#1

Kopftuch = arbeitslos ?

in Dialoglexikon.de 29.04.2017 15:59
von Markus Rabanus • 383 Beiträge

Eine 33-jährige Muslima hat studiert, schrieb seit binnen weniger Monate 40 Bewerbungen, erfolglos.

Meine Antwort:

Ja, das Kopftuch kann Arbeitslosigkeit bedeuten,
"arbeitslos machen" hingegen nicht, denn das ist gesetzlich verboten.

Wie Fatma hielt auch ich mich für einen "emanzipierten" Mann und hielt die Symbole meines Ideologie wie Fatma "für meine Revolution".
Aber niemals hätte ich von anderen erwartet, dass sie das so dolle finden müssten, wenn ich dann mit Hammer&Sichel-Abzeichen oder Rockerkluft in höherer Anstellung die Firma repräsentiere.

Nun mag Fatma denken, dass meine Ideologie ja wat anderes sei als ihre heilige Religion.

Irrtum, denn mir war mein Schwachsinn nicht weniger heilig.

Und würde Fatma ihre Firma gerne durch wen mit Rockerkluft oder Hammer&Sichel repräsentiert sehen?

Wer keine Kompromisse machen mag, hat auch nicht von anderen Menschen Kompromisse zu erwarten.
Es ist eine Frage der Zivilisiert, solcher Goldenen Regel zu folgen. - Wer das nicht kann, hat Nachteile.

Nebenbei: In meinem Unternehmen war und wäre auch heute ein religiöses Kopftuch überhaupt kein Problem, aber ich kann es mir auch leisten, etwas anders als andere zu sein.

Und religiöse Kopftücher im Freundeskreis, zumal mir stets der Mensch darunter im Vordergrund steht, ist hier in Berlin überhaupt keine Seltenheit, aber wer sich beklagt wird, dass seine religiösen und politischen Abzeichen zu Schwierigkeiten führen, der/dem sage ich dann auch ganz klar:

"Schade, aber so ist das nun mal und ändert sich nur durch Vertrauen und nicht durch Starrköpfigkeit."

LG, MSR
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zuletzt bearbeitet 29.04.2017 16:34 | nach oben springen

#2

RE: Kopftuch = arbeitslos ?

in Dialoglexikon.de 29.04.2017 16:35
von Markus Rabanus • 383 Beiträge

Tja, @Mimi, du wolltest damit zwar das Gegenteil sagen, aber genau diesen Eindruck hat halt auch die Metzgerin, dass "das Ganze zu einem Kampf gegen die Gesellschaft wird". - Und det wollense nich so unbedingt.

Wenn es um Hautfarbe ginge, da kann niemand heraus, aber Äußerlichkeiten politischer oder religiöser Überzeugungen ernster zu nehmen als die Vorbehalte einer Gesellschaft und die Anstellung im ausgebildeten Beruf, das ist dann eine Prioritätensetzung, die jeder mit sich zum "Kampf" werden lässt.

Die Fatma hat sich entschieden und ist tatsächlich "lieber zuhause".
Wie ein Thomas mit der Tätowierung mit zehn Piercings durch Lippen, Nase usw. sich tatsächlich entschieden hat und findet keinen Job.
Das ist bittere Wahrheit. Nicht nur für Fatma, auch für Thomas, wem die Unterscheidung wichtiger ist als der Kompromiss und wichtiger als der Job.

Und wenn dann diese vermeintlich fiese Gesellschaft solchen Kompromisslosen "Hartz4" usw. dafür zahlt,
dass sie mit ihren persönlichen Prioritäten lieber zuhause bleiben,
dann dürfen sich zumindest die aus eigener Entscheidung Diskriminierten nicht so sehr beschweren, wie es bspw. Menschen anderer Hautfarbe tun dürfen. Oder Frauen allgemein, weil oft benachteiligt gegenüber Männern. Oder körperlich Behinderte.

Und es ist in vielen islamischen Staaten extremer geworden mit den Kopftüchern. Aber die Gesellschaften wurden davon längst nicht religiöser oder netter. - Dafür können viele Muslime rein gar nichts, aber auch das hat Effekte hierzulande.

Probleme bekommt nicht davon gelöst, dass man sich selbst in Kompromisslosigkeiten gefällt. LG


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