#1

islamist. Terror

in Sonstiges & Verschobenes 07.06.2017 15:32
von Markus Rabanus • 383 Beiträge

Lieber @Manuel, wenn bei dir "Kameltreiber-Bilder" ankamen, dann nicht von mir   , denn Kameltreiber gibt es in Berlin bloß in Zoos - und die sind durch viel Publikum beobachtet mit Kamelen beschäftigt, nicht mit Terroranschlägen.

Allerdings habe ich im Facebook-Album ein aussagekräftiges Foto, das mich auf einem Trampeltier zeigt, die Welt grüßend.

Selbstverständlich gilt es den Islamismus in seinen Hochburgen zu bezwingen, die Organisationen und Ausläufer zu zerschlagen, aber so'n Dampfspruch wie "Egal mit wem und wie.", stimmt schon mal nie - und führt exakt ins Chaos, wie in Syrien und anderswo.
Entsprechend bescheuert und primitiv die Militärstrategie Putins, Assads und diverser Nato-Staaten, soweit man uns davon wissen lässt, während es mir scheint, dass man keinen Stein auf dem anderen.

Du hältst die Terrorakte des IS für eine "neue Form der Kriegsführung".

Nein, es ist nicht "neu", dass man seit ca. 90 Jahren gut beraten ist, schnell in Deckung zu springen, wenn jemand unvermittelt "Allahu akbar!!!" brüllt, denn so alt ist der islamistische Terrorismus mindestens - zumindest in Israel, hatte stets Unterstützung von und/oder aus arabischen Staaten usw.

Und extremistische Terrorakte mitten im Frieden sind ebenfalls nicht "neu", es sei denn, man wolle zwecks Sinnstarre auf die heutige Schlange einfach mal die IRA, die ETA vergessen, Bologna, Oktoberfestattentat, Giftgasanschlag von Tokio - überall waren es glückliche Menschen - und Terrorakt aus heiterem Himmel.

Fast ausnahmslos gab es Hintergründe, "große Zusammenhänge", in die sich Attentäter rekrutieren ließen oder mit Attentaten "bewerben". Immer neue Entsetzlichkeiten, aber nichts daran ist neu, wie auch an Sexualverbrechen nicht, die es massenhaft gibt, wehrlose Menschen töten oder leuns anekeln,


Der Islamismus rekrutiert weltweit, wie es nahezu jede freche und brave Ideologie tut, aber der aggressive Inhalt und auch weltweite Terrorakte machen es nicht zum Weltkrieg, allenfalls zu einem Weltproblem. Nur Hysteriker bilden sich ein, mit Übertreibungen im Vorteil zu sein. Daraus ziehen extremistische Kreise tatsächlichen Vorteil, machen daraus eine Eskalationsspirale. So und nicht anders ist es.


Das ist es nicht, allenfalls dem Selbstverständnis nach, .

Du solltest nicht zweifeln, dass bei aller Ermittlungen im Kontext der Attentate wird nach Hinterleuten gesucht. mitunter aber zu lange werden


The World Is Always Under Construction.

zuletzt bearbeitet 07.06.2017 17:50 | nach oben springen

#2

RE: islamist. Terror

in Sonstiges & Verschobenes 08.06.2017 01:01
von Markus Rabanus • 383 Beiträge

Nöö, @Manuel, der Dampfspruch "Egal mit wem und wie" ist nicht grad die genialste "Strategie", aber genau die sorgt reichlich für Chaos überall dort, wo man sich ihrer bei Wahl der Mittel und Partner befleißigt.

Und "neu" ist islamistischer Terrorismus seit spätestens 1947 auch nicht mehr. Desgleichen nicht "neu", dass extremistisch Beseelte "Militiärhandbücher" verfassen oder dass es Terrorakte gegen Zivilisten gibt, IRA, ETA, Bologna, Oktoberfest, Giftgasanschlag von Tokio - fröhliche Menschen - und der Tod wie aus heiterem Himmel, oft auch, um Krieg anzuzetteln, aber zum Krieg (dann "Bürgerkrieg") wird es erst, wenn sich Massen gegeneinander aufbringen lassen - und die Ordnung kollabiert.

Terrorakte, Terrorserie, Pogrome und Krieg haben vieles gemein, oft gleichen Ungeist, oft Verknüpfung, aber wer die Unterschiede verkennt und Besonnenheit für Sehfehler und Schwäche hält, bedient wirklich den Wahn von islamistischen und antislamischen Breiviks, die sich ihre Problemchen beliebig politisch verbrämen, sich "im Krieg" glauben und sich alles erlauben, wie auch der Bengel aus München oder der Amri als Weihnachtsmarkt-Killer.

Ich empfehle, Begriffe wie Krieg und Frieden eng zu fassen, den Krieg als Konfliktentscheidungsversuch mit militärischen Mitteln, "Entscheidung" zwecks Unterscheidung von bloßen Provokationen und Zwischenfällen.

Und Frieden ebenfalls äußerst eng gefasst als Abwesenheit von Krieg.

Wem solche Begriffsenge zur privaten Glückseligkeit nicht reicht, soll zu Begriffsweiterungen greifen, "Informationskrieg", "Sozialer Unfrieden" usw.

Aber "Krieg" - da geht es ein bisserl heftiger zu - mit weniger Gelegenheit, die Gräber zu pflegen.


The World Is Always Under Construction.
nach oben springen

#3

RE: islamist. Terror

in Sonstiges & Verschobenes 11.06.2017 04:49
von Markus Rabanus • 383 Beiträge

@Manuel, ich fange mal hinten an   , denn du bist ja schon schief gewickelt, wenn du meinst, Pazifismus sei das, was unsere Schulbücher daraus an Gänseblümchen verzapfen.
Der Schulbuch-Pazifismus trivialisiert den Pazifismus zu einem zwar gutmeinenden, aber naiven Politikverständnis, alles Böse sei durch freundliche Rede und Geste in Gutes zu wenden.

Damit hatte schon Jesus Pech - und nicht nur wir beide ahnen, dass daraus auch sonst nüscht werden kann, sondern die Bösewichter allenfalls amüsiert und sie eher noch zu mehr Verbrechen provoziert.

So leuchtet auch dir sicherlich ein: Das kann kein Pazifismus sein. = reimt sich  
Denn Pazifizierung, sofern Begriffe und Inhalt miteinander zumindest verwandt sein sollten, bedeutet "Friedensschaffung", nicht bloß "Friedensappell".

Dafür bewährt sich innerstaatlich das Staatliche Gewaltmonopol, sofern daran nicht gespart wird.

Desgleichen, so die These des Pazifismus, hätte es global zu sein, dass streitende Rechtssubjekte, also Staaten, Religionsgemeinschaften, internationale Konzerne usw., ihre Streitigkeiten nicht mit eigenen Gewaltmitteln entscheiden dürfen, sondern sich gerichtlichen Entscheidungen zu stellen und zu fügen haben.

Nun staune bitte keine Bauklötzer, aber das Selbstjustizverbot gilt sogar auch für Terrorgruppen. - Stimmt, die weigern sich  

Dem kann jedoch abgeholfen werden, es sei denn, a) man hätte mal wieder am falschen Ende gespart. Und/oder b) man macht Fehler, c) man tut es aus anderen Gründen nicht.

An anderen Gründen fällt uns beiden ein, dass man sich in der Welt nicht einig ist, mit welchen Islamisten man sich im Großen und Ganzen globaler Machtrivalität gegenseitig auf die Nerven gehen kann, denn von allen Seiten steckt man den Terrorbanden Geld und Waffen zu, während man gleichzeitig posaunt, alles gegen den Terrorismus zu tun.

Trotzdem scheinst du ja anzunehmen,
a) ich würde das Problem unterschätzen, obgleich ich dir soeben weiteren Kontext in Erinnerung rief.
b) sowat wie IS, Al Kaida, Boko ..., Taliban usw. seien zur Unbesiegbarkeit auserkoren.

Darf es dich wundern, wenn du mir wie eines der vielen Propaganda-Opfer von Terroristen erscheinst?
Denn so hört es sich an. Dann aber buddel dich ein, ehe dich die Ungeister holen.
Aber bilde dir nicht ein, du könntest mit einer Pumpgun mehr erreichen als ich für erreichbar halte, wenn wir unseren Politikern nicht erlauben würden, mit Bürgerkriegsparteien zu kollaborieren, unliebsame Staaten zu destabilisieren, wenn das Machtvakuum sodann vom Islamismus besetzt werden kann.

Du siehst es richtig, dass mein Vortrag viel "Wenn" enthält, aber so ist das Leben eben.
Und "hätte, hätte, Fahrradkette" stimmt tatsächlich - bis zum "Wenn".

Also Kopf hoch! Es ist noch Hoffnung ;-)  


The World Is Always Under Construction.
nach oben springen

#4

RE: islamist. Terror

in Sonstiges & Verschobenes 23.06.2017 00:27
von Markus Rabanus • 383 Beiträge

Richtig, Herr @P..., Terrorismus geht uns alle an, darf uns nicht teilen usw

ABER Politik soll das Terrorismus-Problem nicht an die Gesellschaft zurück delegieren, sondern muss staatlich reagieren, sonst lässt sie die Gesellschaft im Stich, provoziert Fatalismus, Verdrossenheit gegenüber Politik, Staat und Recht, provoziert schlussendlich auch Verachtung gegenüber der freiheitlichen Ordnung.

Die Ausdehnung staatlicher Schnüffelpraktiken, die sich stereotyp als Gefahrenabwehr begründet, kann immer weniger funktionieren, je massenweiser sich Menschen real rechtsfreien Zonen ausgesetzt sehen.
"Real rechtsfrei", weil es an Haftung fehlt.

Die staatlichen Reaktionen bringen nichts, sondern verschlimmern die Zustände in den kritischen Zonen unserer Gesellschaft, weil die geheimdienstliche "Beobachtung" im Unterschied zur Polizeiarbeit offenbar notorische Neigung hat, Kriminalität vor rechtsstaatlicher Verfolgung zu schützen, um sich aus Kriminellen "Quellen" für weitere "Beobachtungen" zu machen und stets vom Wahn beseelt, "dahinter" die ganz großen Netzwerke erkunden zu können, die sich dann meist aber gar nicht zur Rechenschaft ziehen lassen, während uns inmitten der Gesellschaft immer häufiger der ein oder andere "Gefährder" dann einfach mal explodiert.

"Wehret den Anfängen" müsste sein, aber der Staat versagt, weil er dafür keine Rechtsgrundlagen gegen die falsch Anfänge schafft und die dafür erforderlichen Mittel - wie oben kritisiert - anders verprasst.

"Wehret den Anfängen" würde bedeuten, was zwar jeder Politiker unterschreibt, aber nicht umsetzt:

1. Mehr Sozialarbeit und Ordnungsmacht dort zu aufzufahren, wo die sozialen Brennpunkte sind. Und auch die Effizienz strenger zu evaluieren.

2. An den Schulen und in Jugendzentren mehr für die politische Bildung und überkonfessionelle Ethik zu tun, mehr Demokratie zu üben, die demokratische Zivilcourage der Schwachen gegen jeglichen Chauvinismus zu trainieren.

3. Die "starken Jungs" in die Mangel zu nehmen, also in die Verpflichtung zum Schutz Schwächerer oder aber "Scheitern" zu erleiden.

a) Dafür braucht es reformiertes Jugendstrafrecht, denn unserer heutigen Praxis geht die erzieherische Wirkung gegen Null geht, wenn der Staat erst nach Monaten und Jahren auf "Jugendsünden" reagiert.

b) Wenn wer nach Jugendstrafrecht beurteilt bzw. verurteilt werden will oder soll, dann müssen die Erziehungspflichtigen prozessbeteiligt werden, ansonsten fehlt jugendlichen Angeklagten das persönliche Band zur Gesellschaft.


The World Is Always Under Construction.
nach oben springen

#5

RE: islamist. Terror

in Sonstiges & Verschobenes 27.06.2017 10:04
von Markus Rabanus • 383 Beiträge

Danke an @Ramon Rodriguez, und ich habe es brav gelesen, aber Schaumbach kokettiert zu sehr mit vermeintlicher "Zwangsverortung" in der extremen Rechten, die der "Lebensgrundlage beraubt" werde usw.usf. - mir kommen die Tränen ;-)
Es gehört zum Stereotyp des Extremismus jeder Couleur, sich als Opfer von Falschverdacht zu inszenieren, anstatt den Falschverdacht mit genügenden Argumenten auszuräumen.
Die Behauptung des Opferstatus als stereotype Rechtfertigung für Gegenangriffe - und seien sie derart abwegig, wie jemanden als "Islamtisten-Freund" zu bezeichnen, der gänzlich Gegenteil davon ist.
Nehme ich Schaumberg mit solchem Vorwurf beim Worte, dann ist ihm zwischen Muslimen und Islamisten kein Unterschied, während er sicherlich Unterschiede zwischen Breivik und Papst einzuräumen willens ist. Desgleichen hat zu sein zwischen Islam und islamistischer Gewaltonanie, zumal häufig genug bloß islamistisch verbrämt, was wiederum Parallele auf Seiten vieler Islamkritiker hat, deren Berufung auf "christliche und westliche Werte" gleichermaßen perfide ist.
Belassen wir es bitte dabei, denn mir sind Schaumburgs Zitierquellen und Litaneien zu geläufig für das Geheule aus der reexen "Wir-Opfer"-Ecke, um mich mit ihm auseinandersetzen zu wollen.
Fest steht jedenfalls, dass der "Islamisten-Freund"-Vorwurf mehr über ihn besagt als über denjenigen, der mit solch' Vorwurf bedacht wurde.
LG


The World Is Always Under Construction.
nach oben springen

#6

RE: islamist. Terror

in Sonstiges & Verschobenes 06.07.2017 15:09
von Markus Rabanus • 383 Beiträge

@Ronald ..., Ihre Eisberg-Metapher muss nicht falsch sein, denn Extremismus fällt nicht vom Himmel, aber sie hat es in sich, denn so wären wir "Eisberg" für rechtsextremistischen, linksextremistischen und weitere Terrorismen. Mit gleicher Intention tun, also inklusive Generalverdachts, wer welcher "Spitze" Basis ist.
Soziologisch herleitbar, aber politisch reichlich Entgegenkommen für Extremisten, wenn deren Tun zu wenig deren Eigenverantwortlichkeit zugerechnet wird.
Desweiteren ist an solcher Metapher unschicklich, dass sich Gesellschaftsteile nach Religionsgemeinschaften als getrennte "Eisberge" verstehen, zwar untereinander gewöhnlich ohne hohes Kollisionsrisiko, aber schmecken können mir die Zerfledderungsmetaphern für Gesellschaft und Menschheit nicht, denn eigentlich kommt es aufs Gegenteil an, den Unterschieden die Schärfe von Gegensätzen zu nehmen.

nicht gepostet, sondern kürzer:

@Ronald ..., wäre uns beiden ein Breivik "Spitze des Eisbergs", der aus uns beiden ist? Sind unsere Distanzierungen unbeachtlich?

Metaphern sind heikel, zumal dann, wenn Schicksalsgemeinschaften und Verantwortungsgemeinschaften vernachlässigend und Tätern deren Eigenverantwortlichkeit schmälernd.


The World Is Always Under Construction.
nach oben springen


Besucher
0 Mitglieder und 1 Gast sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Krischan
Forum Statistiken
Das Forum hat 163 Themen und 373 Beiträge.