraus und kann schon deshalb nicht anderen Ausdrucksformern (Musikern usw.) Verzicht anmahnen.

Deshalb befürworte ich gute Karikaturen gegen seine Politik, auch mit Davidstern   , aber es bleibt ein schwieriges Unterfangen.


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#4

Antisemitismus

in Antifaschismus.de 13.07.2018 06:07
von Markus Rabanus • 1.001 Beiträge

Obgleich eines meiner Lebensthemen, bezweifle ich noch immer, dass dem Antisemitismus speziell beizukommen ist, denn Aufklärung reicht oft nicht, weil sich Boshaftigkeit nicht um Wissen schert und Sündenböcke zur Selbstrechtfertigung braucht.


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#5

RE: Antisemitismus

in Antifaschismus.de 13.07.2018 06:10
von Markus Rabanus • 1.001 Beiträge

Auf Jesus.de wird Dagmar Pruin / Geschäftsführerin Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste zitiert: "Wachsender Antisemitismus ist nicht nur eine Frage der Einwanderungsgesellschaft, sondern auch eine Frage der deutschen Mehrheitsgesellschaft."

Gut gemeint, doch ich empfinde anders:
a) Antisemitismus ist keine "Frage", sondern Problem.
b) Und "Sühnezeichen" ist anderes als "Friedensdienste", denn Sühne ist nicht, die Araber und Muslime für die Shoa in die Verantwortung zu nehmen, wie es durch Gleichsetzung des europäischen und arabischen Antisemitismus häufig geschieht.
c) Dem arabischen Antisemitismus lässt sich nur beikommen, indem man "Friedensdienste" zwischen Juden und Arabern im Nahostkonflikt leistet, denn die Missachtung hat Gegenseitigkeit und geht mit Netanjahu und Trump stärker zulasten der Muslime.


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