#1

Dialogie

in Initiative-Dialog.de 10.06.2020 20:59
von Markus Rabanus • 7.039 Beiträge

Es wird Euch klar sein. Ich schreib's mal trotzdem ;-)  

Eine wichtige Frage lautet: Wer nicht mehr mit Kruden spricht, wem werden sie dann überlassen?

Bin auch oft zu bequem, denn gutes Argumentieren ist Arbeit, braucht Übung, um spontan abrufbar sein zu können. - Und Aluhüte, Hater usw. haben oft mehr Übung, ihre Steckenpferde zu vertreten.

Obendrein ist gutes Argumentieren nur selten zugleich überzeugendes Argumentieren, denn dafür braucht es Empathie. Die lässt sich schlechter aufbringen, je weniger einem das Gegenüber wichtig ist und je kruder dessen Steckenpferd.

Darum geht mir nichts ohne Lust. Fehlt mir daran, dann muss ein Standardspruch her, denn Käse gänzlich unwidersprochen zu lassen, wäre falsch.

Mindestens: "Auweia, aber das klären wir ein anderes Mal."

Prinzip also "Abgrenzung statt Ausgrenzung", wenn keine Lust oder zu unvorbereitet.

Doch Prinzip mit Ausnahmen, z.B. wenn jemandem Krudes zum Geschäftsmodell wurde, dann hilft kein Reden.


The World Is Always Under Construction.
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#2

RE: Dialogie

in Initiative-Dialog.de 13.07.2021 14:27
von Markus Rabanus • 7.039 Beiträge

@Paul, mal prinzipiell zur #Dialogie, wenngleich bisschen Hobbythema und zumeist wenig interessant für andere, weil im Grunde zu banal:

Die Falschverdächtigung ist nur böse, wenn wissentlich falsch verdächtigt würde.

Im Zweifel das Gute mutmaßen, zwar besser beiderseits, aber oft sinnvoll, das einseitige Beispiel zu liefern.

Einen Verdacht als Frage formuliert, wäre richtiger, oft jedoch ebenfalls als Unterstellung gemeint oder aufgefasst, wenn die Frage "an den Haaren herbei gezogen" scheint, aber das kann auf Missverständnissen und mehr oder minder berechtigten Vorurteilen beruhen. - Auch wieder im Zweifel das mildere Urteil fällen, wenn sich die böse Absicht nicht beweisen lässt.

Falschverdacht und Unterstellung lassen sich klären, wenigstens widersprechen, sofern die Muße dafür ist.

---------------------

Ich bin ja vielen allerlei verdächtig, bspw.:

- Wenn mich zum Pazifismus bekennend, dann glauben viele, ich hielte es in Theorie oder auch Praxis mit der Gewalt wie ein Jesus oder Gandhi, während mir Pazifismus das schrittweise Erstreiten einer globalen Rechtsordnung mit UNO-Gewaltmonopol ist, also notfalls mit zentraler Gewalt die Selbstjustiz unterbindet,

- Wenn mich zum Feminismus bekennend, glauben manche, mir sei an Selbstentmannung gelegen und Umkehr von Patriarchat in Matriarchat, obgleich mir Feminismus das Streben nach Macht-Gleichstellung von Frau und Mann ist.

- Oder kleineres Beispiel:
Wenn ich den PS-Chauvinismus im Straßenverkehr kritisiere, ich dann Tretroller fahren müsste und dürfe ich keinen Porsche fahren, obgleich sich alle denken können, dass meine Forderung nach PS-Begrenzung erst dann genügend Sinn macht, wenn allgemein durchgesetzt - und keinen, wenn ich Tretroller führe.
Allerdings lasse ich mir schon seit 14 Jahren 75 PS genügen - und es erleichtert mir vernünftigere Fahrweise erheblich, seltener in die Punkte zu fahren.

Usw. usf.

Darum habe ich mit Falschverdacht bisschen mehr Routine als viele, die sich zu weniger bekennen - und freue mich eigentlich öfterer Gelegenheit, falschen Vorstellungen zu begegnen.


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zuletzt bearbeitet 13.07.2021 14:31 | nach oben springen


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