#1

Kopftuch

in Sonstiges 15.11.2017 03:17
von Markus Rabanus • 669 Beiträge

Vorpubertät schützt nicht vor Kindesmissbrauch.
Kopftuch schützt nicht vor Vergewaltigung,
wie der Umgang von IS'lern mit Yeziden beweist.

Das Kopftuch hat in diversen Kulturen Signalfunktion,
gewiss auch zunehmend als Symbol des Islamismus,
wodurch es in anderen Kulturen als bloßes Kleidungsstück
ins Hintertreffen gerät.
Wem es jetzt kein bloßes Kleidungsstück mehr ist,
derjenige ist "nützlicher Idiot der Islamisten",
derjenige "befürwortet deren Deutungshoheit",
als wenn die eigenen Zwecke ausgelöscht wären.

Lieber Serkan, das war ein eigentlich logischer Widerspruch, obgleich ich deiner Meinung bin, also widersprüchlich ;-), aber so ist die Welt.
Lassen wir uns den Streit um das Kopftuch zu wichtig werden, so werden wir den Streit um viele Köpfe und Herzen verlieren.


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#2

RE: Kopftuch

in Sonstiges 15.11.2017 10:53
von Markus Rabanus • 669 Beiträge

... Über die Hälfte türkisch. Das Fernsehen kam, weil zwei der Türken zu ersten "Gastarbeitern" gehörten. Ganz liebe, bescheidene Menschen, alt geworden in Siemens-Fabriken. Sie waren ursprünglich aus Anatolien geholt, dem damals unterentwickelsten Gebiet der Türkei, in dem das Leben aus harter Arbeit, häufiger Not und steter Religion bestand.
Die Frauen kamen nach, waren ebenfalls schnell bei Siemens in Arbeit gebracht. - Den Deutschen fielen die Kopftücher kaum auf, denn sie "passten zur Arbeit". ... fertig stellen


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#3

RE: Kopftuch

in Sonstiges 15.11.2017 10:59
von Markus Rabanus • 669 Beiträge

@Nora, wir kennen den Hintergrund nicht. Oder?
Ich trage zuweilen freiwillig Krawatte,
zuweilen aber auch nur aus Rücksicht.

Nora: "Nun, das kannst Du nicht vergleichen, denn eine Krawatte hat nichts mit Religion zu tun."

Aber vielleicht mit Patriarchat, womit sich auch Religionen bedienten.
Die Frauenverhüllung ist älter als der Islam.


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zuletzt bearbeitet 15.11.2017 11:06 | nach oben springen

#4

RE: Kopftuch

in Sonstiges 04.03.2018 12:15
von Markus Rabanus • 669 Beiträge

@Nick ..., Stolz ist kein Kriterium, kann jeder, auch derjenige, der gar nichts kann außer Hass oder Liebe.

Und Sharia ist so verschiedenes Recht, wie es in islamischen Staaten verschieden ist, wie auch zwischen den Richtungen des Islam - und immerzu im Widerstreit von Fortschritt und Rückläufigkeit.

Dass Alice Schwarzer solche Differenzierung unterschreiben würde, lautet meine Vermutung. Bei Ihnen auch, wenn Sie überlegen, was Sie wissen.
Sie können vielen Leuten fehlendes Wissen unterstellen, aber bei Alice Schwarzer dürfte es unzutreffen.

Gleichwohl halte ich ihren Umgang mit den Problemen, die sich auch an der Kopftuch-Hochkonjunktur widerspiegeln, während Frauen im Iran und anderen islamischen Ländern mehr Gleichberechtigung fordern, für ungeeignet, der Entpersönlichung und Hordiisierung entgegenzuwirken.

Aber solcher Umgang darf sein, solche feministische Schärfe darf sein. denn zu offensichtlich ist die Verharmlosung frauenunterdrückerischer Traditionen in nahezu allen Religionen und eben auch die Zunahme von frauenfeindlicher Propaganda, denn in meiner Jugend gab es das hierzulande nicht, dass Salafisten in aller Öffentlichkeit reaktionäres Zeugs über Mann und Frau laberten - und damit in unserer Gesellschaft Zulauf für Kopfabschneider bekamen.


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#5

RE: Kopftuch

in Sonstiges 30.03.2018 14:20
von Markus Rabanus • 669 Beiträge

@Alexander vK, das Preis-Leistungsverhältnis meines Betriebs hält allerlei Macken Einzelner aus ;-)

An Fallgestaltung können wir beide uns vieles vorstellen. Der Kahlköpfige, der sich eine Mütze, einen gehörnten Helm oder einen Dornenkranz wünscht, weil es zu seiner Persönlichkeit passe oder auf den Karfreitag aufmerksam mache, müsste sich schon auch mit der Frage befassen, ob dann seine Persönlichkeit noch zur Aufgabe passt.

Alle Fälle auf gleiche Weise zu regeln, kommt zwar nicht bloß der Einfalt, sondern auch der Rechtssicherheit entgegen, aber macht Gesellschaft monotoner, totalitärer, so dass die Mühe der Einzelfall-Entscheidung lohnt und dafür die relevanten Prinzipien überlegt werden.

Man könnte sich ein Prinzip vorstellen, wonach der Gleichheitsanspruch Arbeitnehmer die gleichen Rechte einräume, die dem Arbeitgeber gewährt sind - oder der sich heraus nimmt: Ich stehe mal um 6 Uhr, mal um 11 Uhr auf, mache Pausen nach Belieben, arbeite viel oder wenig, gut oder schlecht, nehme Aufträge an, schlage sie aus. Aus menschenrechtlicher Perspektive wäre es meine Mitarbeitern zu wünschen, wenn sie ebenfalls solche Freiheiten hätten, aber ein Weilchen überlegt, gibt es womöglich auch Argumente dagegen. - Es kommt auf den Kontext an, was und wie funktionieren kann, um einen Betrieb und so auch die Arbeitsplätze zu erhalten.

Weitere Prinzipien können lauten:
Liberalität ist keine Einbahnstraße, auch die Rücksichtnahme nicht - und alle Toleranz hat Endlichkeit, wenngleich nichts statisch ist - und sich auch die Gesellschaft Gedanken machen kann, was wem unter welchen Bedingungen zumutbar ist. Z.B, auf Baustellen Helmpflicht, getrennte Toiletten für Geschlechter, Kündigungsschutz für Mieter und Arbeitnehmer, um gegen Willkür gewappneter zu sein.

Für staatliche Institutionen halte ich ein konsequent bekenntnisneutrales Auftreten des Personals zugunsten der Bekenntnisfreiheit in der Gesellschaft für erforderlich, so dass Amtsträger dann eben in Amtsausübung mit ihren persönlichen Weltanschauungen und Leidenschaften zurückhalten müssen.

Wer nicht aus religiösen, atheistischen, modischen oder sonstigen Motiven nicht auf sein missionarisches oder Bekenner-Outfit nicht verzichten kann und den Neutralitätsanforderungen der Aufgabe nicht genügen mag, müsste sich nach Jobs umsuchen, in denen sein Outfit erwünscht oder belanglos ist.

Kontextabhängige Liberalitätseinschränkungen sind mir auch für private Arbeitsverhältnisse denkbar, wobei stets nachprüfbar sein sollte, ob Anweisungen oder Kündigungen nicht bloßer Willkür geschuldet, sondern hinreichend berechtigt sind.

So könnte ein weiteres Prinzip lauten: Je mehr es in einem Job auf soziale Kompetenz ankommt, desto mehr hat der Arbeitnehmer die Befindlichkeiten anderer gegenüber den eigenen Befindlichkeiten zu bevorzugen.

Schöne Feiertage wünschend !!!


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#6

RE: Kopftuch

in Sonstiges 06.04.2018 01:29
von Markus Rabanus • 669 Beiträge

ich bin zwar Atheist mit allerlei Argumenten gegen das Kopftuch, aber wenn es Menschen verboten wird, die es aus religiösen Gründen tragen, dann müsste ich mir eigentlich ein Kopftuch besorgen. - Ich will es nicht, aber soooo lästig würde es sein, aus der Geschichte kleinste Lehren zu ziehen.


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#7

RE: Kopftuch

in Sonstiges 06.04.2018 01:58
von Markus Rabanus • 669 Beiträge

@Christian S., "gemäßigte Muslime" ist bei Nähe besehen ebenfalls Stereotyp, als würdest Du meine Eltern als "gemäßigte Christen" bezeichnen, die jedoch religiös sehr "ungemäßigt" sind und mich lehrten, für Bekenntnisfreiheit zu streiten, weil jede Unterdrückung von Bekenntnissen nicht etwa das gewünschte Bekenntnis zur Folge hat, sondern religiöse Heuchelei.

Die Unterscheidung nach Mäßigkeit ist falsch. Die Unterscheidung hat aus Deinem humanistischen und eigentlich richtigen Ansatz zu lauten, ob demokratische oder theokratische Muslime.
Das ist leider auch uns sehr unüblich, weil wir von Idioten umgeben kaum selbst zu vernünftigem Denken Veranlassung sehen.
Und auch diese zutreffende Unterscheidung darf für den Alltag und die internationale Politik ja längst kein Freund-Feind-Denken sein, sondern bedarf der Diplomatie. wenn es zivil zugehen soll.


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#8

RE: Kopftuch

in Sonstiges 06.04.2018 02:15
von Markus Rabanus • 669 Beiträge

Bekenntnisfreiheit ist Grundgesetz. Und das schützt nicht bloß, was jemand im Kopf mit sich rumschleppt, sondern schützt auch die Freiheit, es zu äußern, es zu zeigen:
Und sei es jemand, der sich darüber freut, dass für die eigene Sündenvergebung jemand Nettes ans Kreuz genagelt wurde, was nicht zwingend plausibler ist als ein Kopftuch.


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#9

Die religiösen Minderheiten stärken?

in Sonstiges 06.04.2018 02:23
von Markus Rabanus • 669 Beiträge

Liebe Linus W., das müssen wir nicht, denn der Rivalität kommt man nicht durch Parteinahme bei, sondern ausschließlich mit dem strikten Plädoyer und Gebot zu gegensetiger Toleranz.


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zuletzt bearbeitet 06.04.2018 02:23 | nach oben springen

#10

RE: Die religiösen Minderheiten stärken?

in Sonstiges 06.04.2018 02:57
von Markus Rabanus • 669 Beiträge

Markus Sebastian Rabanus Eva versteht halt unter Frauenrechte, dass weil es Männer gibt, die Frauen das Kopftuch aufdrücken, dann auch Frauen geben müsse, die es Frauen verbieten. Aber bitte nicht steinigen!
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Markus Sebastian Rabanus
Markus Sebastian Rabanus Genetisch sind halt alle Menschen miteinander verwandt und unsere Eva leider nicht nur mit mir, sondern auch mit Breivik.
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Eva Stein
Eva Stein Ich bin sehr traurig über das alles, sonst würde ich nicht meine halbe Nacht dafür opfern. Für einen abstrakten Freiheitsbegriff in einer kaputten Demokratie zu stehen ist leider gefährlich, deswegen wehre ich mich dagegen.
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Markus Sebastian Rabanus
Markus Sebastian Rabanus Nee, @Eva, du "wehrst" dich nicht, sondern attackierst unterdrückte und nichtunterdrückte Frauen muslimischen Glaubens.
Es ist ganz, ganz schlecht, wenn jemand Verteidigung und Angriff verwechselt.


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#11

RE: Kopftuch

in Sonstiges 06.04.2018 19:36
von Markus Rabanus • 669 Beiträge

@Christian S., als Epoche der Aufklärung gilt die Zeit zwischen 1650 und 1800. Kernstücke waren Vernunft und Toleranz, insbesondere die religiöse Toleranz, denn Europa hatte verheerendste Kriege hinter sich, die unter dem Banner religiöser Intoleranz geführt wurden.
Die Frauenemanzipation griff erst im 20.Jahrhundert und wurde von vielen, die heute so tun, als seien sie zu deren Verteidigung gegen Muslime berufen, bis weit in die Achtziger bekämpft - und zwar noch in den Siebzigern (meine Schulzeit) mit konservativ-christlichen Argumenten, die Frau sei dem Mann untertan.

Aus meiner Perspektive ist es nicht lange her und rechtfertigt keinerlei Überheblichkeit gegenüber Menschen, schon erst recht keine hordistische, als seien Eva und ich "Wir", denn dafür sind unsere Menschenbilder und Umgangsweisen zu verschieden.

Im Übrigen: Wer Frauenrechte will, macht nicht Frauen, sondern Männern Vorschriften.


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#12

RE: Kopftuch

in Sonstiges 10.04.2018 14:53
von Markus Rabanus • 669 Beiträge

Wenn Kopftuchverbot, dann müssten zunächst mal Glatzen verboten werden, denn wenn kein natürlicher Haarausfall, dann steckt dahinter weit häufiger menschenfeindliche Anschauung als unter Kopftüchern.


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zuletzt bearbeitet 10.04.2018 15:01 | nach oben springen

#13

RE: Kopftuch

in Sonstiges 10.04.2018 17:49
von Markus Rabanus • 669 Beiträge

Glatzen gehören zu Deutschland, aber nicht der "politische Glatzismus".


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#14

RE: Kopftuch

in Sonstiges 14.04.2018 10:24
von Markus Rabanus • 669 Beiträge

Ob Humor, ist weniger von Belang als die Seehofer-Logik, wie wenn "Glatzen zu Deutschland gehören, nicht aber die politische Glatze" - und deshalb die Glatze in Gänze verbieten?


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