#1

"Schleierfahndung"

in Sonstiges & Verschobenes 12.06.2017 10:15
von Markus Rabanus • 383 Beiträge

"Schleierfahndung" hat das Zeug zum Unwort des Jahres.


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#2

Beobachten, ohne zu handeln ...

in Sonstiges & Verschobenes 12.06.2017 10:15
von Markus Rabanus • 383 Beiträge

Wikipedia führt dazu aus: "Als Schleierfahndung werden verdachtsunabhängige Personenkontrollen bezeichnet. Zum Teil wird auch von ereignisunabhängigen, anlassunabhängigen oder – bei der Bundespolizei – lageorientierten Personenkontrollen gesprochen. Als Erfinder gilt Gosbert Dölger, der 1995 Polizeidirektor in Aschaffenburg war. Der Begriff wurde vom damaligen bayerischen Innenminister Günther Beckstein geprägt."

"Fahndung" ist jedoch eigentlich "gezielte Suche" und passt schon mal nicht als Oberbegriff für "verdachtsunabhängige" und "anlassunabhängige" = willkürliche Personenkontrollen, von denen man sich Zufälliges verspricht.

"Lageorientierte Personenkontrollen", wie ohnehin zahlreich, z.B. Flughäfen, Veranstaltungen usw., passt da schon eher.

Und macht es Sinn?

Es würde durchaus die öffentliche Sicherheit erhöhen, wenn jeder jederzeit mit Personenkontrollen zu rechnen hätte. Waffenbesitz, Drogen, ...

Aber ich halte es für realitätsfern, dass dann meine Mutter "verdachtsunabhängig" überprüft wird, obgleich dringend nötig ;-)

Vermutlich wird eher Freund Hasan und Mohammed treffen, denen es wenig schmeicheln dürfte, wenn ihnen "Verdachtsunabhängigkeit" zugesichert wird.

Rassistische Spaltung der Gesellschaft würde vertieft.

Wer das vermeiden, aber mehr Personenkontrollen will, muss dann eben doch in vielem größerem Umfang Personenkontrollen durchführen - und zwar in Art und Weise, die eben keinen rassistischen Verdacht aufkommen lassen.
Aber Verdacht käme trotzdem auf, denn wieder würde Freund Hasan intensiver durchsucht, zumal seine Farben andere sind als meine und ihm von Dumpfbacken jeglicher Bart ins Düstere interpretiert wird,
während ich mir jeden Bart leisten kann - mit Ausnahme des Hitler-Rotzfangs, aber der käme für mich auch nicht in Betracht.

Überwachungsstaat?

Die Überwacherei weiter auszudehnen als das Tätigwerden gegen Unfriedliche, überschreitet längst die Grenzen der Zumutbarkeit - und verkaspert sich gegenüber den Strolchen, die sich als "Gefährder" mit "Beobachtern" am Schlepptau gefallen.
Die gesellschaftliche Akzeptanz für solchen Personaleinsatz geht mit jeder Nachricht über die Kosten gegen Null - und zurecht.

Polizeiliches Einschreiten wäre viel öfter erforderlich. Negativ Verhaltensauffällige sollten durchaus öfter kontrolliert werden und mit Bußen belegt, denn das schuldet die Gesellschaft den Schwächeren und Ängstlichen - und hat vielleicht hier und da sogar erzieherischen Effekt.

Unmittelbar gegen den Terrorismus hilft es zwar nichts, weil wer Leute umbringen will, hat immer Gelegenheit, aber alle Geschichte hat Vorgeschichte - und Prävention ist eben auch, der Verächtlichkeit gegenüber der Gesellschaft in den vorherigen Stufen zu begegnen.


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zuletzt bearbeitet 12.06.2017 10:32 | nach oben springen


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