#1

Leitkultur - schon wieder

in Sonstiges & Verschobenes 02.05.2017 15:15
von Markus Rabanus • 437 Beiträge

Leitkultur, wer sowat an Vorgabe braucht, dann "Freiheit, Gerechtigkeit und gutes Miteinander" - So und nicht anders.

Und wenn mir ein anderer quatscht vom Christentum als Leitkultur, dann sei dem gesagt, er verwechsle Kirche und Staat, überdies Nachlese, wer die Aufklärung brachte - und weiterhin bringt, denn bis heute trödelt das Christentum hinter.

Trödel ist keine "Leitkultur", sondern politisch betrachtet "Ballast", den jeder zu Zwecken persönlicher Sündenvergebung für sich tragen und glauben mag, während ich es für Schwindel halten darf und darauf hinweise, bei wem sich und wie sich zu entschuldigen ist, nämlich bei denen wir uns verschulden. Und das sind wahrhaftig keine Götter, sondern Menschen z.B. in Afrika und am Meeresgrund vor unseren Urlaubsstränden.

Und die Würde des Menschen ist nicht aus Almosen. Das sei den Christen gesagt, wenn sie spenden, aber Steuern hinterziehen.


zuletzt bearbeitet 02.05.2017 15:41 | nach oben springen

#2

RE: Leitkultur - schon wieder

in Sonstiges & Verschobenes 02.05.2017 15:23
von Markus Rabanus • 437 Beiträge

An unserem Tassilo ist der Geschichtsunterricht halt spurlos vorbei gegangen - und Selig sind die Unbedarften, denn ihrer ist das Himmelreich. - Nur schade, dass es dort keen Smartphone zu geben scheint, sonst könnte Tassilo mal nachfragen, wie es seinen lieben Ahnen ergeht.

Nichts für ungut, denn ooch meine Mama glaubt an die Dreifaltigkeit, Wiederauferstehung und bangt um die Sündenvergebung, obgleich da kaum wat zu vergeben wäre, wovon ich wüsste. - Und auch dem Tassilo kann ich die Beichte nicht abnehmen, wenn er nicht zu plaudern anfängt.
--

Und bei Ruprecht P. (CDU) schrieb ich:

Na ja, die Hauptsache ist, dass Gemeinsames Anliegen oder meinethalben auch "Leitkultur" nicht den Staat mit Kirche verwechselt.

Anderenfalls müssten wir uns darüber streiten, ob das Christentum nicht eher geneigt ist, aufklärerische Fortschritte bis heute hinterher zu trödeln.

Und Trödel taugt nicht zum "Leiten", sondern ist politisch betrachtet eher Ballast, den jeder für sich tragen mag, wen es glücklich macht, aber BITTE, bitte nicht allen verordnen, zumal derer nicht bloß viele sind, sondern auch manche Leute, die ein bisschen irdischer & pragmatischer sind, wer und auf welche Weise um Sündenvergebung zu bitten ist. - Damit möge sich vor Gott stellen, wer an ihn glaubt.

Während mir eine Tugend tugendhafter scheint, wenn sie auch ohne "Lohn Ewigen Lebens" für Verhältnisse sorgt, Unrecht zu mindern und zu vermeiden.

Das wäre Moraldiskurs. Und dafür steht unsere Gesellschaft offen, ohne dass Diener des Staates einer Religionsgemeinschaft Hervorhebungen zu spendieren hat.


zuletzt bearbeitet 02.05.2017 16:35 | nach oben springen

#3

Fakten und Moral

in Sonstiges & Verschobenes 06.05.2017 11:57
von Markus Rabanus • 437 Beiträge

Bei der Frage nach dem Faktischen ist wichtig,
- ob sich der Fakter eine Vorstellung davon macht, welche Fakten seine Faktensammlung unberücksichtigt lässt.

Die Frage nach dem Motiv lässt konkretisieren,
- welche Fakten er mit wessen Interessen korrespondieren sieht,

Die Frage nach der Vernunft, wenn schon nicht Kant, dann wenigstens,
- ob er bei Umkehrperspektive zu selbigen Schlüssen gelangt.

So dass schlussendlich aus Faktenfragen die politische Frage wird,
- ob die Moral, z.B. Goldene Regel eine Rolle spielt.

AfD-Vorsitzender in NRW und Möchtegern-Philosoph Martin Renner gefiel sich mit dem Spruch, in der Politik habe es nicht um Moral, sondern um Interessen zu gehen.
Der Parteitag jubelte - und feierte somit nicht bloß ihre längst vollzogene Kündigung der Wertegemeinschaft mit Leuten wie mir, sondern auch mit dem Konservatismus.
Ziehen Konservative, ob Mitlied oder Wähler dieser Partei, daraus keine Schlüsse, so ist das wiederum Faktum als Politikum des erneuten Aufmuckens jener niederen Instinkte, wie sie dem NS Leitkultur waren.


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#4

Schon wieder "Leitkultur"

in Sonstiges & Verschobenes 13.06.2017 00:45
von Markus Rabanus • 437 Beiträge

Bei Phönix laberten Beck und Bosbach.

Sehr geehrter Herr Wolfgang Bosbach,

nichts gegen unsere Nationalhymne, zumal unter Verzicht der ersten Strophe nach der von hier aus zugefügten Menschheitskatastrophe,
aber ich habe nie die Nationalhymne gesungen - und es ist eine Unverschämtheit, wenn Sie deshalb mich oder andere zu schlechteren Staatsbürgern erklären.

Sie und Herr Beck wollen, dass Zuwanderer sich mit Deutschland und deutscher Geschichte "identifizieren"?


Weder noch ist zu verlangen, denn man darf ein distanziertes Verhältnis zu Deutschland haben, auch zum Patriotismus und erst recht zum Nationalismus.
Ich habe aus historischen, familiären und vielen politischen Gründen keine Veranlassung, so zu reden, wie Sie und Herr Beck es tun.

Möglicherweise haben Sie andere Familien, andere Traditionen, wenn Sie nicht merken, dass Ihre "Leitkultur"-Ausführungen in Volkstümelei ausarteten.

Ihnen und Herrn Beck darf Weihnachten Christfest sein, aber wahren Sie Achtung, wenn es anderen Menschen ein Lichterfest ist - oder wollen Sie verlangen, dass Andersgläubige und Atheisten gesetzliche Feiertage nicht feiern oder so feiern müssten, wie Sie es tun?

Sie brauchen meine Distanz nicht zu übernehmen, aber unterstehen Sie sich, mir oder anderen kritische Distanz ins Negative zu reden.

Volkstümeln Sie ruhig weiterhin mit Ihrer Liebe zum 1.FC Köln, aber plädieren Sie für Respekt gegenüber anderen, die anderes für geistreicher und wichtiger halten, denn dafür gibt es Gründe.

"Leitkultur" - tausendmal diskutiert, aber offenbar nichts kapiert.

Grüße aus Berlin.

ps: Schuhmacher, Beckenbauer - so oft ertönte die Nationalhymne. Und sangen die mit? Was wäre der Wert des Gesangs, wenn sie dann in Steuerparadiese umziehen? Und Mesut Özil soll singen?


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#5

RE: Schon wieder "Leitkultur"

in Sonstiges & Verschobenes 13.06.2017 23:06
von Markus Rabanus • 437 Beiträge

Und oft ist umgekehrt, dass es andere Länder besser machen, bspw. dass sich unser Land weigert an den Verhandlungen von mehr als 130 Staaten teilzunehmen, um das von der letzten UNO-Generalversammlung mit riesiger Mehrheit gewünschte Atomwaffenverbot durch ein internationales Abkommen zu unterstreichen.
Die Bundesregierung lehnte ab, "weil" die USA und Russland diese Verhandlungen boykottieren, obgleich aus Art.6 Atomwaffensperrvertrag seit Jahrzehnten zu solchem Abkommen verpflichtet.

Dafür darf ich mich meines Landes schämen, dass wir es so sehr mit den Atommächten halten, dass wir ohne Putin und Trump an keinem für alle Staaten akzeptablen Atomwaffenverbot mitarbeiten.

Und ich halte solch' Thema für überragend wichtig, während mir im Unterschied zu Bosbach und Beck belanglos sein darf, dass sie sich aus Gründen ihres Leitkulturwahns den Martinstag Zuwanderern wichtig machen.
+++++ nicht fertig +++++

Wer stolz darauf sein möchte, fünf Finger pro Hand zu haben, dem rede ich nicht rein, aber mir wäre es albern - und wenn es Politiker sagen, dann rede rein.

Vielleicht macht meine Kriterien verständlicher, wenn ich Zufriedenheit äußere, ein Mann zu sein, mich dessen nicht zu schämen, aber stolz darauf zu sein, wäre albern, zumal es auch keine Schande für meine Schwester ist, eine Frau zu sein, während Schande ist, als Frau benachteiligt zu sein.

Wenn Sie meine Kritik für unfair halten - auch das
denn Staatsraison und Bürgerraison sind haben mein volles Verständnis.
Aber mit meinem Selbstverständnis geht es nicht überein, wie beschrieben. Und die Selbstverständnisse dürfen verschieden sein.
Überdies hat Staatsraison keine Bürgerraison zu sein, denn dann wird es totalitär.


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#6

RE: Schon wieder "Leitkultur"

in Sonstiges & Verschobenes 13.06.2017 23:08
von Markus Rabanus • 437 Beiträge

Liebe @Frau Hirmer, ich schrieb während der Sendung direkt mit und hätte sehr gerne andere Statements gehört - und von Beck auch erwartet, während Bosbach so oft in Talkshows ist, dass von ihm kein Statement neu war.

Wenn Sie mit den beklatschten Selbstverständnissen der beiden Politiker übereinstimmen, dann kann Ihnen nichts aufstoßen - und muss es auch nicht, aber sobald Selbstverständnisse als Selbstverständlichkeiten verallgemeinert werden, stößt es anderen Selbstverständnissen auf.

Einiges kritisierte ich. Und es war noch viel mehr, dass meine Kriterien sind andere, dass mir bedeutsamer ist, bspw. froh sein können, nicht in Bangladesch, sondern im Wohlstand und Deutschland geboren zu sein, aber das macht mir keinen Nationalstolz, sondern eher verlegen gegenüber Menschen, die Mittelmeer absaufen.

Nationalstolz ist allenfalls Momenten vorbehalten, wenn mein Land politisch außergewöhnlich Richtiges tut. Das kommt vor, als bspw. einer großen Zahl Flüchtlingen Einlass gewährt wurde, während sich andere "Vaterländer" meiner Familie weigerten.

Usw.usf. - ich will Ihre Zeit nicht strapazieren. MfG


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#7

Vergebung und universelle Werte

in Sonstiges & Verschobenes 22.06.2017 14:20
von Markus Rabanus • 437 Beiträge

@Apostolos Kelemidis, die Vergebung ist "auch" ein christlicher Wert, denn sie ist ein universeller Wert und durch alle Geschichte im stetigen Widerstreit mit Rache, Abschreckung und Wiedergutmachung,
aber ähnlich universell ist es Überheblichkeit vieler Religionen, positive Werte für sich exklusiv zu beanspruchen.
Diese Überheblichkeit ist oft aus Unkenntnis anderer Religionen und über Kulturgeschichte, aber oft ist die Unkenntnis daraus, dass kein Interesse am anderen ist, aus Geringschätzung oder sogar Herabwürdigung. - Und das sollte seltener vergeben als vor allem geändert werden.

Die Probleme der multikulturellen Gesellschaft sind Ausdruck gegenseitiger Verleumdung, oft in Harmlosigkeit gekleidet, dass die eigene Religion zur Handreichung verpflichte, aber es verleumdet, wenn mir jemand Frieden anbietet, als sei ich ihm Feind gewesen.

Die multikulturelle Gesellschaft bietet jede Menge Stoff und Gelegenheit, von einander Kenntnis zu erlangen und Gemeinsamkeit zu entdecken, die Gemeinsamkeit gemeinsam weiterzuentwickeln, um das Trennende nebensächlicher zu machen.

Genau das möchten aber viele nicht - und verunglimpfen die Relativierung als Übel eines Werteverlustes, als gehe es nicht darum, die eigene Besonderheit als Überheblichkeit zu relativieren, denn die Religionen leben zu sehr davon, ihren Anhängern Besonderes darzustellen.
Und viele Politik lebt davon, sich religiös zu verbrämen und/oder den "Heiligen Kriegern" religiöse Motive auch noch zu bestätigen, anstatt sich den profanen Ursachen annehmen zu müssen.

Und ähnlich universell ist die Heuchelei, einerseits von Feindesliebe und Vergebung zu reden, aber z.B. den Krieg gegen den IS in einer Weise zu führen, wie es mir jedenfalls nicht passt, dass die Abschlachtung als oberste Militärdoktrin zugelassen wird, weil zwischen Brüssel und Moskau nicht deren eigene Weltrivalität verhandelt wird, welche Rolle einem künftigen Syrien zugedacht werden darf.

LG


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