#421

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 26.03.2022 21:28
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Irena K., ich wollte Ihr Post liken - aus menschlichen Gründen, aber wir müssen uns zumuten, dass die Wahrnehmungen verschieden sind:

Die Weltkriege der Deutschen - auch gegen Familien von mir allein schon in drei anderen Ländern Europas - mögen für viele lange her sein
und weit weg für alle, die jetzt Kriege erleiden - und das ist menschlich im Erleiden der Unmenschlichkeiten.

Aber ich sitze 935 km entfernt von Lwiw am Schreibtisch in allerdings politisch gewollt ungeheiztem Büro, entsprechend gekleidet - und ich werde mir nicht anmaßen, den Kriegsbetroffenen vorzuschreiben, wie sie zu empfinden haben,
aber wir sind hier in einer politischen Diskussion und nicht in einem Flüchtlingsheim mit Weinenden.

Das ist für mich nicht neu, denn schon mit Flüchtlingen und kriegstraumatisierter Mutter aufgewachsen & in meinen Häusern hatte ich immer Flüchtlinge aus Afrika, aus Vietnam, ein Künstler/Exilant von Kuba, Geflüchtete aus "Nahost", verfolgte Kurden, auch einen bekannten Assad-Gegner und Zeugen in einem Folterprozess, insgesamt mehr als 20 Flüchtlinge aus dem Irak und Syrien.

Darunter eine jesidische Familie, die viele Angehörige verlor, deren Haus gesprengt und deren greiser Vater (ein ehemaliger Bürgermeister) vom IS erschossen wurde.
Nie wieder werden sie in den Nordirak zurück, denn sie fühlen sich zu sehr verraten - und die Einbürgerung läuft.

Alle würden sich wünschen, dass ihr Leiden auch uns allen das Wichtigste sei - und niemandem von all denen kann oder darf es Trost sein, dass sie mit ihren Leiden nicht allein in Geschichte und Gegenwart sind. - Aber so ist es.

Auch jetzt diskutiere ich nicht nur mit Ihnen, sondern vor wenigen Tagen erst mit jemandem aus dem Jemen, der mir ganz sicher zurecht vorwirft, ich hätte seit Jahren über den Jemen "geschwiegen". - Ich stimmte ihm zu, obendrein ich zu diesem Konflikt zu wenig recherchiere - und fragte, ob es denn die Gleichgültigkeit gegenüber der Ukraine rechtfertige.

Er meinte "Ja", ich meinte "Nein", aber ich gestehe es ihm zu.

Wir werden dieser Welt nicht gerecht - und meine Vorschläge zum Ukraine-Krieg bleiben in Bewegung, sind immerhin weitgehender als das Offizielle,
hängen nur hinter Forderungen von welchen zurück, von denen mir scheint, dass ihnen das Funktionieren weniger wichtig ist als entweder die Verzweiflung oder die Prahlerei.

Sie werden es ernst meinen, wenn sie die Überlegung des Titelposts für "Spott" halten, aber halten Sie es wenigstens für möglich, dass es kein Spott sein soll.


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#422

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 26.03.2022 21:43
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Char L., es tut mir leid, aber ich kann nur sagen, dass wir völkerrechtlich auch mit Streitkräften helfen DÜRFEN, aber das KÖNNEN können andere besser beurteilen als alle, von denen ich hier bislang las.
Interessant wäre, was unsere Generäle für machbar halten, aber entscheiden muss die Politik im Einvernehmen mit den Verbündeten und dem Recht.


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#423

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 26.03.2022 22:09
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Frau S. sollte mich nach so langer Zeit besser kennen.
Deshalb so enttäuschend, dass ich den FB-Kontakt kündigte.
Nun blockiert sie mich & ich kann ihre Antwort nicht lesen & sie meine Posts nicht mehr, so dass sie es sich erspart, ihre Entgleisung als Entgleisung zu erinnern.

Jedes kleine "Sorry" hätte genügt. wie ich es oft tun muss, wenn was falsch oder übertrieben.


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#424

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 27.03.2022 00:51
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Christine Reimann, Krieg ist m.E. "Wegfall der Geschäftsgrundlage" für alles Wirtschaftliche.

Darum werde ich mich jetzt nicht auf Energielieferungsverträge berufen, die Putin nicht brechen dürfe - und möchte uns stattdessen drauf konzentriert sehen, wie wir seine Gegensanktionen quittieren und verkraften.

Darum braucht es dreierlei:

1. Ein drastisches Energiesparprogramm besser sofort als später.

2. Suche nach anderen Lieferanten, was schwieriger ist, denn wir sind nicht die Einzigen, die das jetzt tun müssen.

3. Enorme Investitionen in die Energiewende, die sich trotzdem hinziehen wird, dann aber nachhaltiger sein kann.


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#425

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 27.03.2022 01:55
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Auch meine Mutter war kriegstraumatisiert - und so bitter es klingt, war ich froh, dass sie 99-jährig am 24.2. begraben wurde und nicht mitbekam, dass wieder Krieg ist, den sie immer so schrecklich fürchtete.


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#426

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 27.03.2022 17:42
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Ich empöre mich ganz & gar nicht über RegimeChangeForderungen gegen Putin - und seine Bestrafung wäre rechtens, wenn das Völkerrecht durchsetzbar wäre, denn Verbrecher gehören hinter Gitter.

Und klarer Wein gehört eingeschenkt, denn RegimeChange wäre überhaupt nicht genug, weil es #Reparationen braucht für alles, was reparabel ist - und weil es #Sanktionen braucht
>> Keine Straflosigkeit für Krieg.

Nun wird sich nicht alles durchsetzen lassen, obgleich Russland viel leisten könnte, z.B. durch Aufbauhilfe statt Rüstungsetat oder auch durch kostenlose Energielieferungen an die Ukraine und andere geschädigte Staaten.

Da sich kein russischer Politiker wagen wird, solches vom eigenen Land zu verlangen, wird es lange bei Sanktionen bleiben müssen, es sei denn, man dürfe sich von deren Aufhebung Besseres versprechen - oder leide selbst zu sehr darunter, denn Kooperation ist immerhin auch zum gemeinsamen Vorteil.

Aber was trotzdem neben allem getan werden sollte: Buchführen über die Schäden in der Ukraine,
Buchführen über alle Flüchtlingskosten.

KRIEGE kosten viel - und es ist ungeheuer wichtig, den Friedensbrechern das Preisschild zu zeigen.

./.

Wer sich von national-selbstjustizlerischen Schulbüchern erzählen lässt, #Pazifismus sei sowat wie #Jesus, dass es genüge, die Friedlichen würden friedlicher und seien mit Pflugscharen statt Schwert gegen die Unfriedlichen auf dem Felde, der irrt,

denn wahrer Pazifismus fordert das Schwert unter das Recht & die Rechtsstaatlichkeit für die Völker im Miteinander der Vereinten Nationen.


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zuletzt bearbeitet 27.03.2022 23:52 | nach oben springen

#427

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 27.03.2022 17:44
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

- und was auch Putin weiß & nicht in die Irre geführt werden sollte, indem wir ihm klare Ansagen ersparen, wie er sich mit seinen Lakaien gemütlich macht


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zuletzt bearbeitet 27.03.2022 17:50 | nach oben springen

#428

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 27.03.2022 18:44
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

ja, das Risiko ist real, aber ich hätte es ähnlich wie Biden gesagt, weil Putin und Russland nicht in die Irre geführt werden soll, dass alle so seien wie seine Lakaien.

Aber präziser lässt es sich sagen - und das könnten wir erarbeiten, auch den Stellenwert solcher Wünsche.

Wenn wir uns im Reden nur noch an den Dümmsten orientieren, dann wird das Downgraden des Denkens zunehmen.

--------------------

okay, denn es sind ja auch eher die "Krudesten"


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zuletzt bearbeitet 27.03.2022 19:03 | nach oben springen

#429

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 27.03.2022 18:46
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Jens, ich fand es richtig & der Putin erleichtert sich die Propaganda vor allem dadurch, dass er die Pressefreiheit abschafft


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#430

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 27.03.2022 19:00
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Sandra, die USA sind neben GB und Russland vertragliche Garantiemacht für die Souveränität der Ukraine.
Nun überfiel die Garantiemacht Russland die Ukraine - und es wäre Heuchelei, Putin weiterhin an der Spitze Russlands sehen zu wollen.

Wenn Regierungen von Staaten versagen - und auch die Regierungen von den USA versagten schon oft, dann haben alle (auch wir beide) das Recht, die Ablösung solcher Regierung zu fordern - oder auch das Weiterregieren gutzuheißen.

Schändlich ist es nur, wenn die Einmischung betrügerischer Art ist, wenn bspw. Soziale Netzwerke mit Millionen FakePosts geflutet werden, wenn Fakten verfälscht werden, wenn Korruption im Spiel ist usw.

Aber Staaten dürfen in all ihrer Souveränität sich nicht über andere her machen - und Welt schweigt dazu oder beschränke die Reaktion auf diejenigen, die angegriffen wurden.

Das darf in der Staatenwelt so wenig sein, wie es auch Nachbarn und in der Familie nicht sein darf.


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#431

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 27.03.2022 20:44
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Seid realistisch, denn falls es sich Moskau leisten kann, wegen aufrichtiger Worte beleidigt zu spielen & mit dem US-Präsidenten nicht mehr sprechen zu müssen, dann lohnen auch die Gespräche nicht.


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#432

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 27.03.2022 22:54
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Sandra, dieser Christoph D. hat mich offenbar blockiert. Darum wahrscheinlich, dass er dich gar nicht verstehen will, obgleich ja allemal Sinn macht, die Tonlage den Risiken anzupassen, denn soweit gehe ich trotz Gegenrede mit.


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#433

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 27.03.2022 23:04
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Thomas K., auf Harald Welzer halte ich große Stücke & von solchen Thesen vertrete auch ich viele zum Verdruss der SW-Denker und Pseudo-Feingeistern, die jede Relativierung der Verharmlosung verdächtigen oder mich anderswo gar des Opfer-Tätertauschs beschimpften.

Aber Welzer würde mir zustimmen, dass Krieg das Differenzieren vollends zur Strecke bringt - im Vergleich zu allem Gezerre um Einflusssphären, um Gut & Böse oder der Bösen gegeneinander.

Anderer Auffassung als in Welzers STERN-Beitrag bin ich betreffs militärischen Beistands zugunsten der Ukraine,
denn völkerrechtlich zulässig und eigentlich auch erforderlich,
denn wenn der Weltsicherheitsrat seiner Verpflichtung zur Schlichtung und Streitentscheidung nicht nachkommt,
dann steht dem Selbstverteidigungsecht und dem Beistand völkerrechtlich nichts entgegen - sofern erfolgsgeeignet und verhältnismäßig,
denn weder Sinnloses ist statthaft noch wäre es erlaubt, die streitunbeteiligte Menschheit mit in den eigenen Untergang zu ziehen.

Das Deeskalationsgebot, wie auch ich es fordere, ist aber nur dann richtig interpretiert, dass es keine einseitige Sache ist und dem Aggressor allemal mehr geboten als dem Defensiven.

Ob und wie sich solche Prinzipien auf den Ukrainekrieg anwenden lassen, hängt von Verhältnissen und Entwicklungen ab, zu denen ich nur spekulieren kann, denn die Informationen scheinen typischerweise den Motiven der Konfliktparteien gebunden.


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#434

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 28.03.2022 00:11
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Ich sehe darin keine "psychologische Kriegserklärung", zumal Putins Krieg die Ukraine terrorisieren.
Bidens Spruch bringt das vollkommen legitime Menschheitsinteresse nach einem vernünftig regierten Russland zum Ausdruck.

#Diplomatie und Hetze sind Gegensätze, aber um die Aufrichtigkeit ist kein Bogen zu machen, schon gar nicht gegenüber Starken, denn Zärtlichkeit gebührt eher den Schmächtigen als den Mächtigen.

Und solcher Putin darf keine Mimose sein oder uns dafür halten.


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#435

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 28.03.2022 15:01
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Andrea, so sehr viel mehr als andere hier ich für Verhältnisse streite, die Selbstjustiz einzudämmen, alle zwischenstaatlichen Streitigkeiten letztlich vom IGH entscheiden zu lassen, wird es niemals #historische_Gerechtigkeit geben.

Wir können immer nur mehr oder minder, aber leben in falschen Verhältnissen, wenn sie zu ändern zu wenig gefordert ausbleibt.

Am 24. Februar titelpostete ich:
"@Putin. Dein Krieg ist unverzeihlich. Du gehörst in den Knast, nicht in den Kreml."

Putin hinter Gittern - ist auch mein Wunsch, meine Forderung an Russland - und würde auch dadurch falsch, wenn es so nicht kommen wird.

Auf folgendes kommt es an:

Endlose #Sanktionen gegen Russland können auch der Ukraine abträglich sein, wenn doch #Reparationen so viel wichtiger wären, so dass sich Verhandlungen lohnen können - und mehr der Gerechtigkeit dienen als unsere berechtigt bleibende Forderung nach Bestrafung Putins.


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zuletzt bearbeitet 28.03.2022 15:03 | nach oben springen



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