#16

RE: Mietenpolitik & Sanierungsgebiet

in Sonstiges 13.10.2019 00:46
von Markus Rabanus • 7.342 Beiträge

Ihre Zweifel sind angebracht, aber vor Berliner Amtsrichtern ist alles möglich - und zumindest "undichte" Altbaufenster führen immer wieder zu Prozessen.


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#17

RE: Mietenpolitik & Sanierungsgebiet

in Sonstiges 13.10.2019 00:47
von Markus Rabanus • 7.342 Beiträge

Ein Mietwagen lässt sich leichter wechseln als ein Zuhause.

Bei Wohnungsmangel wird den Mietern mitunter arg viel zugemutet, wenn sie sich nicht juristisch wehren.

Oft auch umgekehrt, dass Mieter ihre Möglichkeiten in bestehenden Mietverhältnissen trotz günstiger Miete missbrauchen, weil schwer kündbar.

Wie immer: Es gibt solche und solche.


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#18

RE: Mietenpolitik & Sanierungsgebiet

in Sonstiges 13.10.2019 00:47
von Markus Rabanus • 7.342 Beiträge

In Berlin gibt es so viele Industriebrachen, die längst "bedarfsgerecht" bebaut wären, wenn die Stadt nicht endlos der Bodenspekulation zuschauen würde.
Es braucht viel öfter "Baugebote", wie es das Baugesetzbuch auch gestattet, aber offenbar keine Anwendung findet.

Das läuft in vielen Städten falsch. Nicht nur in "rot-grünen".

Hingegen müssten wir mit der Baulandausweisung acht geben, dass wir nicht mehr und mehr zersiedeln, sondern dafür Sorge tragen, dass nicht immer mehr Orte ihre Bewohner an die Metropolen verlieren. - Schwierig.


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#19

RE: Mietenpolitik & Sanierungsgebiet

in Sonstiges 18.11.2019 14:03
von Markus Rabanus • 7.342 Beiträge

Wenn bloß "Freiwilligkeit", dann gab es solche Möglichkeiten schon immer und wurden auch schon immer genutzt.

In Regionen mit krasser Wohnungsnot braucht es mehr als "Freiwilligkeit", also "Zumutbarkeit", denn viele lassen sich sogar auch dann nicht bewegen, wenn es für sie besser wäre.

Grund ist oft die Angst, sich überhaupt verändern zu sollen. Dann nutzen auch Angebote nichts, sämtliche Kosten und den Aufwand zu übernehmen.

Sogar auch Kostendruck nutzt nichts, weil die Ämter mit Verwitweten und Schwervermittelbaren sehr großzügig umgehen, weit über die Anspruchsgrenzen hinaus bezahlen, um Obdachlosigkeit zu vermeiden.

Bietet man Wohngeldberechtigten eine frei gewordene, kleinere, günstigere Wohnung an, so kürzen die Ämter sofort die Wohngeldzahlungen auf den niedrigeren Betrag auch dann, wenn der Wohngeldberechtigte gar nicht umzieht.
Dann solle der Vermieter klagen, lassen einen die Ämter wissen.

Der Klage- und Räumungsweg kann sich (in Berlin) über Jahre hinziehen.
Über den Mietausfall hinaus entstehen vermieterseitig auch noch vierstellige Gerichtskosten, denn Wohngeld-Berechtigte können bei ihren verlorenen Zivilprozessen nicht für die Kosten haften - und wissen das, zögern durch Prozesse den Wohnungswechsel hinaus.

Vollkommen logisch, dass man sich als Vermieter auf solchen Aufwand nicht einlässt, wenn sie sogar auch für die Konflikte aufkommen sollen, die eigentlich zwischen Wohngeldamt und Wohngeldberechtigten auszutragen wären.

Wenn man (wie ich) niedrigpreisig vermietet, leistet man sich keine vermeidbaren Rechtsstreitigkeiten, sondern mahnt allenfalls ab, wenn Wohngeldberechtigte die Wohnungsnot ausnutzen und zimmerweise zu Wucherpreisen "untervermieten", wie es ihnen das Mietrecht im Verhältnis zum Vermieter erlaubt.
Würde man gegen solche Mieter prozessieren,
- würde der Mieter dem Gericht versprechen, dass er es nie wieder tun werde - und dürfte in der Wohnung bleiben.
- Erfährt das Sozialamt davon, dann wird ihm wegen Sozialhilfebetrugs der Wohngeldanspruch zumindest zeitweise gestrichen - und den Schaden hätte der Vermieter, müsste erneut klagen usw.

Solche Prozesse gibt es in Berlin - und kaum jemand weiß davon.


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#20

RE: Mietenpolitik & Sanierungsgebiet

in Sonstiges 24.03.2020 13:04
von Markus Rabanus • 7.342 Beiträge

nicht gepostet

Als Berliner "Immobilienhai.de " (bin ich tatsächlich) mein Hinweis, dass Vermieter pandemisch bedingte Mietzahlungsausfälle nicht für Kündigungen nutzen dürfen.
Bleibt allerdings zutreffend am Titelpost, dass es kein Mietverzicht, sondern bloß Stundung ist.

Diesbezüglich sehe auch ich Nachbesserungsbedarf für die vielen Fälle, in denen Mieter pandemiebedingte Einkommensverluste nicht aufholen können.
Und es kann dazu führen, dass Vermieter unliebsame Mieter in Konkurs treiben.
Viele Vermieter werden allerdings glücklich sein, vor allem im Bereich der Gewerbevermietung, wenn die Mieter wirtschaftlich überleben.

./

Gesetzliche Regelungen, die Vermieterinteressen unberücksichtigt lassen, wären falsch, denn wer sozial wirtschaftet, rechnet knapper und sollte nicht aus dem Markt gedrängt werden, indem er mit Gierigen über einen Kamm geschoren wird, wie es mit der Mietpreisbremse und in Berlin mit Sanierungsgebietsabgaben und Mietendeckel geschieht.

Soziale Politik fördert soziales Wirtschaften durch allseitige Interessenberücksichtigung mit genügenden Hilfen für die Schwächsten, die nicht beitragen können zum Wirtschaften.

Soziales Vermieten ist "Mischwirtschaften":
- Höherpreisige Vermietung an Besserverdienende,
- niederpreisige Vermietung an Schlechterverdienende,
-.Kostenloses Wohnen für Bedürftige.

Das kann bspw. im Wege progressiver Umsatzbesteuerung pro Quadratmeter geschehen, aus dem dann Sozialer Wohnungsbau betrieben wird.
Oder durch behördliche Wohnraumbewirtschaftung, indem Quoten für die Vermietung an Schlechterverdienende vorschriftlich werden.

Nur muss es halt so sein, dass sich Vermietung in Summe politischer Maßnahmen noch hinreichend lohnt, dass sie überhaupt noch zur Bedarfsdeckung beitragen mag,
es sei denn, dass der Politik gelänge, z.B. das Genossenschaftswesen hinreichend zu stärken und effizienter zu machen.

Denn ich kenne mich aus mit den Preisen und weiß eben auch, dass nicht nur meine Mieten viel sozialer sind als diejenigen von Genossenschaften oder kommunalen Vermietern,
weil Private mit eigenem Geld bzw. Krediten deutlich "schärfer rechnen" als diejenigen, die bis vor wenigen Jahren massenweise kommunale Wohnungsbestände in viel zu großen Paketen an deshalb große Börsenplayer verscherbelten.
Ich bat vergebens, die "Pakete" kleiner zu schnüren, denn dann wäre viel mehr "Nachfrage" gewesen und für Berlin höhere Erlöse, wenn man denn unbedingt verkaufen "musste".

Und nun wird mit Rückkäufen geprahlt, die vollends überteuert sind, als seien die Mieterinteressen nicht durch Mietpreisregelungen zu schützen - und anstatt in Handwerk und Neubau zu investieren.
Die Linke jubelt, die Börsianer reiben sich die Hände. - Dümmer geht nimmer.

Soziales Wirtschaften wird immer Wirtschaften bleiben. Je weniger das von Sozialaktivsten begriffen, desto weniger kann gelingen.


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#21

RE: Mietenpolitik & Sanierungsgebiet

in Sonstiges 26.03.2020 10:11
von Markus Rabanus • 7.342 Beiträge

unfertig

Und die allgemeinere Forderung, dass es für alle Subventionen auch in Normalzeiten gelte, stelle ich als Berliner Vermieter, denn mich stört es bspw. sehr, dass ich mit "Sanierungsgebietsabgaben" in sechsstelliger Höhe in Berlins Sanierungsgebieten die Häuser von dreifach gierigeren Vermietern finanzierte.

Dadurch wurden mir drei Häuser für mindestens 5 Jahre unwirtschaftlich, so dass sie verkauft werden mussten, denn mein Konzept der Umlagefinanzierung zwischen verschiedenen Immobilien ist auf deren Gegenseitigkeit angewiesen und erträgt es aus Gründen sozialer Mieten nicht, dass wir die Modernisierung von Nachbarschaften finanzieren, die wir schon vor den Sanierungsgebietsbeschlüssen mit knapper Kalkulation und gemeinsam mit den Mietern stemmten.

Soziale Politik, so auch die Mietenpolitik, die Soziales Wirtschaften mit Gierigem Wirtschaften gleichbehandelt, wie durch Mietendeckel geschehen, ist nicht sozial, sondern bekloppt, wenn sie Soziales Wirtschaften aus dem Markt drängt.

Es sind keine politischen "Versehen", denn in monatelangen Verhandlungen mit den Behörden und der Politik dargelegt, wie Soziales Vermieten funktioniert, aber - und dass die in Sanierungsgebietsumlagen veranschlagte "Wertsteigerung" einer Immobilie auf die Immobilien nur dann


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#22

RE: Mietenpolitik & Sanierungsgebiet

in Sonstiges 26.03.2020 23:41
von Markus Rabanus • 7.342 Beiträge

Liebe SPD, wer war denn dagegen im Kabinett oder im Bundesrat?
Ich bin (Berliner) Vermieter und werde ganz sicher niemanden kündigen, wenn Mieteneinbehalt keine bloße Schikane ist.
Aber so gänzlich "unbürokratisch" kann ich nicht sein, denn ein bisschen Bezahlung braucht es, sonst gehen mir die Handwerker und das Klopapier aus ;-)


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#23

RE: Mietenpolitik & Sanierungsgebiet

in Sonstiges 03.05.2020 16:53
von Markus Rabanus • 7.342 Beiträge

Naja, solange das Vermieten umsatzsteuerfrei ist und man es in Mischkalkulation mit genügend vertragstreuen Mietern wegstecken kann, ist mir allerlei erträglich.
Bitter kann es allerdings für Vermieter sein, die weniger Glück mit ihren Mietern haben.

Ärgerlich finde ich allerdings zweierlei,
a) dass man nachweislich böswillige Mietpreller nicht wegen Unterschlagung strafanzeigen kann,
b) dass der Staat Vermieter auf den Kosten des Kündigungsrechts böswilliger Mietpreller sitzen lässt.


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zuletzt bearbeitet 03.05.2020 16:59 | nach oben springen

#24

RE: Mietenpolitik & Sanierungsgebiet

in Sonstiges 25.06.2020 16:12
von Markus Rabanus • 7.342 Beiträge

Matthias B., wenn München so billig wie Görlitz wär', gäbe es nicht bloß kein Görlitz mehr.

Und München käme mit dem Bauen nicht hinterher,
obendrein auch Bauarbeiter ein bisschen bezahlt werden möchten.

Alles recht schwierig, denn die im Juni 1971 vom VIII. Parteitag der SED verkündete "Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik" hielt das Versprechen nicht.

Irgendwat fehlte, sodass viele das Arbeiten für andere lieber den anderen überließen und den eigenen Schweiß zu sehr in Schwarzarbeit und Schieberei investierten. - Staatsbankrott, Ende der Fahnenstange.


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zuletzt bearbeitet 25.06.2020 16:35 | nach oben springen

#25

RE: Mietenpolitik & Sanierungsgebiet

in Sonstiges 25.06.2020 16:35
von Markus Rabanus • 7.342 Beiträge

Und nicht missverstehen, denn ich bin für Marktregulierung und Wucherbestrafung, aber halte wenig davon, wenn wir die Anziehungskraft von Wachstumsmetropolen noch verstärken, während uns andere Regionen abkacken und die Abrissbirne teuren Wohnungsbau vernichtet.

Das geht alles rein in die Preisentwicklung von Wachstumsmetropolen, wenn Neubau erforderlich wird, weil anderswo die Abrissbirne wütet.


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#26

RE: Mietenpolitik & Sanierungsgebiet

in Sonstiges 25.06.2020 18:28
von Markus Rabanus • 7.342 Beiträge

Matthias B, und in Westberlin gab es eine Mietpreisbindung, bekannt als "Schwarzer Kreis", für dessen Beihaltung ich als einer der wenigen Vermieter demonstrierte. Allerdings hatte auch die damalige Mietpreisbindung Nachteile, weil dann Mieter mit "Abstandsforderungen" für gegen die Nachmieter wucherten.

Ganz ähnlich mit Reform zur Untervermietung, dass Mieter auf vermieterseitige Genehmigung bestehen dürfen, dann entweder total überteuert untervermieten oder gänzlich ausziehen und wiederum den Untermieter, der nun gesetzlich in den Hauptmietvertrag nachrücken kann, mit "Abständen" ausnimmt, der könne es sich ja dann vom nächsten Nachmieter rückholen, ...

Sowat ist uns mehrfach passiert. 100-qm-Vierzimmerwohnung mit Ofenheizung in Berlin-Mitte für unter 200 Euro Nettomiete. Der Mieter blieb drin, als seine Frau ihn verließ, obgleich ich ihm eine kleinere, ebenfalls preisgünstige Modernisiertwohnung anbot. Und er untervermietete einzelne Zimmer für 300 bis 400 Euro. Gewährleistungs- und steuerfrei - "versteht sich".

Nach Jahren erwischt, weil er sich mit einem Untermieter zerstritt, der sich mir gegenüber stets als "Besucher" ausgegeben hatte, kam die Sache vor Gericht. Das Amtsgericht Mitte befand, es habe dem Vermieter zu genügen, dass der Mieter verspreche, es künftig nicht mehr zu tun.
Alsbald verabschiedete der Senat die Erlaubnis für Mieter, sich mit Feriengästen Zubrot zu verdienen. - Seither sind Feriengäste drin, was Vermietern mit Ausnahme selbstgenutzter Wohnung aus guten Gründen verboten ist.

Jedenfalls wohnt weiterhin der "Falsche" in einer Vierzimmerwohnung, die für Familien dringend gebraucht würde und erschwinglich wäre.
Und dieser Strolch darf sich freuen über den in Berlin nun jahrelangen "MietpreisStopp", wird schön drin bleiben und immer wieder die Mietzahlungen vom "JobCenter" erledigen lassen, weil die Ämter interessiert die Wohnungsgröße nicht, wenn die Miete "stimmt".

Wer nun glaubt, dass seien "Ausnahmen", der kennt nur wenig Leute in Berlin. Es ist seltener als das vernünftige Mietverhältnis, aber irre, dass man es zulässt.

All das kommuniziere ich mit sozialpolitisch flaggenden Politikern, aber die Wählerstimmen sind ihnen wichtiger und dafür wird auf Populismus gesetzt, wonach es das alles "nicht wichtig" sei, wenn ein Vermieter für eine Räumungsverfahren gegen einen kriminellen und ständig in Haft sitzenden Mietpreller anderthalb Jahre Justiz braucht und auf den Kosten nicht nur des Mietausfalls, sondern auch des Verfahrens sitzen bleibt.

Ich kann gut wirtschaften, habe keine Leidenschaften über Völkerrechtliches, Soziales und Garten hinaus, aber solche Schäden treffen meine Mieter - und mich im Tun, denn "die Lust vergeht", wenn die Politik Soziales will, aber keinen Verstand für Soziales Wirtschaften bemüht. Dann sind meinesgleichen - und viele erhöhen ihren Mietern die Mieten nur ungern - eben weg vom Markt.


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zuletzt bearbeitet 25.06.2020 18:37 | nach oben springen

#27

RE: Mietenpolitik & Sanierungsgebiet

in Sonstiges 18.08.2020 15:45
von Markus Rabanus • 7.342 Beiträge

die Airbnb-Regelung ist abwegig und führt nur dazu, dass große Wohnungen für Familien fehlen. - Überdies irre viel Missbrauch:

Ich verkaufte eines meines Häuser in Berlin-Mitte (Zehdenicker Straße) mit sämtlich Vier-Zimmer-Wohnungen, die ich bei den Altmieten des Kaufs vom Beginn der Neunziger beließ. Also keine 200 € netto für mehr als 100 qm.

Pro Zimmer wurde von Mietern für mehr als 300 Euro "untervermietet". - Es kam durch Streit zwischen Mietern und Untermietern heraus. Bis dahin hatte man mich beschwindelt, es seien "Besucher" - und "verständlicherweise" auch meine Bitten abgelehnt, in Wohnungstausch mit Familien einzuwilligen.

Der neue Eigentümer ist "anders" als ich.

Ich diskutiere viel mit Politikern, welche Mietrechtsreformen sozialwirtschaftlich sinnvoll wären, aber jedes Interesse oberflächlich und vorgeschoben, ganz gleich, welche Partei.


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#28

RE: Mietenpolitik & Sanierungsgebiet

in Sonstiges 18.08.2020 18:37
von Markus Rabanus • 7.342 Beiträge

Berlin hat jahrzehntelang (egal, von wem regiert) riesige Wohnungsbestände in viel zu großen Paketen und folglich viel zu billig an Heuschrecken verscherbelt, weil einfach mal scharf auf "Großes".

Ein Beispiel: In den Neunzigern bat ich den Bezirk Berlin-Mitte, ein riesiges, landeseigenes Grundstück in 500-qm-Grundstücke zu teilen und an Investoren zu verkaufen, die dort Sechsgeschosser mit je 18 Wohnungen bauen.

"Nein, Hr. Rabanus, wir haben dort Großes vor." - "Was denn?" - "Darüber reden wir aus Datenschutzgründen nicht."

Knappe zwei Jahre später wurde ein Bauschild aufgestellt. Das gesamte Grundstück werde einförmig blockbebaut. Viele Jahre passierte nichts. Das Bauschild inzwischen abgefault.

Jahrzehnte später ging es dann los. Einförmig, alles Eigentumswohnungen, irre teuer - und in einer Höhe, die man mir für meinen Dachgeschossausbau nicht erlaubte, "weil Straße zu eng für Feuerwehr".

So läuft das in Berlin - zu oft - serienweise.

Desgleichen verwerflich die "Rückkäufe", denn begünstigt werden nicht etwa tatsächlich Arme, sondern "Klientel", wenn Draht zu Ämtern.
Darum werden Auskünfte immer verschwiegen, wenn ich wissen will,
1. um welche Miethöhen man sich denn sorge, wenn Häuser bereits vollständig saniert und modernisiert sind.
2. Um welche Mieter man sich denn auf so besondere Weise sorge.
3. Wie hoch der Kaufpreis pro Quadratmeter war.

Immerzu wird "Datenschutz" vorgeschoben, als gehe es nicht um öffentliche Vermögen - und öffnet das Tor zum Missbrauch.


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#29

RE: Mietenpolitik & Sanierungsgebiet

in Sonstiges 18.08.2020 18:38
von Markus Rabanus • 7.342 Beiträge

dfds


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#30

RE: Mietenpolitik & Sanierungsgebiet

in Sonstiges 18.08.2020 18:38
von Markus Rabanus • 7.342 Beiträge

Anderes Beispiel für Berliner Kungelei:

Ich bot für eine ehemalige und landeseigene Poliklinik, die teils seit mehr als 30 Jahren und seit Jahren komplett leer stand, für damalige Verhältnisse viel Geld, um daraus ein "Senioren-Wohngemeinschaftshaus" zu basteln.

Preisgünstige Wohnraum-Versorgung für Senioren hat höchsten Stellenwert gegen deren freche Ausbeutung, oft sogar noch die Angehörigen gleich mit.

- Ich bot einen damals hohen Kaufpreis an.

- Ich bot an, das Grundstück auf Basis eines städtischen Wertgutachtens zu kaufen.

- Ich bot an, es mit eigenem, hohen Mindestgebot über eine Versteigerung zu kaufen, denn ich war sicher, mir auch den Höchstpreis leisten zu können, weil ich gut bauen, gut wirtschaften kann - und das Haus kaum 50 Schritte von meinem Unternehmenssitz entfernt ist.

Ich bot vertragliche Regelungen an,
a) Umwandlungssperre,
b) Spekulationssperre,
c) dass ich pro Senioren-Zimmer weniger als 300 € alles inklusive verlange - und Preissteigerung nur zwecks Inflationsausgleichs.

Ich hätte die ca. 40 Einheiten locker mit Senioren aus dem eigenen Hausbestand versorgen können.

Man lehnte ab, es solle an eine städtische Wohnungsbaugesellschaft im Rahmen des Programms "Bündnis für bezahlbares Wohnen" gehen.

Das war vollkommen schwachsinnig,
1. denn das Gebäude wäre mit dann max. 10 Wohnungen für eine städtische Verwaltung überhaupt nicht wirtschaftlich,
2. der Umbau zu Wohnungen wäre viel teurer als der Umbau zu meinen 40 Senioreneinheiten, denn dafür optimal mit breitem Flur, der zwei Treppenhäuser verbindet usw.
3. ich bot Häusertausch an, denn das Seniorending ist mir politisch interessanter als normale Mietshäuser, die mir längst eher langweilig sind.

./.

Irgendwann während Wowereit kam ein m.E. falsch strukturiertes Studentenwohnprogramm: "5.000 Plätze, wenn der Bund mitfinanziert", was der Bund aber nirgends und nie tut.

Ich bot der Stadt sofort an, dass ich für das oben genannte Haus zu gleichen Konditionen für einige Jahre Studenten unterbringe, danach aber wieder Seniorenkonzept.

Auch das wurde abgelehnt, obgleich das Programm ausdrücklich "private Investoren" einbeziehen sollte - und wer könnte da besser sein als ich Steuern zahlender und sozial-braver Pankower.

Dafür trat ich Beweis an, aber nichts ist auch "Linken" unwillkommener als sozialwirtschaftlich verantwortungsbewusste Unternehmer.

./.

Dann das Jahr 2015, als ich von den unverschämten Preisen hörte, die für Flüchtlingsunterbringung gezahlt wurden.

Ich bot erneut den Kauf des nun schon wieder mehrere Jahre leerstehenden Gebäudes an, um wieder für einige Jahre günstigste Flüchtlingsunterbringung zu garantieren.

Tja, da war es "weg". Man entschuldigte sich, denn man habe mein Angebot vergessen, aber freue sich, wenn ich "weiterhin an der Zusammenarbeit mit unserem Unternehmen interessiert" bliebe.

"Unser Unternehmen"???? Quatsch, die städtische Immobilienverwaltung ist eine Institution, aber kein "Unternehmen" und hat mehr als 10 Jahre in diesem Fall total versagt.

Der Preis war nicht zu erfahren. Sogar den Eigentümer versuchte man, mir zu verschweigen.

Nun ist es wieder 5 Jahre her. Das Gebäude steht noch immer leer.

./.

Soziales Wohnungswirtschaften ist viel interessanter als bloßes Gewinnoptimieren.

Naja, inzwischen mag ich nicht mehr, denn um ein Immobilien-Projekt schuldenfrei zu machen, damit Nachfolger es leichter haben, in gleicher Weise sozial zu wirtschaften, braucht es 20 bis 30 Jahre.

Und die fehlen jetzt - Dank des politischen Versagens.


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