#16

RE: NPD, AfD usw.

in Antifaschismus.de 15.11.2019 14:48
von Markus Rabanus • 4.468 Beiträge

@Jens, solange man noch bei anderen Parteien Prozente abgreifen muss, wird man sich deren Label bedienen: "bürgerlich", "Mitte", "sozial" usw.
Und wem das genügt, wer nicht hinschaut, was wer vor welcher Zielgruppe sagt, fällt drauf rein.

Nun könnte man sagen: "Das machen die anderen doch auch!"

Ja, stimmt, alle schleimen sich den Zielgruppen ein, ihnen besonders zu dienen, denn das liegt im System aller Systeme, nicht nur der Demokratie, auch der Monarchie und Diktatur.
Desgleichen die Gegner als Feinde und Verräter zu beschimpfen, aber den Unterschied macht, mit welcher Menschenverachtung heute gegenüber Flüchtlingen und Muslimen gepunktet wird.

Der ideologischen Menschenverachtung sollen Taten folgen, denn Höcke verspricht per Buch und Reden ein Millionen Menschen treffendes Deportationsprogramm. Und erntete fast ein Viertel der Stimmen, wird von Gauland als "Seele der Partei" propagiert.

Das ist Zeiten zu gemeinsam, die ein Gauland als bloßen "Vogelschiss" abtut.


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#17

RE: NPD, AfD usw.

in Antifaschismus.de 18.11.2019 00:29
von Markus Rabanus • 4.468 Beiträge

sehe ich auch so, aber die Mitverantwortung entlastet die Wähler reaktionärer Parteien nicht von deren Eigenverantwortung schon erst recht nicht, wenn sie Marktradikalismus noch verschärfen wollen.


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#18

RE: NPD, AfD usw.

in Antifaschismus.de 18.11.2019 16:36
von Markus Rabanus • 4.468 Beiträge

@Lothar M.,
z.B. das Deportationsprogramm Höckes. Er benutzt halt nur nicht das Wort "Deportation", sondern "Rückführung".

Z.B. die FB-Timeline von Meuthen, der Flüchtlinge und Muslime ausschließlich als Verbrecher und Sozialschmarotzer präsentiert.

Z.B. Gauland, der die Mega-Verbrechen der Nazis als "Vogelschiss" verharmloste.

Nichts davon ist verzeihlich. Lucke und andere zogen Konsequenzen, aber den AfD-Fans ist offenbar alles egal.


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#19

RE: NPD, AfD usw.

in Antifaschismus.de 18.11.2019 16:53
von Markus Rabanus • 4.468 Beiträge

Lothar M., wenn Sie den NS für "sozialistisch" halten, zumal antikommunistischer unmöglich, dann fehlt es mir an Muße, Ihnen nachzuholen, wofür wir Schulen finanzieren.


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#20

RE: NPD, AfD usw.

in Antifaschismus.de 19.11.2019 16:10
von Markus Rabanus • 4.468 Beiträge

AfD-Anhängern glaube ich keinen Philosemitismus.


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#21

RE: NPD, AfD usw.

in Antifaschismus.de 19.11.2019 18:39
von Markus Rabanus • 4.468 Beiträge

Naja, wat die Forscher da fanden, ist zumindest mir keene Neuigkeit und nicht sonderlich gescheit, den anderen Parteien die Schuld dafür zu geben, dass wir in Zeiten leben, in denen der ländliche Raum an Attraktivität zugunsten der Metropolen verliert.

Jede Alibisierung für rechtsextremistisches Denken & Wählen ist FALSCH.


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#22

RE: NPD, AfD usw.

in Antifaschismus.de 23.11.2019 17:28
von Markus Rabanus • 4.468 Beiträge

Schlimm ist, dat wir nicht fertig werden mit den Strolchen, denn zu viele Leut' haben Spaß an solchen.

------------------

VERANLASST ist das Post durch eine von ARTE ausgestrahlte Reportage über einen dieser Strolche, dessen Namen ich ausspare, weil derer in vielen Ländern regieren - und agieren nach der selben Masche, "die Medien" und "die Eliten" zu verspotten, als seien sie selbst ohne Milliardäre im Rücken und auf Seiten des Kleinen Mannes als Stimme des Volkes.
Veranlasst auch, weil ein wiederkehrendes Ewigproblem, dass sich Strolchen nicht mit Rücksichtnahme-Argumenten beikommen lässt, weil die Strolche mit dem Gegenteil prahlen und punkten, mit einseitiger und möglichst rücksichtsloser Interessenwahrnehmung.

In der Reportage bringt es ein Fan solcher Strolche so deutlich auf den Punkt, dass er mit Ausnahme des GeXten wörtlich zitiert sein soll:

"Wir brauchen einen starken X, keinen Trottel! Einen, der auch lügen kann, der ein Arschloch und Hundesohn ist!"

So denken viele. - Und man kann dem nicht abhelfen, indem man bloß die Rücksichtslosigkeit reklamiert, sondern nur damit, dass es nicht funktioniert, weil wer so verfährt, in Gemetzel gerät, in denen es auch an den eigenen Kragen geht.


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zuletzt bearbeitet 24.11.2019 02:17 | nach oben springen

#23

RE: NPD, AfD usw.

in Antifaschismus.de 30.11.2019 10:58
von Markus Rabanus • 4.468 Beiträge

Gaulands Bruch mit dem kategorischen Imperativ gehört daselbst widersprochen.


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#24

RE: NPD, AfD usw.

in Antifaschismus.de 03.12.2019 18:47
von Markus Rabanus • 4.468 Beiträge

Ich glaube der AfD die "Russland-Verbundenheit" nicht.
Es ist eher so, dass sich Europas Rechtsextremisten einfach mal schon darin gefallen, sich von Putin und Trump im Nationalismus bestätigt zu glauben.


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#25

RE: NPD, AfD usw.

in Antifaschismus.de 29.12.2019 22:32
von Markus Rabanus • 4.468 Beiträge

Er kann es sehr wohl verstehen, aber ist Leugner auch seines eigenen Rechtsextremismus, mit dem sich Tag für Tag in seinem FB-Profil in Szene setzt, wenn er Muslime und Flüchtlinge auf Kriminelle reduziert.

Und mich ärgert es an unseren Medien, wenn sie ihn nicht auf seine eigene Hetze ansprechen, sondern auf Hinterbänkler, für deren Sprüche er sich dann so leicht als Biedermann rausreden kann, es überschlügen sich hier und da die Emotionen.

Ich versuchte schon mehrfach, ihn zu einer Strafanzeige gegen mich zu veranlassen, indem ich ihm strafrechtliche Volksverhetzung vorwarf, aber tut es nicht, weil er weiß, dass eine Strafanzeige gegen mich für ihn viel nachteiliger ist, als wenn ich ihn anzeige.

Wenn ich ihn wegen Volksverhetzung strafanzeige, ohne persönlich betroffen zu sein, weil eben gegen Muslime und Flüchtlinge gerichtet, dann habe ich anschließend bestenfalls Zeugenstatus, aber die Staatsanwaltschaft macht sowat viel lieber allein oder stellt das Verfahren ein, wenn sie es überhaupt einleitet.

Nur wenn er mich wegen "Übler Nachrede" strafanzeigen würde, hätte ich Möglichkeit, es ihm nachzuweisen - und nicht schwer, weil genug Material seines aus seinem Profil.

Mein Freispruch dann sehr wahrscheinlich, was ihm gefährlich werden könnte, denn da wäre gegen ihn ein Verfahren einzuleiten.

Das weiß er. Und das wäre für ihn gefährlicher, weil anders als im Höcke-Fall die Volksverhetzung strafbar ist, während es nicht strafbar ist, ein "Faschist" zu sein, wie Höcke genannt werden darf.


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#26

RE: NPD, AfD usw.

in Antifaschismus.de 30.12.2019 03:37
von Markus Rabanus • 4.468 Beiträge

Poggenburg gibt sich als "mitte-rechts" aus.

"Mitte-rechts" in der AfD ist sowat wie Haselnuss-Braun mit Vogelschiss drauf.


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#27

RE: NPD, AfD usw.

in Antifaschismus.de 12.02.2020 08:38
von Maik Müller • 13 Beiträge

--> Zur These, die AfD würde von Wechselwählern der Linkspartei gewählt, die gerne die DDR wiederhaben würden.

Die Wahlforschung jedoch sagt etwas anderes. Eine Wanderungsbewegungen von der LINKEN zur AfD gibt es zwar auch, ausschlaggebend für den Erfolg der AfD ist jedoch die Mobilisierung der Nichtwähler. Es ist gruselig, aber man muss es wohl zur Kenntnis nehmen: Es ist der AfD gelungen, eine Kaverne anzubohren, deren Bewohner bisher nicht an der politischen Meinungsbildung teilgenommen haben und die für die Anklänge eines völkisch geprägten Nationalismus überaus empfänglich sind. Da ist kein Bedürfnis nach systemischer Regression und Rückabwicklung, kein Heimweh nach der nahen Vergangenheit, auch keine Imagination irgendeiner sozialen oder politischen Idylle, sondern zunächst einmal echte Mobilisierung nach vorne: Es geht um die Schwächung der demokratischen Institutionen und letztlich um das Abräumen der liberalen Demokratie. Der Coup von Thüringen hat das in nuce gezeigt: Es handelt sich um politische Gegnerschaft, und zwar längst nicht mehr im Rahmen eines gemeinsamen demokratischen Konsenses, sondern weit darüber hinaus. Wir sollten uns mit dem Gedanken anfreunden, dass man sich deren Wähler nicht als Protestwähler oder Ostalgiker schönreden kann, sondern dass sie die Agenda der Parteiführung durchaus teilen. Es formieren sich hier politische Mächte, die in den nächsten Jahren dieses Gesellschaftssystem in seinen Fundamenten angreifen werden.


Warum, wieso, weshalb das von Ostdeutschland seinen Anfang nimmt, ist ja schon breit diskutiert worden. Natürlich spielt dabei die DDR-Erfahrung eine Rolle, m. E. aber weniger als Projektionsfläche einer politischen Idylle als vielmehr durch das Phänomen ihres Verschwinden. Man darf nicht vergessen, dass die Ostdeutschen den Westdeutschen eine ganz fundamentale Erfahrung voraushaben, nämlich den Kollaps eines für monolithisch gehaltenen Systems inklusive vollumfänglicher Disruption aller Lebenszusammenhänge samt Erfahrung der Weiterexistenz darüber hinaus. Vielleicht ist es nur eine Seite der Medaille, aus solch Erfahrung ein Bedürfnis nach Stabilität abzuleiten. Vielleicht fördert solch Erfahrung auch die Empfänglichkeit für fundamentale Mobilisierung in Zeiten von Unzufriedenheit und Verunsicherung, während der Westdeutsche mehr oder weniger gedankenlos vom Bestehen einer Ewigkeitsgarantie für seine Staats- und Gesellschaftsform ausgeht - und ihm der historische Untergang derselben nicht einmal als Denkmöglichkeit erscheint.


Betrachtet man die Kontinuitäten des Rechtsextremismus selbst, so reichen sie bis weit in die DDR zurück, zumal in Sachsen und Thüringen - als ideologisch denkbar schärfste Form der Systemopposition. Von diesem Nimbus zehrt die Rechte im Osten noch heute. Hier ließ sich an den NS-Antikommunismus nahtlos anknüpfen und eine extreme Form ideologischer Feindschaft kultivieren, während die BRD dem westdeutschen Rechtsextremismus allenfalls als Vasallenstaat der Siegermächte vorschwebte. Diese Konstellationen ziehen sich bis in die AfD-Gegenwart.


Insgesamt scheint mir das Versprechen der AfD weniger in der Restitution einer politischen Idylle zu bestehen, sondern vielmehr in einer radikalen Erschütterung aller Überzeugungen und Gewissheiten, die wir für fundamental beständig halten, vom Multilateralismus und Humanismus über Liberalismus bis hin zum wissenschaftlichen Denken: In diesem Sinne ist die Leugnung des anthropogenen Klimawandels zu einem ganz zentralen ideologischen Baustein dieses rechten Denk-Gebäudes geworden. Die AfD vereint zwanglos beides: In ihren extremen Ausformungen korrespondiert sie mit der Vergangenheit eines völkischen Nationalismus. Gleichzeitig ist sie aber auch zutiefst in den Konstellationen der Gegenwart verankert, denn die klimatologischen Szenarien und ihre Zwänge überfordern Gesellschaften und Individuen ohnehin und lassen sich auch von denjenigen kaum noch aushalten, die wenig anfällig für einen Neo-Nationalismus sind. Die Klimawandel-Leugnung ist dagegen eine Befreiungs- und Erlösungsideologie, vielleicht die neueste Variante fundamentaler Systemopposition und zunehmend in dem Maße virulent und radikalisierend, wie die Dimension der Problematik als säkulare Herausforderung von allen Akteuren begriffen und politisches Handeln darauf ausgerichtet wird.

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#28

RE: NPD, AfD usw.

in Antifaschismus.de 02.04.2020 13:09
von Markus Rabanus • 4.468 Beiträge

@Maik Müller, das übernehme ich demnächst auf die Website. DANKE


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#29

RE: NPD, AfD usw.

in Antifaschismus.de 02.04.2020 13:09
von Markus Rabanus • 4.468 Beiträge

Meuthen als "Flügel-Gegner"? Nein.

Nie vergessen:

Meuthen stellte sich 2018 beim "Kyffhäuser-Treffen" als derjenige vor, der dem "Flügel" die Anerkennung besorgt habe und prahlte, dass diejenigen, die Gegner des "Flügels" waren, die AfD verließen. - Mitschnitt zu finden bei Youtube.

Meuthens gesamter FB-Auftritt ist vor eigenem Gesindel eine einzige Hetztirade gegen Flüchtlinge, Muslime und Demokraten.

Das ist sein wahres Ich. Und nicht der Meuthen, wie ihn verkappte AfD-Journalisten in vielen Medien als "Bürgerlichen" auftreten lassen.

Sein jetziges Getue ist bloßer Schwindel, um die AfD über den Virus zu retten, dem sich mit Rassismus und Nationalismus eben nicht beikommen lässt.


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#30

RE: NPD, AfD usw.

in Antifaschismus.de 02.04.2020 15:01
von Markus Rabanus • 4.468 Beiträge

Lb. @Arne, ich halte Meuthen für einen "Nazi", denn Nazi ist mir nicht erst, wer Juden in die Gaskammern steckt, sondern schon, wer über Flüchtlinge redet, wie die Nazis über Juden sprachen.

Es kommt zum Nazi-Sein auch nicht darauf an, ob jemand so böse sein will oder ideologisch an das Böse glaubt, sondern auf das Treiben allein, woraus das Böse ist und wächst, wenn nicht gestoppt.

Auch die NSDAP fraß in Weimarer Republik zwischendurch Kreide, um die Bürgerlichen in die Irre zu führen.

Und umgekehrt: Zum Antifaschisten wird mir keiner bloß davon, dass er einräumt, der Faschismus habe Verbrechen begangen und den Krieg zurecht verloren, denn das ist Vergangenheit.

Antifaschist ist derjenige, der faschistischem Treiben den Weg versperrt. Und genau das tat und tut Meuthen nicht.


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