#1

"Nachrüstung" ?

in Friedensforschung.de 13.12.2018 12:08
von Markus Rabanus • 4.434 Beiträge

"Nachrüstung" wäre gewesen, wenn SS20 auf Kuba, denn in der blöden DDR stationiert war damit nicht das Weiße Haus zu treffen. Wohl aber umgekehrt mit P2 in der ebenfalls blöden Bundesrepublik der Kreml.

Bitte nicht missverstehen, denn auch ich war gegen die SS20, wie gegen jeden atomaren Abschreckungswahnsinn, der m.E.

a) gegen die Unbeschadetheitsansprüche von konfliktunbeteiligten Drittstaaten völkerrechtlich verstößt,

b) als Massenvernichtungswaffen ebenfalls

c) und gegen den Atomwaffensperrvertrag verstößt, ob Modernisierung, Stationierung in Verzichtsländern usw.

Überdies verpflichtete Art.6 des Vertrags als hauptsächliche Gegenleistung der Atommächte gegenüber den Verzichtsstaaten zu Verhandlungen mit dem Ziel der vollständigen Atomwaffenfreiheit, während spätestens in den Achtzigern erkennbar war. dass die Atomwaffenmächte bloß ihr Atomwaffenprivileg perpetuieren wollten, wie es Nichtteilnehmerstaaten (Indien usw.) prognostiziert hatten, was wiederum nicht heißen soll, ich fände Indiens Nichtteilnahme oder gar die Atomwaffen Indiens toll, weshalb ich auch kritisierte, als Atomwaffenmächte Indien auf dem AKW-Sektor half.

Alles nicht mein Ding - und immer machte ich realistische, keine "naiven" Vorschläge, aber die Dummheit aus Feindschaft und Rivalität sucht eben immer bloß nach "Argumenten" für den eigenen Vorteil - und unterminiert das völkerrechtliche UNO-Gewaltmonopol = tatsächlich "alternativlos", während alle Selbstverteidigungskonzepte Wettrüsten forcieren - und "Militärisches Gleichgewicht" entweder die eigentliche Illusion oder eben bloße Propaganda, bloße Lüge ist.

Wer das nicht wenigstens unterschreibt und fordert - weltweit, könnte ebenso gut die Polizei im Inland abschaffen und die Bürger mit Heckler & Koch ausrüsten, "selbstverständlich verpflichtet zum waffentechnischen Gleichgewicht" - Ironie off.
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#2

"Nachrüstung" schon wieder?

in Friedensforschung.de 18.01.2019 02:19
von Markus Rabanus • 4.434 Beiträge

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#3

RE: "Nachrüstung" ?

in Friedensforschung.de 24.02.2019 22:51
von Markus Rabanus • 4.434 Beiträge

„Nach allem, was wir wissen" SOLLTEN, gibt es einen Zusammenhang zwischen dem gekündigten ABM-Vertrag und den Atomwaffen.
Oder wissen wir das nicht?

„Nach allem, was wir wissen", kommt es Herrn Bolton nicht drauf an, ob Russland gegen den INF-Vertrag verstoße, denn man argumentiert mehrgleisig mit der Aufrüstung Chinas und weiterer Staaten.
Oder wissen wir das nicht?

Die Krim-Annexion ist russicher Sündenfall und vieles andere auch, aber nach dem Schema "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht", lässt sich keine Politik veranstalten, denn auch die "Beweise" für das Vorhandensein von S.Husseins Massenvernichtungswaffen waren gelogen, wie längst von Powell eingestanden.
Oder wissen wir das nicht?

Wer rüsten will, soll rüsten, denn hindern kann ich es ja weder hier im Westen noch im Osten und anderswo, aber wer von "Nachrüstung" spricht, muss erklären können, wieso sein 2/3-Anteil an der weltweiten Rüstung keine Vorrüstung ist.

Und wer Atomwaffen mehren will - anstatt Pläne auf den Tisch zu legen, wie sie abzuschaffen wären oder den Vereinten Nationen zu unterstellen, soll das Einsatzszenario erklären können. Und zwar völkerrechtlich, so dass niemand in Mitleidenschaft gerät, der nicht wenigstens streitbeteiligt ist.

Und das vermochte in West und Ost bislang niemand.


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#4

RE: "Nachrüstung" ?

in Friedensforschung.de 07.03.2019 14:39
von Markus Rabanus • 4.434 Beiträge

Ob Putin das Pentagon zerstören will, bleibt Spekulation, aber dass er es können will, wird zumindest geprahlt.

Das tun beide Seiten. Keine davon verdient sich meine Sympathie, denn sie wollen festhalten an der militärischen Selbstjustiz.

Einzig richtig jedoch wär' die Abkehr vom Konzept gegenseitiger Abschreckung hin zu einem schrittweise substantiierten UNO-Gewaltmonopol.


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#5

RE: "Nachrüstung" ?

in Friedensforschung.de 09.08.2019 17:01
von Markus Rabanus • 4.434 Beiträge

unfertig unfertig unfertig unfertig unfertig

US-Botschafter Richard Grenell droht mit Abzug der ca. 40.000 US-Militärs aus Deutschland und deren Verlegung womöglich nach Polen, "wenn" Deutschland die Rüstungsausgaben nicht auf zwei Prozent des BSP erhöhe.

Wo die USA ihre Truppen stationieren, kann wohl kaum davon abhängig sein, wer "mehr für die Verteidigung tut", denn die dt. Rüstungsausgaben sind deutlich höher als die polnischen Rüstungsausgaben.

Die US-Truppen sind hier, weil sie Relikte des Kalten Krieges und der dt. Teilung sind. Aus keinem anderen Grund.
Sollte man im Pentagon der Auffassung sein, die US-Truppen seien in Polen militärisch vorteilhafter zu stationieren, so hängt es von Polens Zustimmung ab und vom finanziellen Aufwand der Umstationierung.
Man sollte Herrn Grenell mal interviewen, welche Vorstellungen er sich vom Aufwand macht, denn es dürfte auch für Donald Trump kein einfacher "Deal" werden, solche Kosten zu veranlassen, denn er hätte es mit allerlei rivalisierenden Interessen im militärisch-industriellen Komplex um das Budget zu tun - und das bei defizitärer Kassenlage.

Also ganz gleich, ob man die Anwesenheit von US-Truppen in Deutschland begrüßt oder ablehnt, zumal es für beides Argumente gibt, hängt solche Entscheidungen nicht vom "Zwei-Prozent-Ziel", es sei denn, man würde Washington die Stationierungskosten erstatten.
Auch das wurde schon häufig genug mindestens angedeutet und ist nicht gänzlich substanzlos, je danach, für wie seriös und legitim man die Bündnisverpflichtungen aus dem NATO-Statut halten dürfe.

Aber das entledigt nicht vom Erfordernis, die

Auch zu diesem Aspekt braucht es Meinung, zwecks erleichterter Bezugnahme nummeriert:

1. Wenn die US-Truppen im ausschließlichen Interesse Deutschlands wären, so schuldet Deutschland den Stationierungsaufwand.

2. Wenn die US-Truppen im ausschließlichen Interesse der EU wären, so schuldet die EU den Stationierungsaufwand.

3. Aber die US-Truppen unterstehen dem ausschließlichen Oberkommando des Weißen Hauses und gemeinsame Interessen sind nachgeordnet bzw. durch die NATO-Befehlsstrukturen nicht gewährleistet.

4. Da das NATO-Statut an der militärischen National-Souveränität fest hält, haben die darin enthaltenen Bündnisverpflichtungen bloß appellarische Natur.

Es wird Zeit, dass sich die Regierung in aller Deutlichkeit vom "2-Prozent-Ziel" verabschiedet.
Aufrüstung kann ohnehin kein "Ziel" sein, denn sie steht allen wirklich wichtigen Zielen entgegen und kann überhaupt nichts anderes bewirken als immer neue Runden des Wettrüstens.

Auf die NATO entfallen 60 Prozent der weltweiten Rüstungsausgaben.
Zählt man die Rüstungskunden und Kriegsalliierten Saudi-Arabien, Taiwan, Ukraine, Südkorea, Israel usw. hinzu, so landet man locker bei 80 Prozent - und verschärft den militaristischen Umgang mit politischen Rivalitäten, die eigentlich auf Ebene der Vereinten Nationen eingedämmt werden müssten.


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#6

RE: "Nachrüstung" ?

in Friedensforschung.de 10.08.2019 02:37
von Markus Rabanus • 4.434 Beiträge

@Brigitte, wenn, dann konsequent:
Der US-Präsident wohnt im Kreml und der russische Präsident wohnt im Weißen Haus. - Dann wären sie netter zu einander ;-)
Aber Trump müsste zugleich in Teheran wohnen und Putin zugleich in den syrischen Städten. Aber so quantenphysikalisch ist der Mensch noch nicht, dass er an zwei und mehr Orten gleichzeitig zu vermuten wäre.

Also gibt es keine Allianzen, die dem Frieden dienen, denn es gibt keinen Frieden im militärischen Gegenüber, sondern nur durch weltdemokratisch übergeordnetes Gewaltmonopol - und nur, wenn die Rivalen möglichst entmilitarisiert sind.


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