Dieter, es ist so selten nicht, dass sich Rechtsprofessoren mehr für Rechts als für Recht einsetzen - in ganz bitterer Tradition unseres Landes.
Durch dich hörte ich erstmals von Boehme-Neßler & soeben ein langes CICERO-Interview mit ihm zum Streit um Brosius-Gersdorf.
Er führt Unwissende in die Irre, liefert falsche Information betreffs #Parteiverbote, wenn er nur die Vorbehalte der Grundgesetzväter&Mütter vorbringt, aber den Grund für die letztliche Entscheidung vollends verschweigt, dass eben nie wieder Parteien wie die NSDAP zur Wahl stehen dürfen.
Auch betreffs #Menschenwürde hat er zwar die Dogmatik zunächst hinreichend korrekt entfaltet, aber was im Hinblick auf das werdende Leben an Falten bleibt, löst er nicht auf, so sehr er der Menschenwürde zu huldigen sich aufspielt und sie bis zum Schwangerschaftsbeginn rückdatiert.
Er redet mehrfach im Hinblick auf die beiden SPD-Kandidatinnen viel von "dünnem Eis", auf denen sich eher seine Schlussfolgerungen bewegen, wenn er gegen alle Dogmatik absurd nach dem Schema herleitet, dass wer dem Embryo die Menschenwürde vorenthalte, dadurch die Menschenwürde gänzlich bedrohe. Den Vorwurf müsste er dann allen machen, was er sich nicht traut.
Nur gegen die grundgesetzliche Möglichkeit eines Parteienverbotes wird er mit seiner Ablehnung geradezu übermütig, aber dafür hat er mit der AfD inzwischen ja auch eine Menge Klientel.
Halbwegs gescheit, wie Professoren schon irgendwie sein sollten, räumt er zwar Problematiken der strittigen Rechtslage ein, aber auch nur als akademisches Hintertürchen für den Fall der Kritik an ihm.
Als "modern rechtsextremistisch" schimpfe ich ihn, dass er sowohl zum Parteiverbotsthema als auch betreffs Schwangerschaftsabbruch mit NS-Vergleichen aufwartet, die genauen Gegenteils dessen sind, was er Frau Brosius-Gersdorf vorwirft.
Auweia, wenn solch' Professor unseren nicht immer hellsten JuraStudierenden die Lehre vertritt, müssen wir viel Glück haben, dass es möglichst wenigen an Hirn fehlt, seine Agenda zu durchschauen.