#1

Agaporniden "Agas"

in Sonstiges 23.06.2019 02:11
von Markus Rabanus • 3.511 Beiträge

Rosenköpfchen sind schwererziehbare Kleinpapageien, weil sehr eigensinnig.

Am gesündesten sind Naturfarbene aus guten Zuchtsystemen, die Inzucht vermeiden und artgerecht aufziehen, nicht zu früh den Eltern wegnehmen, nicht bloß mit "praktischem" Trockenfutter, sondern mit besten Körnermischungen und viel, viel Grünzeug, insbesondere Vogelmiere, Vogelknöterich, Löwenzahn, also sogenanntes "Unkraut", wie es sich bei Spaziergängen kostenlos und möglichst auf Abstand von Straßen und giftbesprühten Feldern sammeln lässt.

Vom Gemüsehändler insbesondere Stangensellerie, Möhrengrün, aber wirklich nur "Bio", denn je kleiner die Konsumenten, desto schlechter stecken sie Gifte weg.

Wurden Agas ohne Grünzeug aufgezogen, dann kann die Umgewöhnung an gesundes Futter langwierig sein:
Zunächst kleine Mengen, auch anfeuchten - und Frische muss unbedingt sein, wie mit dem Trinkwasser. Kaum etwas schmeckt schlechter als matschiger Salat. Und Agas sind qualifizierte Feinschmecker, meiden jeglichen Kompost, es sei denn, sie würden ansonsten verhungern.

Ideal für Anfänger ist die paarweise Haltung, denn mehr führt zu mehr Reibereien. Und "Schwarmvogel" stimmt eher bloß für die Natur, denn der Schwarm dient dort der Sicherheit, während die Pieper ohne gemeinsamen Feind ganz gerne auf individuellen Pfaden wandeln.

Jedoch keine Einzelhaltung, denn der Mensch kann einem Papagei niemals den Artgenossen ersetzen, wie sich leider viele Menschen einbilden und die Anhänglichkeit ihrer Tiere genießen, aber das mag mit mancher Katze klappen, nie jedoch mit Papagei, Hund usw., denn die leiden, wenn sie nicht mitentscheiden können, ob sie allein gelassen werden - und sei es auch "nur" zwecks Einkauf.

Einsamkeit an sich ist weder für Hund noch Agas eine Qual, aber immer nur im Rahmen ihrer eigenen Wahl.

Agas brauchen frische Zweige zum Knabbern (Mineralien), zum Einsatz ihres Schnabelgeschicks, zum Basteln, zum Wippen und Klettern und Abhängen lassen, denn in jedem gesunden Aga steckt ein Schimpanse drin.

Agas brauchen viel Freiflug, sind klein und haben dadurch mehr Spaß an unseren kleinen Wohnungen als größere Papageien haben können.

Agas lassen sich sehr gut ohne Voliere frei in der Wohnung mit Ausnahme der Küche halten, wenn an alles gedacht wird, was sie vor Genickbrüchen an Fensterglas, vor dem Zerquetschen beim Türen-Schließen, vor Giften, vor Fallen und dem Entfliegen bewahrt.

Blei, Zink, Kerzen usw. sind gefährlich, obgleich Agas sowat nicht fressen, aber gerne wirkungsvoll knabbern - und sich dabei schrecklich vergiften können, tödlich oder Lähmung, wie bei Freunden geschehen.

Agas lassen sich in solcher Haltung auch für bestimmte Standorte begeistern, wenn dort konzentriert Zweige und Schlafplätze dem Sicherheitsbedarf von Agas genügen, möglichst hoch über unseren Köpfen, während Käfige und Kleinvolieren meist viel zu tief stehen.

Für Normalhaushalte ist allerdings der Volieren-Eigenbau raumhoch und geräumig am sichersten, erleichtert Helfern die Pflege bei Urlaubsabwesenheit >> Zwei Meter breit, 70 cm tief, also wenigstens wie ein geräumiger Kleiderschrank sollte es für derart agile Lebewesen schon sein.

Also nicht ganz so leicht wie ein Hamsterkäfig, aber auch deren Wünsche werden meist arg unterschätzt.
Und doch ist ein glückliches Aga-Leben mit uns machbar - und es ihnen recht zu machen, macht Spaß und Paradies. LG


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zuletzt bearbeitet 23.06.2019 02:39 | nach oben springen

#2

RE: Agaporniden "Agas"

in Sonstiges 28.06.2019 02:51
von Markus Rabanus • 3.511 Beiträge

Unsere Agas (nur noch "alle Neune") schlafen pünktlich jeden Abend ab 20 Uhr, auch wenn es draußen noch hell ist. Dann schlafen die Wildvögel auch schon. Zwischen 19 und 20 Uhr kommen allabendlich noch einige Kohlmeisen in die Küche, bekommen ihre Bienenmaden und Mehlwürmer. Dann ist Nachtruhe.
Mit den Vögeln draußen kommen allmorgendlich unsere Agas aus ihren Schlafhöhlen - deutlich vor fünf Uhr - bejubeln oft übertrieben laut den neuen Tag. Einige Agas halten sich für verpflichtet, durch Rumschlabbern und Bisse in unsere Füße zu testen, ob wir noch leben.
Zieht man die Füße ein, suchen sie Eingänge oder streiten sich.
Wenn Christiane nicht freiwillig aufwacht, latscht ihr Coco übers Gesicht. Macht er bei mir auch, weshalb ich inzwischen dann doch lieber anderswo schlafe.
Im Winter ist es besser, denn die Pieper schlafen länger und wecken dann eigentlich schöner als es ein Wecker könnte.


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#3

RE: Agaporniden "Agas"

in Sonstiges 23.10.2019 15:21
von Markus Rabanus • 3.511 Beiträge

@Cagri G., ich finde gut, dass du fragst - und ich mache auch keine Werbung für "gute Züchter", weil es eigentlich viel zu viele arme Agas gibt, die von schlechterer Haltung in bessere Haltung zu wechseln hätten oder Tierheime überfüllen.

Mal so meine Antwort aus eigener Erfahrung:

Wenn die Elterntiere perfektes Futter bekommen, also nicht bloß "Trockenfutter", sondern an Kräuter, Frischekost gewöhnt sind, dann kommt auch der Nachwuchs nicht zu kurz.
Aber irgendwann verstößt die Henne dann den Nachwuchs aus dem Nestbereich, was ziemlich brutal werden kann, wenn man sie dann nicht trennen kann.
Und einige Monate später kann es umgekehrt kommen, dass die jüngeren Hennen die älteren Hennen zu verdrängen versuchen. Dann kann so ein kleines Vogelparadies richtig zur Hölle werden, denn die Verletzungsgefahren sind groß, so dass man dauernd aufpassen muss, dass nichts schief läuft.

- In freier Natur haben die Pieper bessere Ausweichmöglichkeiten und gefährliche, gemeinsame Feinde,
- bei Züchtern wird getrennt und verhökert, so dass sich die beschriebenen Probleme nicht stellen.

Wenn alles bei dir schön ist, dann ist es wirklich besser, man lässt es dabei und tauscht die Eier, denn Hölle statt Paradies braucht man eigentlich nicht  


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#4

RE: Agaporniden "Agas"

in Sonstiges 13.11.2019 16:11
von Markus Rabanus • 3.511 Beiträge

Wie alt dürfen Aga-Trinkwasser, Kräuter, Obst sein?
So alt, wie du davon noch trinken & essen würdest ;-)

Agas sind Feinschmecker. Oft mehr als wir.


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#5

RE: Agaporniden "Agas"

in Sonstiges 03.12.2019 11:58
von Markus Rabanus • 3.511 Beiträge

Sieht zauberhaft aus, aber besser als Zimmer-Voli geeignet, weil zu klein, wenn ohne Freiflug.
Schleusen sind unglaublich wichtig, denn geflüchtet wird auch an Händen vorbei.
Bei Eingriffen müsste wenigstens ein großes Netz über Mensch und Voli, sonst geht es schief.
Falls sich in der Wohnung Platz findet (oft sind Schränke entbehrlich), dann müsste ein Gestell drunter, denn Agas möchten hoch leben und auf uns runter gucken können, um sich sicherer zu fühlen.
Draußen noch wichtiger, dass die Volis höher sind, denn streunende Katzen, Waschbären und Füchse lösen bei Vögeln schlimme Panik aus, wenn sie nicht flüchten können.
Wenn die Bodenplatte durch Untergestell auf Gürtelhöhe wäret, fällt die Käfigreinigung leichter und drunter wäre Stauraum.
Tut mir ganz schrecklich leid, eine derart hübsche Voli kritisiert zu haben, aber wirklich nicht geeignet zu Außen-Zwecken. LG


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