#1

Reden mit Rechtsextremisten

in Antifaschismus.de 21.07.2018 04:40
von Markus Rabanus • 1.063 Beiträge

Zu reden mit Rechtsextremisten macht Sinn, aber mit Möchtegern-Zschäpes muss man zuvörderst nicht über Politik reden, sondern darüber, dass es nicht abhilft, dem persönlichen Drama ein politisches Format zu geben.
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Wer sagt, man könne mit denen nicht reden, sagt, man könne mit Menschen nicht reden.
Wäre gesagt, "ich weiß nichts zu reden", wäre wenigstens Wahres gesagt, aber schade,
wenn jemand nicht weiß, was zu sagen wäre. - Es lohnt ohnehin, mit dem Denken zu beginnen.
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Die Einzigen, die sich schwerer beeindrucken lassen, sind diejenigen, denen Böses Karriere ermöglicht, denn beim Geschäft setzt auch vielen "Normalen" der Anstand aus.
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zuletzt bearbeitet 21.07.2018 04:51 | nach oben springen

#2

RE: Reden mit Rechtsextremisten

in Antifaschismus.de 10.08.2018 02:36
von Markus Rabanus • 1.063 Beiträge

Wenn unser Monti an die "vollkommene Welt im Jenseits" glaubt, mag plausibel sein, dass ihn nicht schert, wenn die Erde zur Müllkippe verkommt und er Umweltschutz für eine "neue Religion" hält.
Aber schade, dass ich ihn nicht in die Slums von Kalkutta verbannen kann, denn solche Leut', die sich über den Dreck auch noch amüsieren, müssten die ersten sein, die darin rumkrabbeln.
Nun bin ich allerdings ein Möchtegern-Gutmensch und werde nicht dafür plädieren, dass ihm geschehe, was er verdient.


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#3

RE: Reden mit Rechtsextremisten

in Antifaschismus.de 26.08.2018 16:03
von Markus Rabanus • 1.063 Beiträge

Aus Perspektive der "Initiative-Dialog", die mehr als 10 Jahre in diversen Formaten den Dialog mit Extremisten führte:

Alles Erdenkliche gehört zur (objektiven) Pluralität, während der Pluralismus eine Einsicht ist, ein Gesellschaftsvertrag, der weltanschauliche Rivalitäten einer Ordnung verpflichtet, die Freiheit und Frieden gewährleistet.

Der Dialog ist mit allen zu führen, auch mit denen, die mit dem Pluralismus brechen, zumal kein Extremismus vom Himmel fällt, sondern aus den Verhältnissen kommt, der Welt, auch unserer Gesellschaft, wenn bspw. ein Scheitern an multikulturellen Problemen beschworen wird - anstatt für ein Gelingen zu sorgen.


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#4

RE: Reden mit Rechtsextremisten

in Antifaschismus.de 29.08.2018 23:08
von Markus Rabanus • 1.063 Beiträge

@Anita W., ich hatte sein Posting glatt übersehen und kenne zwar Eddie Murphy, aber keenen "Eddy Beau". - Und vielleicht kennt auch er sich schlecht, denn wie er wirklich ist, würde ihm womöglich erst klar, wenn in ähnlicher Situation wie oben im Video, ob er dann helfen oder mit "Selbstschuld"-Floskeln beim Ertrinken zuschauen würde.
Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass viele solcher Möchtegern-Schlechtmenschen nicht genug überlegen, was sie reden - und reden würden, wenn sie sich in misslicher Situation befänden, denn dann sogar absolut sicher das Gegenteil.


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#5

RE: Reden mit Rechtsextremisten

in Antifaschismus.de 29.08.2018 23:09
von Markus Rabanus • 1.063 Beiträge

Hallo Herr @Gauland, es ist auch in Sachsen nicht annähernd "normal, dass Menschen ausrasten", wenngleich es für Ihre Anhänger "typisch" ist, aber "typisch" und "normal" ist eben oft zweierlei.


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#6

RE: Reden mit Rechtsextremisten

in Antifaschismus.de 30.08.2018 00:47
von Markus Rabanus • 1.063 Beiträge

Naja, ich glaube Gauland nicht, was er spricht, denn seine demonstrative Ignoranz ist genau das, womit auch ein Trump seiner Klientel gefiel.
Aber täten wir uns leichter mit seinesgleichen, wenn sie "Konzepte" zu Rente, Bildung, Digitales usw. auf den Tisch legen würden?
Vermutlich nicht, denn a) ist die demokratische Parteienlandschaft oft allein schon aus machttaktischen Gründen zerstritten, b) würden die braunen Strolche jegliche Frage nach der Finanzierbarkeit mit "Einsparungen beim Asyltourismus" kontern.
Und das könnten/werden sie dann auch, weshalb es vor allem darauf ankommt, die Eingliederung von Flüchtlingen und Migranten in das Berufsleben zu beschleunigen und deutlich leichter kommunizieren zu können, um Rechtspopulisten den Wind aus den Segeln zu nehmen.


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#7

RE: Reden mit Rechtsextremisten

in Antifaschismus.de 30.08.2018 14:31
von Markus Rabanus • 1.063 Beiträge

@Anita W., allemal löblich, dass er sich zur Lebensrettung bekennt. Solches Bekenntnis real in Szene gesetzt, würde es vermutlich auch sein sonstiges Denken humanistisch lenken. Ihm fehlt es halt noch an Vorstellungsvermögen.

@Eddy B., du adressierst deine Unverschämtheiten zwar persönlich, aber sie sind es nicht, sondern abstrakt ideologisch, denn erfahrungsgemäß verhalten sich solche Strolche ganz anders, wenn ich sie in reale Geschehen einbaute und aus Frechdachsen Problemlöser machte.
Zum Leidwesen von Mensch und Welt gibt es deinesgleichen zu viele und meinesgleichen zu wenige - und auch ich mag mich nicht zu viel mit Verlotterten rumplagen. Dadurch bleibt mancher Strolch und auch manches Problem auf der Strecke.
Und wenn es ganz schlecht läuft, dann lassen sich die Strolche gegeneinander aufhetzen - anstatt gemeinsame Probleme gemeinsam zu lösen. Und dann landen sie in den Gruben, die sie einander graben. LG


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#8

RE: Reden mit Rechtsextremisten

in Antifaschismus.de 10.09.2018 03:13
von Markus Rabanus • 1.063 Beiträge

Naja, er hat so recht und trotzdem nicht, denn es ist falsch, für Unverständnis zu plädieren, denn Verständnis ist nicht gleichbedeutend mit Nachsicht, Duldung oder Rechtfertigung.
Verständnis ist Voraussetzung für jedes vernünftige Urteil, auch das simpelste.

Kurzum: Ich will verstehen, ich kann verstehen und verstehe sehr wohl, warum mir Rechtsextremisten die Scheiben einwarfen (lange her), aber genau deshalb kann ich sie richtiger verurteilen und oft sogar auch bessern.

Ich verstehe, was geht und nicht geht, dass der Dialog geeignete Umstände braucht und unmöglich ist, wenn die Strolche in der Masse ihresgleichen im Rausch des Hasses sind. So dass es nachzubessern gilt, wie wir "friedliches Demonstrieren" und "Volksverhetzung" definieren, durchsetzen, wie wir strafrechtlich umgehen mit Strolchen, die sich Fakenews zum Hobby machen, verbreiten und nicht haften, ohne uns verzetteln und überfordern zu dürfen, als seien die Knäste Patentrezept, folglich überfüllt und vieles zur "Bewährung" ausgesetzt, obgleich jegliche Reue fehlt.

Das Unrecht muss verstanden sein, um es anzugehen.


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#9

RE: Reden mit Rechtsextremisten

in Antifaschismus.de 13.09.2018 17:58
von Markus Rabanus • 1.063 Beiträge

Stimmt, @Joy, aber ich sehe in sowat immer einen "Hilferuf" ;-) - erfahrungsgemäß Ruf nach Liebe - und wenn es nicht klappt mit dem Lieben und Geliebtwerden, dann wollen'se halt wenigstens hassen und gehasst werden = Trotzreakton als "Rache" ausgelebt, extremfalls per Amoklauf, siehe Breivik und ähnliche.


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#10

RE: Reden mit Rechtsextremisten

in Antifaschismus.de 27.09.2018 03:29
von Markus Rabanus • 1.063 Beiträge

Die Frage in einer Facebook-Debatte lautete: "Darf man einen AfD-Wähler, der die AfD an die Macht wählen will, nicht scharf beschimpfen?"

Viele Antworten lauteten: "Man darf."

Da ich notorisch alle Argumente auf Gegenargumente hin überprüfe - sogar die eigenen 👼 , fällt mir auch hier zumindest eine Ausnahme ein:

Wenn ein AfD-Wähler zu offensichtlich doof sein sollte. Denn dann müsste man ihn aus meiner Möchtegern-Gutmensch-Perspektive schlauer machen, um ihn vor Verführern und Dummheiten zu schützen.

Und "in dubio für die Unschuld", so dass sich der Zorn ausschließlich den Möchtegern-Schlechtmenschen zu widmen hat.

Tja, und an "scharfe Kritik" gehört der Anspruch, dass je schärfer, desto (zu-)treffender hat sie zu sein.

Eine andere Antwort lautete: "Es nützt nichts."

Dann hat man es falsch gemacht. Es gibt zwar Leute, bei denen auch die besten Argumente nichts ändern, wie bspw. Gauland und Weidel, denen ich ohne genauere Kenntnis ihrer Entwicklung keine Dummheit unterstellen kann, sondern vermute, dass ihnen Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit einfach bloß "Geschäftskonzept" ist.

Die beiden könnten hochwahrscheinlich auch anders herum, wenn ihnen dort Platz, Gelegenheit für Karriere und Promistatus wäre. - Gier und Geltungssucht gingen immerhin schon oft sogar über Leichen.

Aber auch bei denen LOHNT Kritik, wenn es der Entlarvung dient und ihnen die Gefolgschaft verhindert.

Eine weitere Antwort lautete: "Weil ein arrogantes Auftreten allein noch niemanden überzeugt."

Na, das stimmt nicht immer.

Eine weitere Antwort lautete: "Nö. Und jetzt überzeug mich vom Gegenteil"

Hmm, @Manfred ..., dann würde ich es bei dir zunächst mit dem Gegenteil vom Gegenteil versuchen ;-)


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#11

RE: Reden mit Rechtsextremisten

in Antifaschismus.de 01.10.2018 15:13
von Markus Rabanus • 1.063 Beiträge

Rechtsextremismus ist notorisch auf Rachefeldzug. Mitunter kommt noch Langeweile hinzu.


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#12

RE: Reden mit Rechtsextremisten

in Antifaschismus.de 02.10.2018 03:20
von Markus Rabanus • 1.063 Beiträge

@Christian, hast recht und schade, dass es jetzt der Thread nicht mehr zeigt, weil Monika offenbar mit ihren Postings verschwunden ist.

Nun kann aber sein, dass mitgelesen wird - und deshalb soll das Erfordernis zum Dialog demnächst gesondert thematisiert werden,
"konkret genug, aber auch abstrakt genug"  , denn wir alle tun uns leichter mit Streit, wenn "unpersönlich persönlich". Ja, das gibt es - und das geht. Aber ich will jetzt nicht vorgreifen, sondern zu Bett gehen. <3


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#13

RE: Reden mit Rechtsextremisten

in Antifaschismus.de 15.10.2018 14:32
von Markus Rabanus • 1.063 Beiträge

@Liane B., "Der politische Gegner ist kein Feind!" bleibt eine unzutreffende Verallgemeinerung und verharmlost Feindschaften.

Feindschaften für falsch zu erklären, ist richtig.
Feindschaften für nicht existent zu erklären, ist falsch.

Es geht um Methoden und Regeln zum Umgang mit politischen Gegnern, an die sich auch zu halten gilt, wenn es Feinde sind.

Eine der Regeln lautet: Die Verteufelung des politischen Gegners ist falsch - und darf sich auch nicht mit Gegenseitigkeit rausreden.

Eine weitere Regel lautet: Auch der unfairste Feind ist fair zu behandeln. So darf Verdacht sein, aber keine Unterstellung, denn Feinde verzeihen einem die Fehler weniger als Freunde zum Verzeihen bereit sind.

Usw. usf.

Sodann zum wichtigen Unterschied zwischen Pluralität und Pluralismus:

Die Pluralität ist objektiv. Der Pluralismus ist subjektive Konsequenz, Verschiedenheit auf Friedlichkeit zu verpflichten.

Der Pluralismus ist ein Gesellschaftsvertrag, aus dem sich nur berechtigen darf, wer sich daraus auf Gegenseitigkeit verpflichtet verhält.


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