#1

Agaporniden "Agas"

in Sonstiges 23.06.2019 02:11
von Markus Rabanus • 7.040 Beiträge

Rosenköpfchen sind schwererziehbare Kleinpapageien, weil sehr eigensinnig.

Am gesündesten sind Naturfarbene aus guten Zuchtsystemen, die Inzucht vermeiden und artgerecht aufziehen, nicht zu früh den Eltern wegnehmen, nicht bloß mit "praktischem" Trockenfutter, sondern mit besten Körnermischungen und viel, viel Grünzeug, insbesondere Vogelmiere, Vogelknöterich, Löwenzahn, also sogenanntes "Unkraut", wie es sich bei Spaziergängen kostenlos und möglichst auf Abstand von Straßen und giftbesprühten Feldern sammeln lässt.

Vom Gemüsehändler insbesondere Stangensellerie, Möhrengrün, aber wirklich nur "Bio", denn je kleiner die Konsumenten, desto schlechter stecken sie Gifte weg.

Wurden Agas ohne Grünzeug aufgezogen, dann kann die Umgewöhnung an gesundes Futter langwierig sein:
Zunächst kleine Mengen, auch anfeuchten - und Frische muss unbedingt sein, wie mit dem Trinkwasser. Kaum etwas schmeckt schlechter als matschiger Salat. Und Agas sind qualifizierte Feinschmecker, meiden jeglichen Kompost, es sei denn, sie würden ansonsten verhungern.

Ideal für Anfänger ist die paarweise Haltung, denn mehr führt zu mehr Reibereien. Und "Schwarmvogel" stimmt eher bloß für die Natur, denn der Schwarm dient dort der Sicherheit, während die Pieper ohne gemeinsamen Feind ganz gerne auf individuellen Pfaden wandeln.

Jedoch keine Einzelhaltung, denn der Mensch kann einem Papagei niemals den Artgenossen ersetzen, wie sich leider viele Menschen einbilden und die Anhänglichkeit ihrer Tiere genießen, aber das mag mit mancher Katze klappen, nie jedoch mit Papagei, Hund usw., denn die leiden, wenn sie nicht mitentscheiden können, ob sie allein gelassen werden - und sei es auch "nur" zwecks Einkauf.

Einsamkeit an sich ist weder für Hund noch Agas eine Qual, aber immer nur im Rahmen ihrer eigenen Wahl.

Agas brauchen frische Zweige zum Knabbern (Mineralien), zum Einsatz ihres Schnabelgeschicks, zum Basteln, zum Wippen und Klettern und Abhängen lassen, denn in jedem gesunden Aga steckt ein Schimpanse drin.

Agas brauchen viel Freiflug, sind klein und haben dadurch mehr Spaß an unseren kleinen Wohnungen als größere Papageien haben können.

Agas lassen sich sehr gut ohne Voliere frei in der Wohnung mit Ausnahme der Küche halten, wenn an alles gedacht wird, was sie vor Genickbrüchen an Fensterglas, vor dem Zerquetschen beim Türen-Schließen, vor Giften, vor Fallen und dem Entfliegen bewahrt.

Blei, Zink, Kerzen usw. sind gefährlich, obgleich Agas sowat nicht fressen, aber gerne wirkungsvoll knabbern - und sich dabei schrecklich vergiften können, tödlich oder Lähmung, wie bei Freunden geschehen.

Agas lassen sich in solcher Haltung auch für bestimmte Standorte begeistern, wenn dort konzentriert Zweige und Schlafplätze dem Sicherheitsbedarf von Agas genügen, möglichst hoch über unseren Köpfen, während Käfige und Kleinvolieren meist viel zu tief stehen.

Für Normalhaushalte ist allerdings der Volieren-Eigenbau raumhoch und geräumig am sichersten, erleichtert Helfern die Pflege bei Urlaubsabwesenheit >> Zwei Meter breit, 70 cm tief, also wenigstens wie ein geräumiger Kleiderschrank sollte es für derart agile Lebewesen schon sein.

Also nicht ganz so leicht wie ein Hamsterkäfig, aber auch deren Wünsche werden meist arg unterschätzt.
Und doch ist ein glückliches Aga-Leben mit uns machbar - und es ihnen recht zu machen, macht Spaß und Paradies. LG


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zuletzt bearbeitet 23.06.2019 02:39 | nach oben springen

#2

RE: Agaporniden "Agas"

in Sonstiges 28.06.2019 02:51
von Markus Rabanus • 7.040 Beiträge

Unsere Agas (nur noch "alle Neune") schlafen pünktlich jeden Abend ab 20 Uhr, auch wenn es draußen noch hell ist. Dann schlafen die Wildvögel auch schon. Zwischen 19 und 20 Uhr kommen allabendlich noch einige Kohlmeisen in die Küche, bekommen ihre Bienenmaden und Mehlwürmer. Dann ist Nachtruhe.
Mit den Vögeln draußen kommen allmorgendlich unsere Agas aus ihren Schlafhöhlen - deutlich vor fünf Uhr - bejubeln oft übertrieben laut den neuen Tag. Einige Agas halten sich für verpflichtet, durch Rumschlabbern und Bisse in unsere Füße zu testen, ob wir noch leben.
Zieht man die Füße ein, suchen sie Eingänge oder streiten sich.
Wenn Christiane nicht freiwillig aufwacht, latscht ihr Coco übers Gesicht. Macht er bei mir auch, weshalb ich inzwischen dann doch lieber anderswo schlafe.
Im Winter ist es besser, denn die Pieper schlafen länger und wecken dann eigentlich schöner als es ein Wecker könnte.


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#3

RE: Agaporniden "Agas"

in Sonstiges 23.10.2019 15:21
von Markus Rabanus • 7.040 Beiträge

@Cagri G., ich finde gut, dass du fragst - und ich mache auch keine Werbung für "gute Züchter", weil es eigentlich viel zu viele arme Agas gibt, die von schlechterer Haltung in bessere Haltung zu wechseln hätten oder Tierheime überfüllen.

Mal so meine Antwort aus eigener Erfahrung:

Wenn die Elterntiere perfektes Futter bekommen, also nicht bloß "Trockenfutter", sondern an Kräuter, Frischekost gewöhnt sind, dann kommt auch der Nachwuchs nicht zu kurz.
Aber irgendwann verstößt die Henne dann den Nachwuchs aus dem Nestbereich, was ziemlich brutal werden kann, wenn man sie dann nicht trennen kann.
Und einige Monate später kann es umgekehrt kommen, dass die jüngeren Hennen die älteren Hennen zu verdrängen versuchen. Dann kann so ein kleines Vogelparadies richtig zur Hölle werden, denn die Verletzungsgefahren sind groß, so dass man dauernd aufpassen muss, dass nichts schief läuft.

- In freier Natur haben die Pieper bessere Ausweichmöglichkeiten und gefährliche, gemeinsame Feinde,
- bei Züchtern wird getrennt und verhökert, so dass sich die beschriebenen Probleme nicht stellen.

Wenn alles bei dir schön ist, dann ist es wirklich besser, man lässt es dabei und tauscht die Eier, denn Hölle statt Paradies braucht man eigentlich nicht  


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#4

RE: Agaporniden "Agas"

in Sonstiges 13.11.2019 16:11
von Markus Rabanus • 7.040 Beiträge

Wie alt dürfen Aga-Trinkwasser, Kräuter, Obst sein?
So alt, wie du davon noch trinken & essen würdest ;-)

Agas sind Feinschmecker. Oft mehr als wir.


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#5

RE: Agaporniden "Agas"

in Sonstiges 03.12.2019 11:58
von Markus Rabanus • 7.040 Beiträge

Sieht zauberhaft aus, aber besser als Zimmer-Voli geeignet, weil zu klein, wenn ohne Freiflug.
Schleusen sind unglaublich wichtig, denn geflüchtet wird auch an Händen vorbei.
Bei Eingriffen müsste wenigstens ein großes Netz über Mensch und Voli, sonst geht es schief.
Falls sich in der Wohnung Platz findet (oft sind Schränke entbehrlich), dann müsste ein Gestell drunter, denn Agas möchten hoch leben und auf uns runter gucken können, um sich sicherer zu fühlen.
Draußen noch wichtiger, dass die Volis höher sind, denn streunende Katzen, Waschbären und Füchse lösen bei Vögeln schlimme Panik aus, wenn sie nicht flüchten können.
Wenn die Bodenplatte durch Untergestell auf Gürtelhöhe wäret, fällt die Käfigreinigung leichter und drunter wäre Stauraum.
Tut mir ganz schrecklich leid, eine derart hübsche Voli kritisiert zu haben, aber wirklich nicht geeignet zu Außen-Zwecken. LG


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#6

RE: Agaporniden "Agas"

in Sonstiges 24.03.2020 14:15
von Markus Rabanus • 7.040 Beiträge

Unsere Wohnung optimierten wir nach und nach auf käfiglose Haltung, denn die schlauen Biester fühlen sich eingesperrt, wenn sie uns nicht überall hin überholen können.

Durch eine umfängliche Alt- und Frischzweige-Konzentration an einer 5-Meter-Regalwand ist jedoch dort ihr hauptsächlicher Aufenthalt - und begrenzter Zerstörungsort ;-)
Glatte Fußböden machen die Hygiene leicht.

Käfige haben wir nur für kurze "Haftstrafen" oder kurze Eingewöhnung, denn Notaufgenommene müssen sich die Umgebung und anderen zunächst gründlich begucken können.
Mal genügen 20 Minuten, mal braucht es viele Stunden.

Alle Fenster haben "stabile Vorhänge" mit einer Maschenweite aus Ringen (max. 8 cm Durchmesser), in denen sich zwar landen und klettern lässt, aber keine Durchflugversuche provozieren, denn Fenster sind zu gefährliche Genickbrecher.


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zuletzt bearbeitet 24.03.2020 14:28 | nach oben springen

#7

RE: Agaporniden "Agas"

in Sonstiges 29.03.2020 21:26
von Markus Rabanus • 7.040 Beiträge

beneidenswert, dass Agas keine Gehörschäden erleiden, wenn sie einander volle Lautstärke oft direkt ins Ohr tröten. 🙉


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#8

RE: Agaporniden "Agas"

in Sonstiges 02.04.2020 17:11
von Markus Rabanus • 7.040 Beiträge

Nesterbau und Eiern halte ich für ein Aga-Grundrecht - und mangels Natur sind wir dann für die Familienplanung zuständig.
Das ist durch Eiertausch leicht zu machen.
Allerdings passierte uns schon, dass geeiert wurde und wir es erst merkten, als die Piepstöne vom Bücherregal kamen, obgleich alle Agas bei den Kräutern waren.


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#9

RE: Agaporniden "Agas"

in Sonstiges 17.06.2020 13:35
von Markus Rabanus • 7.040 Beiträge

Möglichst bis an die Decke. Agas gucken sehr gerne auf uns herab ;-) Verschafft ihnen Sicherheitsgefühle.
Wände und Decken sind besser verständliche Grenzen als ringsum Vergitterung, denn Gitter wirken psychologisch immer irgendwie schikanös, nicht alles Sichtbare anfliegen zu können. - Das stelle ich mir für Vögelchen schlimmer als für uns Menschen vor.
Volieren-Innenraum mit möglichst großen "Flugkorridoren". Agas sind klein, aber große Spannweite :-)
Eigenbau ist immer das Beste, was du machen kannst, denn optimale Raumnutzung möglich <3


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#10

RE: Agaporniden "Agas"

in Sonstiges 03.07.2020 22:31
von Markus Rabanus • 7.040 Beiträge

Agas lassen sich leider so wenig "zähmen" wie meine Frau, aber "zutraulicher" können sie werden, je vertrauenswürdiger und dienlicher ich ihnen erscheine ;-)


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#11

RE: Agaporniden "Agas"

in Sonstiges 12.07.2020 14:58
von Markus Rabanus • 7.040 Beiträge

S.& Gabi, "Miniblue" landete vorerst bei uns. Wir waren von Je.... kontaktiert und sagten zu.
Total süßer Zwerg, unternehmungslustig, freundlich und selbstbewusst <3


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#12

RE: Agaporniden "Agas"

in Sonstiges 07.08.2020 15:33
von Markus Rabanus • 7.040 Beiträge

Ja, leider ist von Nachwuchs abzuraten. Wenn die Mama der Auffassung ist, der Nachwuchs habe zu verschwinden, kann es sehr ruppig werden und auch später zu Generationskonflikten führen, die Gliedmaßenverluste oder gar Tod zur Folge haben können.


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#13

RE: Agaporniden "Agas"

in Sonstiges 07.08.2020 15:37
von Markus Rabanus • 7.040 Beiträge

Bei uns passierte es vor 6 Jahren versehentlich, weil unsere "Motte" hinter Büchern ein zweites Nest hatte.
War alles supersüß, als die ersten hervor krabbelten, umsorgt wurden, erste Flugversuche usw., aber wenige später mussten wir ganztags aufpassen, dass sie einander nichts antun.

Das ist allerdings nicht bloß Nachwuchsproblem, sondern kommt auch bei Schwarmhaltung vor. Darum empfehle ich bloß Paarhaltung und Eiertausch (Plastikeier), falls gebrütet wird.

Unsere Agas - zur Zeit 11 - brauchen trotz der ihren Bedürfnisse entgegen kommenden Platzverhältnisse und Gestaltung eigentlich ganztägige Aufsicht, dass sie einander nüscht Schlimmes antun, obgleich es auch ganze Wochen harmonisch zugehen kann.

Tut zu weh, wenn es in einem schönen Aga-Paradies zu Krieg kommt.


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zuletzt bearbeitet 07.08.2020 15:39 | nach oben springen

#14

RE: Agaporniden "Agas"

in Sonstiges 15.08.2020 14:31
von Markus Rabanus • 7.040 Beiträge

Unser Coco kam mit stark vergrößerter Leber zu uns. Wir haben für Untersuchungen und Präparate sehr tief in die Tasche gegriffen, um ihm wenigstens die Symptome (Juckreiz) zu lindern.

Nichts half wirklich, wie spätere Untersuchungen und seine Symptome zeigten.

Fettleber lässt sich nur selten und wenig heilen,

Darum folgende Ziele,
durch a) viel Bewegung und b) durch gezielte Ernährung die weitere Fettleberbildung zu vermeiden versuchten, was jedoch nicht immer gelingt, wenn Leberfehlfunktionen den Status verschlechtern.

Also viel, viel Kräuternahrung, kein Obst (denn Fruchtzucker verstärkt die Fetteinlagerung) und für unseren Coco das im Vergleich zum Aga-Körnerfutter fettärmere Wellensittich-Körnerfutter.

Unser Coco jammert zwar oft, wenn es juckt, aber seit den fast 4 Jahren bei uns dann doch ein glückliches, aktives Leben.


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#15

RE: Agaporniden "Agas"

in Sonstiges 20.08.2020 15:32
von Markus Rabanus • 7.040 Beiträge

Wir haben 11 Agas, davon drei mit Pflegestufe - und 96 % der Zeit ist Frieden, aber immer mal wieder auch wichtig, dass wir bei Streitereien einschreiten können, weil wir zuhause arbeiten und Unfrieden mitbekommen.
Drum empfehle ich Aga-Liebhabern eigentlich eher bloß die paarweise Haltung, wenn nicht wie wir ständig zuhause, denn Agas neigen bei Auswahl zur Eifersucht - und dann kann aus einem schönen Vogelparadies janz wat anderes werden.
Oft ist weniger mehr. <3


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