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Historische Ursachen von heutigen Konflikten

in Friedensforschung.de 23.05.2017 03:15
von Markus Rabanus • 475 Beiträge

@Thomas, der Peter Scholl-Latour schrieb ja so manchen Bestseller und brachte ganze Talkshows zur Begeisterung, wenn er über die Wurzeln der heutigen Konflikte in den unerledigten Geschichten der Geschichte dozierte, dass im exakt genannten Jahre ein riesiger Reissack umfiel, in seiner Größe von vielen verkannt, aber bis heute äußert relevant.

Gewiss war das so und wird noch vielen heutigen Strolchen wichtig gemacht mit "Vergiss deine Wurzeln nicht!" usw., während doch eigentlich jungen Leuten gemeinsam und gemeinhin schon rein biologische wichtiger sein dürfte: Das Glück im Bett, das möglichst beste Smartphone und selbstverständlich auch "Respekt" - wie für den Kandidaten aus Würselen - ein bisschen anders allenfalls dahin, aus den tradierten Feindbildern Respektlosigkeit gegenüber Feinden.

Die Ursachen zu analysieren und anzugehen, ist zweifelsfrei richtig, aber die Schmerzen Millionen Gemorderter lassen sich weder lindern noch dürfen sie Anlass für weiteres Morden sein. - Soweit nüscht Neues seit der Aufklärung.

Aber wenn es konkret wird, dann leider oft einseitiger. Ganz klar, die Kreuzzüge waren Mega-Verbrechen, aber die Muslime kamen auch nicht mit Zuckerwatte nach Spanien, Jerusalem oder Wien, Eroberungen, Sklavenhandel waren nicht bloß europäische Sünden - und der Prunk heutiger Herrscher in arabischen Ländern hat durchaus eigene Tradition, so dass einseitiges Dauerfeuer auf die Seite bekennender Christen kaum gescheiter ist als das Dauerfeuer auf bekennende Muslime, zumal der historische Rückgriff auf Geschichte Tendenz zu Erbsünde-Kurzschlüssen provoziert.

Es gibt keine "historische Gerechtigkeit", sobald auch nur ein Mensch gemordet ist. Einiges an Genugtuung ("Wiedergutmachung") kann erforderlich sein, aber es muss Abstand zur "Blutrache" wahren. Und solcher Ideologie gilt es abzuschwören, wo immer man ihr begegnet.


zuletzt bearbeitet 23.05.2017 03:37 | nach oben springen


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