#61

RE: UNO-Pazifismus

in Friedensforschung.de 25.07.2019 16:24
von Markus Rabanus • 3.511 Beiträge

Eli Schalom, richtig, der Unterschied der Bewaffnung wäre - und vor allem erheblich weniger.

Und so lauten auch die völkerrechtlichen Forderungen und Prognosen, denn in solche Richtung sollte auch der UNO-Generalstabsausschuss arbeiten, der mit Resolution Nr.1 ins Leben gerufen wurde - und seither wegen des Kalten Krieges untätig blieb.

Auch viele Politiker haben davon noch nie gehört, als sei die UNO-Charta unwichtig oder zu lang zum Lesen.

Und daran sieht man, wie wenig ernst der Politik mit dem Frieden ist, wie sie einfach "weiter so" machen will - und mit inzwischen 1,6 Bio. Euro für das rivalisierende Wettrüsten weltweit. Pro Jahr.

http://inidia.de/unogeneralstabsausschuss.htm

Aber eine "Welt-110" müsste immerhin auch große Bürgerkriege unterbinden können, wie er in Ruanda zum Völkermord wurde.

Dazu wird es schon auch sehr mächtige Waffen geben müssen, die viele Menschen in Schach halten oder auch töten können.

Der UNO-Pazifismus verheißt keinen neuen Menschen und leider kein Paradies.
Das tun nur die Religionen und romantische Ideologien.


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zuletzt bearbeitet 25.07.2019 16:30 | nach oben springen

#62

RE: UNO-Pazifismus

in Friedensforschung.de 25.07.2019 23:26
von Markus Rabanus • 3.511 Beiträge

Den Christen ist je nach Theologie zunächst mal Armageddon verheißen - und per Sündenvergebung am Ende auf der richtigen Seite zu stehen.

Und wie es im Paradies ausschaut, mag es ja sein, dass die Menschen dort geläutert sind und bleiben, ohne 110 auskommen - "totaliter aliter"  

Solche Erwartungen teile ich nicht, aber werde sie niemandem nehmen wollen, sondern schaue nur, dass man einander möglichst wenig Gewalt zumutet und die Apokalypse zu vermeiden versteht.

Die Waffenentwicklung betreffend bin ich halbwegs auf dem Laufenden, soweit Informationen allgemein zugänglich sind.

Und jetzt nicht als Gegenrede zu deinem letzten Post auffassen, denn die völkerrechtlich basierte Friedensforschung stimmt dir allemal zu, dass mit weit harmloseren und weniger Waffen auszukommen wäre (!).

Welche Waffen es künftig exakt sein werden, lässt sich zwar in einiger Hinsicht erahnen, aber wird eben auch davon abhängig sein, ob man die Mächte weiterhin militärisch rivalisieren lässt oder sich auf ein UNO-Streitkräftemonopol verständigt.

Unter Bedingungen des UNO-Streitkräftemonopols würde sich die Waffenentwicklung leichter limitieren und kontrollieren lassen als unter Bedingungen nationalen Wettrüstens.

Unter Bedingungen des UNO-Streitkräftemonopols hinge dessen Bewaffnung und Befehlsstruktur von Erwägungen ab, mit welchen Waffen sich Friedensbrecher heimlich ausrüsten könnten, welche Taktiken und Ziele sie verfolgen.

Das sind große und tief bearbeitete Themen - mit vielen Spekulationen. Manche werden zutreffen, manche nicht.

Problem: Es interessieren sich meist eher die falschen Leut' für militärtechnische Fragen, obgleich alle Menschheitsgeschichte zeigt, wie sehr die Macht auch von Technik abhing. LG


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#63

RE: UNO-Pazifismus

in Friedensforschung.de 31.08.2019 14:42
von Markus Rabanus • 3.511 Beiträge

"Auf den ersten Blick" unterhalten die USA etwas mehr Militärstützpunkte in aller Welt und haben auch etwas mehr Flugzeugträger  

Auf den zweiten Blick setzen unsere großen und kleinen Trumputins die Fehler der Vergangenheit fort, den Frieden bzw. die eigenen Interessen per militärischer Selbstjustiz sichern zu wollen anstatt die Rivalitäten von den Vereinten Nationen entscheiden zu lassen und durch ein UNO-Streitkräftemonopol zu untermauern.

Die Unerreichbarkeit von Sollzuständen ist aus zweierlei:
a) Dass man nichts dafür tut, "weil" andere nichts dafür tun.
b) Weil man an Selbstjustiz festhalten will.


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#64

RE: antipazifistische Zitate

in Friedensforschung.de 05.09.2019 21:32
von Markus Rabanus • 3.511 Beiträge

Ganz lieben DANK für diesen Programmhinweis.

Trotzdem fehlt das Wichtigste, denn Albert Einstein beließ es nicht bei bloßer Mahnung zum Frieden, sondern begriff den Pazifismus in Kants weltrepublikanischer Dimension - und erläuterte es in vielen, vielen Briefen sehr konkret und pragmatisch an die Mächtigen seiner Zeit und an Friedensbewegte, in welcher Weise die Vereinten Nationen entwickelt werden müssen, um die Kriege einzudämmen und zu verhindern.

Zum Pazifismus äußerte sich Albert Einstein am prägnantesten am 21. März 1952 per Brief an Morrisett: "Das Ziel des Pazifismus ist nur durch eine übernationale Organisation erreichbar. Die bedingungslose Befürwortung dieses Zieles ist das Kriterium des wahren Pazifismus."

Mich trieb es auf ähnliche Weise um und dann auf 11 knappe Zeilen gebracht plus Umsetzungsvariante in ebenfalls wenigen Sätzen:

www.pazifistisches-manifest.de


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#65

RE: antipazifistische Zitate

in Friedensforschung.de 06.09.2019 02:33
von Markus Rabanus • 3.511 Beiträge

@Dieter, "Friedensaktivist der ersten Stunde" sind wir beide nicht. Glücklicherweise, denn sonst seit Jahrtausenden tot.

So aber lässt sich noch ein bisschen wat machen:

Jedes Menschen Friedenssehnsucht in Ehren, doch für Frieden sorgt nur, wer dem Krieg die Mittel und Zwecke nimmt.
Das wollen viele, aber veranstalten es genau falsch,
- denn sie rüsten nicht das völkerrechtliche UNO-Gewaltmonopol, sondern die Streitparteien auf, also die Kräfte der Selbstjustiz.
- Und sie sanktionieren nur diejenigen Rechtsbrecher, mit denen sie selbst in Feindschaft sind, während sie ihren verbündeten Rechtsbrechern zwar ab und an Kritik zukommen lassen, aber ihnen das durch Krieg Erlangte zugestehen, wie es die USA unlängst mit den Golanhöhen machten.

Besser stattdessen www.uno-pazifismus.de


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#66

RE: antipazifistische Zitate

in Friedensforschung.de 12.09.2019 00:07
von Markus Rabanus • 3.511 Beiträge

wie augenscheinlich, so weisen die beiden Konflikte auch völkerrechtlich nicht nur Gemeinsamkeiten, sondern auch Unterschiede auf, die zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen führen müssten.

Wenn wir internationale Konflikte nicht militärisch oder mittels wirtschaftlicher Erpressung, sondern völkerrechtlich klären möchten, dann gibt es dafür völkerrechtliche Verfahren oder sie wären zu fordern.

So jedenfalls meine oft als "naiv" gescholtenen Erwartung an Politik - und konkreter, dass die Streitigkeiten,
a) sofern nicht zwischen Streitparteien diplomatisch lösbar,
b) und sie sich im Weltsicherheitsrat aufgrund von dortigen Rivalitäten und Vetopraxis nicht lösen lassen,
dann eben der IGH und/oder die UNO-Generalversammlung die Streitigkeit zu entscheiden hat.

Gewiss "leicht gesagt", denn nicht nur die Widerstände der Großen sind wirkkräftig, sondern auch die kleineren Strolche widerspenstig, insoweit sie sich einem Starken als nützlich anzudienen verstehen.

Aber jeglich "gutes Recht" (kein Tyrannenrecht) gewinnt in dem Maße an Akzeptanz, wie es den Rechtssubjekten (Menschen, Staaten, ...) nicht nur mit Einmischung droht, sondern definiert und garantiert, in welchen Belangen über bloße Kritik hinaus keine Behelligung sein darf.

Auch daran wird zu wenig gearbeitet. - Wir machen viel Politik auf wenig rechtlicher Basis.


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#67

RE: antipazifistische Zitate

in Friedensforschung.de 13.09.2019 12:19
von Markus Rabanus • 3.511 Beiträge

zu allen Zeiten wurde eigenentwickelt oder "kopiert", was mit Macht "vereinbar" ist und wurde dann auch mit dem Weltanschaulichen als "vereinbar" praktiziert.

Seit das "Erobern" verpönt ist, nennt man es "Verteidigung".

Dass es eigentlich "unvereinbar" sei, bewahrheitet sich historisch und politisch nicht,
denn zu "Weltreligionen" wurden Christentum, Islam und die "Weltideologien" Marxismus und Marktwirtschaft nicht mit Wohltätern, sondern mit Gefolgschaft für Waffengewalt und Niedertracht gegen Andersdenken.

Zum Frieden gibt es nur einen Weg: Die Eindämmung der Selbstjustiz durch Entwicklung des UNO-Gewaltmonopols.


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#68

RE: antipazifistische Zitate

in Friedensforschung.de 23.09.2019 14:44
von Markus Rabanus • 3.511 Beiträge

Ingo Brandt, wäre bewusster, wie oft die Menschheit durch die rivalisierenden Militärpotenziale an den Abgrund gerieten und wie viele Kriege daraus sind, dass militärisch statt vor Gerichten gestritten werden kann, so wäre erkannt, dass es spätestens im Atomzeitalter mit dem auf Selbstverteidigung basierten Frieden vorbei zu sein hat.

Nichts ist mehr stimmig an der klassischen Friedenssicherung, zu der es in früheren Menschheitsepochen keine Alternative gab.
Das auszuführen, lasse ich jetzt mal weg, weil niemand so faul sein sollte, sich das Denken zum Zeitenwechsel zu ersparen.

Desgleichen Deine Fragen betreffend, die schon Teil der Antworten sind und sich niemand darauf einlassen würde, ohne dass die Antworten stehen, bspw. zur Gewaltenteilung bzw. Zuständigkeiten auch zwischen den Nationalstaaten und den Vereinten Nationen, um das Weltdiktator-Risiko einzudämmen.

Albert Einstein meinte: "Ob ich die Tyrannei einer Weltregierung fürchte? Natürlich! Aber meine Furcht vor einem neuen Krieg ist noch größer. Jede Regierung ist in einer gewissen Weise vom Übel. Aber eine Weltregierung ist dem größeren Übel der Kriege vorzuziehen." - 1945, zitiert in Pais, Ich vertraue auf Intuition, S.297

Zu vielen dieser Fragen - und welcher Schritte es bedarf, gibt es nüchterne Studien, denn von der Erreichbarkeit paradiesischer Zustände gehen Völkerrechtler und halbwegs gescheite Politiker nicht aus.
Aber wie jedes Recht, so ist auch das Völkerrecht, solange es an überparteilicher Durchsetzungsmacht fehlt, bestenfalls moralischer Appell und Maßstab für Richtig und Falsch, aber unter den gegenwärtigen Verhältnissen im Belieben der Streitparteien und ihrer militärischen Möglichkeiten.

Das gilt es zu ändern. Und jeder Schritt, wie bspw. von mir im Umsetzungsabschnitt beschrieben - und übrigens auch von der UNO-Charta angedacht, brächte Vorteil.

Aber viele Menschen - und folglich auch deren politische Vertreter - sind einfach zu faul, wenigstens die kurze UNO-Charta zu lesen und zu verstehen, wissen NICHTS vom UNO-Generalstabsausschuss (Art.26 und Art.45 fortfolgende), wissen zu wenig, welche Anforderungen an Staaten zu stellen sind, die sich auf ihr Selbstverteidigungsrecht berufend militärisch agieren. Usw.

Viele Menschen begaffen und kommentieren die Drohungen, Sanktionen und Kriege wie Wetterbericht aus dem Nähkästchen ihrer Sympathien und Antipathien, nicht nach Völkerrecht.

Die Diplomatie sei gescheitert, nun könne, müsse und werde es sich anders entscheiden, lassen sie sich immer wieder erzählen.

Solche Rechtsvergessenheit ist "schlicht", "SW-Denken" und schlecht, unterscheidet sich vom Gegenüber in solchen Streitigkeiten nicht.


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#69

RE: antipazifistische Zitate

in Friedensforschung.de 13.11.2019 00:50
von Markus Rabanus • 3.511 Beiträge

Gabriele v.M., gute Frage, aber ein bisschen Antwort kann schon sein, denn die Friedlichkeit der Friedlicheren reichte zum Frieden nie aus.

Wer was "ausgelöst" hat, verlängert oft bloß den Streit, so dass es mitunter mehr Sinn macht, sie mehr Gedanken darüber zu machen, wie politische Übereinkünfte auszuschauen hätten, die Fortsetzung von Streit eindämmen, vermeiden.

Drum: Mindestens mitursächlich sind so ziemlich alle, die zu anderweitig interessiert sind und zu wenig dafür streiten, dass Streitigkeiten demokratisch, diplomatisch oder vor Gerichten ausgefochten werden anstatt durch Wettrüsten, Erpressung und Krieg.


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#70

Pazifismus statt Militarismus und Kuschelpazifismus

in Friedensforschung.de 23.11.2019 14:21
von Markus Rabanus • 3.511 Beiträge

Bin zu alt für die Ostfront ;-)
Auch darum Friedensforschung.de
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Murat: "Dieses Mal wird es anders sein. Der Osten kommt zu uns. Nennt sich Westfront. Leider werden wir dem nichts entgegensetzen können. Der Pazifismus in Deutschland macht uns zu willfährigen Objekten. Wir brauchen bessere Waffen anstatt leere Worte der Friedensforschung."

Murat schlottern schon die Knie? Und dann noch diese fiesen Pazifisten ;-)
Lies mal entspannt www.pazifistisches-manifest.de , denn wovon du redest, ist Kuschelpazifismus.
Russland betreffend: Die allseits nationalistischen Konflikte in und um die ehemaligen Sowjetrepubliken als Gefährdung Westeuropas aufzufassen, ist einer der Gründe, warum die regionalen Konflikte zur globalen Gefahr werden.

Statt Kooperation lassen wir uns in Ost und West das Gezerre um Macht- und Marktanteile forcieren. Dafür werden die ethnischen, nationalistischen Stereotype mobilisiert, für Aufrüstung und Kriege instrumentalisiert. Eine unfassliche und unverzeihliche Verschwendung von materiellen und geistigen Ressourcen.


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#71

RE: Pazifismus statt Militarismus und Kuschelpazifismus

in Friedensforschung.de 23.11.2019 16:17
von Markus Rabanus • 3.511 Beiträge

Nicht gepostet, weil falsch: Also mir kein Grund für Verdrießlichkeit, denn mir tun eigentlich immer nur die Kinder leid, obgleich sie am Ende nur selten besser als ihre Eltern werden.


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#72

RE: Pazifismus statt Militarismus und Kuschelpazifismus

in Friedensforschung.de 23.11.2019 16:18
von Markus Rabanus • 3.511 Beiträge

Murat, stimmt, wenn man unter "Appeasement" versteht, was man unter diesem Label veranstaltete, aber es war kein "Appeasement", sondern Bruch des Völkerrechts, als man einen Vertrag zulasten Dritter unterschrieb.

Und Chamberlains Abkommen war kein Einzelfall, denn völkerrechtswidrig kaum anders, wenn man Erdogan bewilligt, in Syrien eine "Schutzzone" zu errichten oder Netanjahu die Golanhöhen zuspricht. Auch in Afrika passiert vieles, wohin wir zu wenig schauen.

@Murat, so bist du & so ist die Welt - tatsächlich meinen Vorstellungen ungenügend.
Und die vielen, vielen Menschen wie DU sind mir ein bisschen Trost, denn je größer solch' Übermacht, desto verzeihlicher das Scheitern der Gescheiteren.

Der "Homo hochtechnologikus" scheint nicht sapiens genug, um sich so lange wie die Dinos diesem Planeten zu erhalten, aber zum Misanthropen werde ich trotzdem nicht. Aus mindestens zwei Gründen:
1. Aus ethischem Imperativ.
2. Zu viele liebe Kontakte vor Ort und in alle Welt.

Ich wünsche uns beiden ein schönes Wochenende <3


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#73

RE: Pazifismus statt Militarismus und Kuschelpazifismus

in Friedensforschung.de 11.12.2019 13:43
von Markus Rabanus • 3.511 Beiträge

Auch nicht, denn wer die Kriege beginnt und/oder gewinnt, war und ist ja leider nicht immer das Gute. Folglich darf der Krieg nicht entscheiden.

Und nicht so archaisch denken, denn richtig wäre:
Wenn zwei sich streiten, müssen Gerichte entscheiden. Und dafür braucht es das militärische Gewaltmonopol zur Durchsetzung des Rechts.

Ich brachte es mal auf 11 knappe Zeilen, wie völkerrechtlicher Frieden zu funktionieren hätte, worauf aber leider auch kein Heiko Maas hin arbeitet, wie ich es in weiteren, wenigen Zeilen ebenfalls darlege.

Lies mal, geht ganz schnell, aber richtig hinschauen, ob du eine Stelle findest, an der sich Widerspruch erlaubt, denn dass es in Gänze Denkgewohnheiten widersprechen mag, wäre halt nur Gewohnheit und längst noch nicht Logik oder gar richtige Praxis.

www.pazifistisches-manifest.de


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