#616

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 27.05.2022 22:38
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Tom F., exakt, Wechsel zu anderem Spiel lautet die theoretische Quintessenz zu den dystopischen Alternativen des Feiglingsspiels.

Das tut sich nicht leicht, wenn von den Kontrahenten einer falsch, einer richtig ist, denn dadurch jeder Kompromiss falsch.
Das jedoch scheint der einzige Ausweg, zumal beiden Seiten der Krieg die "Ultima ratio" ist und das Rechtliche nur für den Einzelfall einer der Seiten genehm, dann erst recht schon nicht der böseren Seite gefallen kann.

Mit "Weichei"-Komplexen flutscht es jedoch nur tiefer ins Feiglingsspiel.

Im Unterschied zu Schwertlos-Fetischisten und/oder Putin-Fans mache ich das Feiglingsspiel ja mit - ungern, denn von Putin aufgezwungen, aber ich mache mir nicht vor, dass es anderes wäre. Und das sieht die NATO exakt wie ich.


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#617

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 29.05.2022 16:10
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

#Diplomatie & Telefonate mit Kruden machen nur Sinn, wenn jemand zu drohen oder zu locken wüsste, denn allein mit humanitären Appellen lässt sich schlecht argumentieren, weil Putin dann sagen kann, die Ukraine brauche doch bloß zu kapitulieren.

An #Drohungen und #Lockungen fällt mir zZt nichts ein, was mir irgendwie gefiele, allenfalls die Drohung, dass es nicht zwingend bei den nahezu lächerlichen Waffenlieferungen bleiben müsse und Putin direktes Eingreifen riskiere, da es aus NATO-Sicht wenig Sinn macht, ihm seinen Vormarsch nur zu erschweren, wenn es zum Stoppen nicht reicht.


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zuletzt bearbeitet 31.05.2022 12:39 | nach oben springen

#618

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 29.05.2022 16:27
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

So recht Sie haben, dass Putin per Krieg die Getreidelieferungen unterbrach, ändert diese Argumentation nichts am Dilemma, denn die Getreidelieferungen wären auch im Falle der Kapitulation wieder möglich.

Dieses Dilemma ist ein Standardproblem, wie auch bei terroristischen Entführungsfällen, für welches es auch zwischen Kapitulation und ernsthafter Offensive keine gute Lösung gibt.


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#619

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 31.05.2022 11:50
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Simon F. W., Sie beschreiben richtig, was "kein Grund" für den Krieg war,
aber um solchen Krieg zu verstehen, ist es zu sagen wichtig, was der tatsächliche Grund war.
Die wahre #Kriegserklärung lautet - wie nahezu immer, dass jemand ein Land in der Erwartung des Sieges überfällt.

Genau darum fiel Putin über die Ukraine her,
a) weil er wusste, dass sie schwächer ist und
b) weil er spekulierte, dass sich die NATO nicht traut, die Ukraine verteidigen.

Krieg ist Anmaßung aus "Recht" des Stärkeren.

Hätte sich Putin mit seinen Wünschen in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht geglaubt, dann er vor dem IGH streiten können, dass sich ihm die Ukraine zu fügen habe.

"Vorgeschichte", "geopolitischer Zusammenhang", den so viele hier zugunsten Putins bemühen, obgleich genügend Argumente sich auch gegen ihn wenden, all das ist politisch zwar wichtig, aber dann bloß noch Kriegspropaganda, weil der Krieg eben nicht daraus ist, dass man sich stritt,
sondern aus der Entscheidung, den Streit auf dem Schlachtfeld austragen zu wollen.


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#620

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 31.05.2022 12:33
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

die #Patriarchen von Moskau und Kiew - eingeladen in 'ne Talkshow - das wäre mal einschaltenswert - die #Feindesliebe in Aktion - wie so ein Blick in deren #Himmel, dem Schlachthof von Religion


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#621

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 31.05.2022 12:57
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Aktivere Diplomatie gegenüber China fordere auch ich, aber tatsächlich nicht in der Erwartung, dass China nachgibt und Putin zur Räson bringt, denn Peking liegt zu sehr daran, die NATO und allen voran die USA zu schwächen.

Obendrein fördert Putins Krieg und Zerwürfnis mit dem Westen die Abhängigkeit Russlands von Peking.

Warum fordere ich es trotz solchen Befunds?

Tatsächlich einfach bloß,
- "weil die Forderung richtig ist",
- weil es dem Falschen dienen würde, Forderungen bloß davon abhängig zu machen, ob sie dem Gegenüber gefallen.

./.

Nebenbei:
Enttäuschender, dass Indien es nicht anders als China macht, wenngleich es mich nicht überrascht, dass sich eine Demokratie in Sachen nationaler Interessen leider nicht von Diktaturen unterscheidet.

Auch das hat einfachen Grund:
Unsere Demokratien sind sämtlich "nationaldemokratisch", während das Weltdemokratische noch immer verabscheut wird.


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#622

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 31.05.2022 21:53
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

auch ich weiß nicht, mit was Scholz den Putin beeindrucken möchte, aber daran wird es nicht liegen,
- wenngleich hier welche glauben, dass Deutschland den Ukrainekrieg verschulde, verliere usw.
- oft die selben Kreise, die ihre eigene Misswirtschaft in Sachen Bundeswehr dem "Pazifismus" in die Schuhe schieben,
- oft die selben Kreise, deren spendable Konzerne erfolgreichsten und menschenrechtskorrupten Handel trieben und nun so tun, als sei "Wandel durch Handel" Motiv gewesen.


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#623

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 01.06.2022 12:52
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

1. #Rechtsextremisten in der Ukraine - die gibt es, wie auch in Russland und dort an der Macht, denn alle Medien gleichgeschaltet, Oppositionelle ermordend, Menschenrechtler verfolgt, die gesamte Gesellschaft nicht nur auf "Vaterlandsliebe" gedrillt, sondern auf "geopolitische" Rückeroberung vormals sowjetischer Republiken.

Das sind Ex-Republiken, die Jelzin zu souveränen Staaten werden ließ, um durch Auflösung der Sowjetunion sich selbst den Kreml zu erobern und Gorbatschow abzusetzen.

Von diesem Jelzin - einem populistischen, korrupten und versoffenen Egomanen - erbte Putin die Macht - und formierte Russland autoritär um.

2. #Oligarchen und Korruption in der Ukraine - die gibt es, wie auch in Russland. Und Putin ist davon nicht nur der Mächtigste, sondern der Übermächtige, der .

3. Ja, da standen massive #Streitkräfte Putins monatelang an der ukrainischen Grenze - und Kiew lehnte Verhandlungen ab - und durfte es verweigern, denn niemand braucht sich durch militärische Drohungen in "Verhandlungen" zwingen zu lassen.

4. Es komme auf die #Geopolitik" an. - Klar, immer, aber anders als viele Leut' lehne ich imperiale Ansprüche gänzlich und nicht einseitig ab,
weil völkerrechtswidrig und würdelos für jede Nation und jeden Menschen, einer imperialen Nation #Supermacht-Anmaßungen zuzubilligen, denn einzig legitime Supermacht hätten die Vereinten Nationen zu sein - und die Vetomächte nur dann legitim, wenn sie ihre Sonderrechte nicht zu eigenen Zwecken wahrnehmen .

Und mir haben die Rechtsbrüche von Imperialisten andere Konsequenzen,
z.B. wenn eine Seite völkerrechtswidrige Kriege führt, dann darf es dem "GeoRivalen" keine Ausrede für eigene Rechtsbrüche sein, aber dürfte den Überfallenen Beistand gewähren.

5. #GeoPolitik und Psyche:
Viele haben zu lange im Kalten Krieg gelebt, der dazu verführte, auf einer der beiden stärksten Seiten "Teil des Kampfes" zu sein.
Ja, das war schon recht kribbelig, sich nicht bloß als "Teil" einer Supermacht zu glauben, sondern auch noch als "Feind" von der anderen Supermacht wahrgenommen zu werden.

Sich für Teil des Großen zu halten, suggeriert eigene Größe. Es muss nicht immer schlecht sein, aber es ist vom Schema her auch bei Nationalisten und Rassisten das Hauptmotiv, den Kleinwuchs des Egos durch Anschluss an Größeres kompensieren und politisch vergesellschaften zu wollen.

Das wird immer so sein, aber für vernünftige Politik taugt es nicht, allenfalls zum Kriegerischen im Wahn, für "Großes" dann auch mehr Opferbereitschaft aufzubringen.

Je kruder die Konflikte, desto mehr "Bedeutung" bilden sich die Krudesten ein - und rennen begeistert an die Front, um endlich gebraucht zu werden - als Totmacher.

Manche tun sich leichter weiter hinten - an Tastaturen des Propagandakriegs.

Und wer für eine der "großen Streitparteien" streitet, hat mehr Publikum als wenn er "nur" dafür streitet, dass das Völkerrecht eingehalten wird - und zwar nicht nur den persönlichen Vorlieben genügend, sondern auch den Feinden gegenüber.

6. Doch wenden wir uns entgegen dem völkerrechtlichen Anspruch ruhig auch mal den #Vorlieben zu: Wo würde ich lieber leben? In Kiew oder in Moskau?

Dazu sollte man beide Städte in Zeiten vor dem 24.2.2022 kennen. Die meisten kennen davon nicht. Ich war in Sowjetzeiten dort - das zählt nicht mehr, aber hier in Berlin - auch aufgrund meiner Tätigkeiten - habe ich Menschen aus beiden Städten Kontakte, auch Odessa.
Und es ist ganz klar, dass ich vor dem Krieg besser in Kiew aufgehoben wäre als in Moskau, denn dort käme ich ins Gefängnis.

Okay, Vorlieben sind Vorlieben - und manche werden Putin mehr mögen als ich 😉.

Es war ja auch nur nebenbei, denn #völkerrechtlich haben Vorlieben KEINE Rolle zu spielen. - Das ist für schlichte Gemüter eine gewiss sehr hohe Hürde.

Aber die Evolution vom Einzeller zum Menschen bescherte uns das Denkorgan im Kopfe, nicht im Bauche und auch nicht in der Unterhose.


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#624

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 01.06.2022 13:34
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Anderswo wurde sich mit der Frage beschäftigt, warum so viele Russen Putins Krieg unterstürzen.

Ich gab viererlei Antwort:

1. Weil sich in Kriegen nahezu immer das Volk hinter die Regierung stellt, denn Furcht vor Niederlage und Hoffen auf Sieg.

2. Putins Gleichschaltung der Medien & dass sich seine Kritiker fürchten müssen.

3. Und es spielt ihm in die Hände, dass vielen Russen die Ex-Republiken "zu Russland gehören".

4. Dass viele Russen die russischen Minderheiten in den Ex-Republiken diskriminiert sehen und auch durch familiäre Bande als diskriminiert erleben.

Mit dem 4. Punkt versäumten wir Pflichten - und müssen uns dessen annehmen.


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zuletzt bearbeitet 01.06.2022 13:45 | nach oben springen

#625

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 01.06.2022 15:43
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Char L., wenn es nach Völkerrecht ginge, dann hätte Russland alles zu zahlen. - Und das sollte man Russland auch wissen lassen.

Allerdings hat solch' korrekte Ansage negative Nebenwirkung, denn es werden noch mehr Russen die Niederlage fürchten und sich hinter Putin stellen.

Darum wäre es besser gewesen, es vorher zu sagen, sehr laut und sehr deutlich.


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#626

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 02.06.2022 00:42
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Peter J., beim Spruch "wahrheitsgetreue Darstellung des Krieges, den Präsident Wladimir Putin angeblich führt" sollte dir übel werden, denn was sonst statt "Krieg" stellst du dir vor, wenn da mehr als 100.000 Putin-Soldaten mit Panzern und Luftwaffe die Grenzen überquerten?

Dass aller Text vor- %nachher mit völkerrechtlichem Dürfen nichts zu tun haben, wird dich so wenig interessieren, wie auch nicht das Recht der Ukraine nach eigener Allianz-Wahl.

Darum brauchen wir das nicht zu diskutieren, allenfalls auf die UNO-VV-Resolution verweisen, aber du hast ja bestimmt genügend "Freunde", mit denen du beim Vormarsch Putins anstoßen kannst.


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#627

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 02.06.2022 01:32
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Herbert N. A., seien wir froh, dass unser Klaus kein Balte ist, der für Lettland quer durch Russland 'nen "Zugang zum Kaspischen Meer" verlangt - mit "Special Operation" - und dann "Russland "entnazifiziert" wegen "Gruppe Wagner", deren Umtriebe in Afrika auch "nur humanitär" seien 🙃

Oder mal harsch klar gestellt >> Manchen scheint irgendwat vom "Heim-ins-Reicht" und "Korridoren" durch fremdes Land im Kopfe hängengeblieben zu sein, dass ihnen das Völkerrecht so sch***egal ist und dass sie sich am Braunen darin nicht stören.

#Verblendung aus Hass oder Zeitvertreib.


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#628

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 02.06.2022 02:32
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Jens B, bitte glaube mir - oder überprüfe es durch Recherche:

1. Ein NATO-Eingreifen ist auch dann zulässig, wenn auf Bitten eines angegriffenen Landes.

Solches NATO-Eingreifen wäre ein "Verteidigen-DÜRFEN".

2. Wenn ein NATO-Mitglied angegriffen würde, wäre es der sogenannte "Bündnisfall" und bedeutet ein , dass die NATO ih >> = ein Mitgliedsstaat wäre angegriffen, dann wäre es ein "Verteidigen-MÜSSEN".

3. Neues Völkerrecht kam mit der UNO-Charta in folgender Weise:

a) Am Selbstverteidigungsrecht hielt die UNO-Charta als ewigem Recht fest,

b) einschließlich des Rechts auf Beistand seitens anderer Staaten,

c) ABER neu >> Wer sich auf das Verteidigungsrecht beruft, hat den Weltsicherheitsrat einzuschalten, der verpflichtet ist, sich des Konflikts anzunehmen und für die Wiederherstellung des Friedens zu sorgen.

4. Kommt der Weltsicherheitsrat dieser Pflicht nicht nach, z.B. wegen Vetos oder andere Mehrheiten verhindern Beschlüsse,
so bleiben die Konfliktparteien auf sich gestellt - inklusive deren Alliierten,
bis sich der Weltsicherheitsrat vielleicht doch noch einigt oder eben nie einigt,
so dass dann gewöhnlich der Stärkere den Krieg gewinnt, ob rechtens oder nicht.

Insoweit ist sind sich Völkerrechtler einig.
Umstrittener mein nächster Punkt:

5. Der Vetomissbrauch Russlands wurde m.E. durch die Resolution der UNO-Sonder-VV kompensiert - und auch die IGH-Eilentscheidung zugunsten der Ukraine machen die militärische Beistandsleistungen zugunsten der Ukraine völkerrechtlich unbedenklich, sofern die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleibt.
Und die bisherigen Hilfen erweisen sich eher als zu dürftig.

6. Insoweit auch schon ohne mein "5." die Waffenlieferung und sogar auch ein NATO-Eingreifen zulässig wäre, stellen sich freilich weitere Fragen hoher Relevanz:

a) wieviel wir "WOLLEN", denn es wäre ja wirklich kein Vergnügen,

b) wieviel wir "KÖNNEN", denn es kann durchaus sein, dass Putin besser drauf vorbereitet ist als die NATO.


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#629

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 02.06.2022 13:59
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Die Debatte braucht es, aber möglichst aufrichtig, denn ohne "Feindbild Russland" hätten viele östliche Staaten nicht in die NATO gedrängt.
Und dass die NATO-Osterweiterung nicht zur Kreml-Fröhlichkeit taugte, war uns immer klar. Insofern Quatsch, wenn von "Appeasement der letzten Jahrzehnte" die Rede ist, die sich nun räche.

Die Verstimmungen ließen sich auch nicht durch die wenigen Elemente vertrauensbildender Momente kompensieren, wie den weitgehend bedeutungslosen "NATO-Russland-Rat" und das Beteuern von "Strategischer Partnerschaft" in Sachen Terrorbekämpfung.

Vieles stand unter dem Stern geopolitischer Rivalität und ständiger Kritik, von der vieles berechtigt war, aber falsch, dass NATO-Selbstkritisches hierzulande nahezu ausschließlich NATO-Gegnern überlassen blieb.

Was gab es an Gutem?

Partnerschaftlich und zum gegenseitigen Vorteil ging es im Handel mit Russland zu, aber stets begleitet von Sorgen und Kritik.

1. Kritik seitens derer, die weniger als ich darauf setzten, dass die gegenseitige Abhängigkeit zur #Friedlichkeit beitrage.

Mehr nicht, denn "Wandel durch Handel" war immer bloß Propaganda zur Rechtfertigung wirtschaftlichen Nutzens.
Aber die Friedlichkeit ist sowohl Voraussetzung als auch Effekt freiwilliger Handelsbeziehungen.

Dass ein Effekt längst nicht immer eine Garantie darstellt, ist gescheiten Leuten ohnehin klar, während die Dummen aus der Garantielosigkeit die Effektlosigkeit folgern.

Jedenfalls begünstigte der Handel mit Russland nicht den Krieg, wie es behauptet wird, sondern dürfte für Russland bittere Pille sein, dass er nun infolge des Krieges erliegt.

2. Kritik seitens derer, die mit Russland unversöhnter als Deutschland sind - und seitens Russlands bedrohter.

3. Kritik seitens derer, denen daraus Nachteile entstehen, dass der Energiehandel an ihren Ländern vorbei abgewickelt würde.

4. Kritik seitens derer, die mit Russland um Deutschland als Energiekunden rivalisierten.

5. Kritik seitens derer, die uns die Abkehr von Atomstrom und Kohle erschwert sehen wollten, um selbst daran festhalten zu können.

All das erledigt sich jetzt mit dem Krieg zunehmend, so dass auf längere Sicht nichts mehr an Gutem und Partnerschaft bleibt. - Vielleicht noch ein bisschen ISS.

./.

Die Debatte braucht es, aber bitte im Bewusstsein, dass "Feindbild" Tücken hat, denn Tendenz zum entgrenzten Antagonismus, der friedliche Erledigungen unterhalb der Schwelle von Sieg/Niederlage ausschließt.

Aber da es nicht sehr wahrscheinlich ist, sich alle Wünsche militärisch erfüllen zu können, dürfte auf längere Sicht dann doch wieder mehr Leuten einleuchten, dass es der Diplomatie bedarf, obendrein andere globale Probleme nicht pausieren, sondern in den Vordergrund treten können.


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#630

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 02.06.2022 17:04
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Klaus Suleiman Kufner, dann schaue gefälligst "auf die simple Landkarte", denn offenbar weißt du nicht, wo Odessa liegt.

Wenn die Türkei auf Konfrontationskurs mit der NATO ginge, dann stünde sofort Putin dem Erdogan bei - und zwar von der geraubten Krim aus.

Aber das würde Erdogan gar nicht brauchen, denn die Schifffahrt durch diese Meerenge lässt sich mit einfachsten Mitteln schließen.

Dein Antwort auf Herbert N. A. leuchten deine Abgründe aus, dass du offenbar auch noch Odessa der Ukraine geraubt sehen möchtest.

Und dann immer mit Brezinski-Gebetsmühle aus Hochphasen des Kalten Krieges, SS20, Pershing2, SDI, Kriegsschauplatz Afghanistan, Afrika, Mittelamerika.

Brezinski ist tot und war gewiss ein Böser, aber seine krude Haltung gegenüber allem Russischen hatte eben auch biographischen Hintergrund, den man nie unterschätzen sollte - auch bei uns beiden nicht.

Das waren andere Zeiten. Und seither scheint dir die Uhr im Kopf stehen geblieben.

Okay, der Islam kam dir hinzu, aber wohl auch eher in kruderer Variante mit den USA als dem Gr. Satan usw., gegen den sogar Putins Krieg segensreich sei - und angeblich für Afrika, indem sich Putin das ukrainische Getreide klaut.

Schlimmer geht zwar immer, aber es ist schon eine sehr schlimme Verirrung, mit der du in verpeilten Kreisen punktest.


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