#1

Atomwaffenverbot.de

in Friedensforschung.de 24.04.2017 03:27
von Markus Rabanus • 437 Beiträge

Wussten Sie ??? Dass die Atomwaffenmächte in Artikel 6 Atomwaffensperrvertrag als wichtigste Gegenleistung für den Atomwaffenverzicht der anderen Unterzeichnerstaaten die eigene und vollständige Atomwaffenabrüstung verprachen ???

Wörtlich heißt es in Artikel 6:

"Jede Vertragspartei verpflichtet sich, in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen über wirksame Maßnahmen zur Beendigung des nuklearen Wettrüstens in naher Zukunft und zur nuklearen Abrüstung sowie über einen Vertrag zur allgemeinen und vollständigen Abrüstung unter strenger und wirksamer internationaler Kontrolle."

1970 trat der Atomwaffensperrvertrag in Kraft.
Statt "in naher Zukunft" sind Jahrzehnte verstrichen.

Und NICHTS unternahmen die Atomwaffenmächte seither zu solch' Atomwaffenverbot, sondern waren vor allem darauf bedacht, dass sich die Atomwaffenverzichtsstaaten an den Verzicht hielten.

Herr @Putin, Trump usw., das ist VERTRAGSBRUCH !!!

ABER jetzt endlich rafften sich 132 Atomwaffenverzichtsstaten auf und verhandeln seit März 2017 ein Abkommen zu einem weltweiten und kontrolliertem Atomwaffenverbot.

Und was tut unsere Bundesregierung ??? Die Große Koalition hatte schon im Dezember in der UN-Generalversammlung gegen einen Atomwaffenverbotsantrag gestimmt. Er tauge nichts. Schweden, Österreich und insgesamt 123 Staaten sahen das entschieden anders.

Und man es kaum fassen, dass die Bundesregierung jetzt den 132 Staaten in den Rücken fällt, die laufenden Verhandlungen nicht bloß mit dem fadenscheinigen Argument boykottiert, dass solches Abkommen ohne Mitwirkung der Atomwaffenmächte keinen Sinn mache, als seien nicht ALLE zu Mitarbeit aufgefordert, sondern obendrein VERLEUMDET, dass solches Abkommen sogar die Abrüstung erschwere und den Frieden abträglich sei.

ABER NEIN, liebe Frau Merkel, lieber Herr Gabriel, denn "Jede Vertragspartei", auch die Bundesrepublik Deutschland und die Atomwaffenstaaten sind laut Artikel 6 zu solchen Verhandlungen schon seit dem 1. Juli 1970 "verpflichtet".

Und es hätte unserem Deutschland nach zwei verbrecherischen Weltkriegen gut gestanden, wenn wir die 132 Atomwaffenverzichsstaaten unterstützen würden, ein Abkommen auszuhandeln, welches auch die Atomwaffenmächte überzeugt, dass Artikel 6 einzuhalten, RICHTIG ist, NIEMANDES Sicherheit gefährdet, wenn es GUT GEMACHT wird.

Stattdessen interessiert sich unsere Große Koalition mal wieder bloß dafür, wie viele Bundestagsabgeordnete und Ministerchen sie in die nächste Große Koalition einbringen, um weit unwichtigere Problemchen zu verhandeln als die Gefahr eines Atomkrieges zu mindern, obendrein sich ein "Restrisiko" beim Thema Atomwaffen überhaupt nicht vereinbaren lässt, ob durch politisches Versagen oder "versehentlich", denn politischen und technisches Versagen lässt sich für Atomwaffen nicht anders ausschließen als durch Verbot von Atomwaffen.

Was sollen wir tun? Dass IDIOTEN gewählt werden, liegt nicht daran, dass Idioten geschickter seien als unsere Regierungsparteien, sondern an deren Versagen. - So geschehen in den USA, wo Trump gewählt, so auch in Russland und "Brexit".

Für all das könnte noch jeder "die Verantwortung übernehmen", wenngleich als Rücktritt in Pension eher zynisch ist, aber für Versagen in Atomwaffenfragen - dafür kann keine Entschuldigung genügen, sondern einzig und allein unverzüglicher Kurswechsel.

Liebe Bundesregierung, oder seid Ihr zu doof ?, dass Euch ohne Trump und Putin überhaupt nichts einfällt, wie Artikel 6 Atomwaffensperrvertrag endlich umgesetzt werden könnte?

Das wäre immerhin die rechtlich einzig brauchbare Entschuldigung für Euer Versagen.

Aber dann lasst Euch doch wenigstens helfen, z.B. mit Atomwaffenverbotsforderungen-20160906 - und tragt es vor, es sei denn, es fiele Euren Beratern und Militärs Besseres ein.

Markus S. Rabanus 2017-04-02 Berlin, Friedensforschung.de



Wer WISSEN will, was an der "Atomaren Abschreckung" so irrsinnig ist >> KLICK

Wer WISSEN will, wie KRIEGE anders wirklich zu bannen sind >> UNO-Pazifismus

Vorläufig: Atomwaffenverbot20160906Forderungen
Unfertiges Atomwaffenverbot20151224
Offener Brief an Bundesaußenminister Gabriel Atomwaffenverbotsdiskussion 2017
unser IniDia >> http://atomwaffen.blogspot.de

Die Domain www.Atomwaffenverbot.de war noch im August 2008 frei, WEIL den Parteien und vielen Menschen das Damoklesschwert über den eigenen und allen Köpfen nicht genügend bewusst und wichtig ist. Oder weil sie an die BOMBE glauben.

Zur internationalen Kampagne >> https://nuclearban.de

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#2

Atomare Abschreckung

in Friedensforschung.de 18.05.2017 12:11
von Markus Rabanus • 437 Beiträge

Der atomaren Abschreckungsstrategie gestehe ich zu, dass sie in diversen Konfliktsituationen des Kalten Krieges bei den Entscheidern für Kalte Füße sorgte, weil eben nur deshalb,
- weil kein scheiternder Vollidiot das Sagen hatte, denn solche Strolche würden jeden "mitnehmen",
- aber inzwischen ließ man uns mehr darüber erfahren, wie häufig diese Strategie versehentlich an den Abgrund führte.

Eine solche "Strategie" - hier nur mit zwei Argumenten kritisiert, ist pure Unvernunft und steht obendrein im Widerspruch zu Art.6 Atomwaffensperrvertrag.


zuletzt bearbeitet 18.05.2017 12:11 | nach oben springen

#3

Kubakrise - Abschreckung versagte

in Friedensforschung.de 01.06.2017 03:35
von Markus Rabanus • 437 Beiträge

@Ansgar Graw, im sowjetischen U-Boot B-59 vor Floridas gab's am 27. Oktober 1962 keenen Backchannel,
denn solche Waffensysteme sind damals wie heute autonom - und im Krisenfall ungeheuer gefährlich.
Der Kommandant von B-59 hatte sich wegen US-Wasserbomben bereits im WK3 geglaubt und den Atom-Torpedoabschuss erteilt.
Nur durch Befehlsverweigerung blieb uns das Total-Desaster eines "Atomkriegs aus Versehen" erspart.

Solche Geschehnisse, heutzutage bei ZDF-History zu sehen, wurden uns jahrzehntelang verschwiegen, damit wir bedenkenlos den atomaren Doktrinen unserer Politiker folgen, dass die "Abschreckung funktioniert" usw.

Und geht es schief, wird es auch kein ZDF-History mehr geben.

Kam diese Szene im Film vor? Es wäre die wichtigste Szene, denn das Hauptrisiko ist nicht der gewollte Atomkrieg, sondern der versehentliche.

Darum Atomwaffenverbot.de


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#4

RE: Kubakrise - Abschreckung versagte

in Friedensforschung.de 03.07.2017 22:40
von Markus Rabanus • 437 Beiträge

Unser Krystian geht naiv davon aus,
1. dass ein versehentlicher Atomkrieg ausgeschlossen sei und keine Kettenreaktion des Schlagabtauschs auslöse, obgleich die Menschheit schon x-fach an den Abgrund des versehentlichen Atomkriegs geriet,
2. dass Atomwaffen-Regierende so verlässlich seien, keine Atomwaffen einsetzen zu wollen, obgleich auch er sich denken könnte, dass ein Hitler, vielleicht auch ein KimDingsdaBums usw. vielleicht doch Neigung verspüren könnten, möglichst alle mit in ihr Grab zu nehmen.


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#5

Fast 15.000 Atomwaffen - und alle völkerrechtswidrig.

in Friedensforschung.de 04.07.2017 11:01
von Markus Rabanus • 437 Beiträge

Fast 15.000 Atomwaffen - und alle völkerrechtswidrig.

Zu viele Menschen gehen noch immer naiv davon aus,

1. dass ein versehentlicher Atomkrieg ausgeschlossen sei, obgleich die Menschheit schon x-fach an den Rand solchen Abgrundes geriet,

2. dass gewährleistet sei, Befehlsketten und Atomwaffen gegen religiöse oder sonstig ideologische Fanatiker zu sichern, obgleich genügend Fanatiker dazu bekennen, dass ihnen irdisches Wohlergehen nachrangig ggü. jenseitigen Paradiesen ist,

3. dass unsere Atomwaffen-Regierenden so verlässlich seien, keine Atomwaffen einzusetzen, obgleich sich jeder denken könnte, dass ein Hitler, vielleicht auch ein KimDingsdaBums, abdrehender Trump oder Putin in politische oder persönliche Situationen geraten könnten, in denen sie Neigung verspüren, möglichst viele oder alle mit in ihr Grab zu nehmen.

Einzelne Menschen mit solcher Macht auszustatten - und sei es auch demokratisch, ist einfach mal komplett bescheuert.

4. Überdies ist der Glaube naiv, dass gewährleistet sei, ein versehentlicher, terroristischer oder von den Regierenden veranlasster Atomschlag löse keine Kettenreaktion zu einem Totalen Atomkrieg aus.

Wären die Atomwaffen-Regierenden tatsächlich bereit, ihre Atomwaffen nur zur symmetrischen Vergeltung einzusetzen, so würden sie ihre Atomwaffen einem gemeinsamen Reglement und Oberkommando unterstellen, welches geeignet wäre, wenigstens einige der aufgezählten Risiken einzudämmen, während sie auf dem Weg weiteren Atomwettrüstens alle genannten Risiken zu vergrößern und um weitere Risiken zu mehren, die auch die Friedensforschung noch nicht auf dem Schirm hat.

Viel zu viele Menschen und Politiker wissen nicht, dass der Artikel 6 Atomwaffensperrvertrag folgenden Wortlaut hat:

"Jede Vertragspartei verpflichtet sich, in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen über wirksame Maßnahmen zur Beendigung des nuklearen Wettrüstens in naher Zukunft und zur nuklearen Abrüstung sowie über einen Vertrag zur allgemeinen und vollständigen Abrüstung unter strenger und wirksamer internationaler Kontrolle."

Die "nahe Zukunft" ist schon seit 1970. Die Atomwafffenmächte verhalten sich völkerrechtswidrig und verweigern sich noch immer den Verhandlungen zu einem Atomwaffenverbot, obgleich von mehr als 130 Staaten gefordert und in diesem Jahr ein Abkommen und Kontrollmöglichkeiten ausarbeitend.

Unsere Bundesregierung boykottiert diese Arbeit, weil es "ohne die Atommächte keinen Sinn" mache, über Atomwaffenverbote nachzudenken. - Es ist aber falsch, das Denken über ein Atomwaffenverbot Staaten zu überlassen, die sich mit ihrem Atomwaffenbesitz Privilegien zu erhalten versuchen.

www.friedensforschung.de


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#6

RE: Fast 15.000 Atomwaffen - und alle völkerrechtswidrig.

in Friedensforschung.de 05.07.2017 12:35
von Markus Rabanus • 437 Beiträge

Nur seinem vorherigen Posting widerspreche ich insoweit, dass auch Russland keinerlei Anstrengungen in Richtung allgemeines Atomwaffenverbot zeigt, sondern im Gegenteil hochrangige Militärs per "Ria Novosti" & Co. "philosophieren" lässt. dass Atomwaffen sogar auch als Antwort auf konventionelle Angriffe in Betracht kommen.
Da Russland wie die USA und andere Staaten nahezu beliebig und m.E. völkerrechtswidrig global "nationale Interessen" behauptet und angegriffen betrachtet, wäre folglich auch kein präventiver Atomwaffeneinsatz ausgeschlossen.
Es gibt keinerlei Garantie für eine rein defensive Verteidigungsstrategie, solange sich jeder Staat sein eigenes Völkerrecht auf Basis eigener Streitkräfte basteln kann.


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#7

RE: Fast 15.000 Atomwaffen - und alle völkerrechtswidrig.

in Friedensforschung.de 05.07.2017 16:44
von Markus Rabanus • 437 Beiträge

@Paul B..., Atomwaffen sichern keinen Frieden, sondern gefährden die Menschheit als Ganzes:
1. Es gab auf beiden Seiten des Kalten Krieges genügend Politiker und Militärs, die zu einem opferreichen Atomkrieg willens waren - und es gibt keine demokratische Garantie dafür, dass nicht auch ein Trump oder Putin durchknallt.
2. Es gibt keine Gewähr, dass Befehlsketten, Technik usw. Fehler produzieren oder von Terroristen und "genialen Kids" beeinflusst werden. Die Risiko eines versehentlichen Atomkrieges scheint mir größer als das Risiko eines gewollten Atomkrieges.
3. Es gibt keinerlei Gewähr, dass ein gewollter, versehentlicher oder terroristischer Atomschlag nicht in eine Kettenreaktion wechselseitiger Atomschläge ausartet und den Overkill realisiert.

Kurzum: Nachdenken, umdenken, Atomwaffenverbot durchsetzen.

Wenn etwas den Frieden sichern kann, dann einzig und allein ein effizientes UNO-Gewaltmonopol und weitgehende Kriegsentwaffnung aller Staaten, damit sie sich nur noch vor dem IGH streiten können.


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#8

An Sigmar Gabriel und Wolfgang Niedeggen

in Friedensforschung.de 19.07.2017 15:52
von Markus Rabanus • 437 Beiträge

Na, auch mal darüber geplaudert, dass Deutschland den Atomwaffenverbotsvertrag von 122 Staaten sabotiert?

1.000 Mrd. will allein die US-Regierung in die Atomwaffen-Modernisierung verpulvern, obgleich seit 1970 durch Artikel 6 Atomwaffensperrvertrag verpflichtet, mit den anderen Atommächten eine atomwaffenfreie Welt auszuhandeln.

www.atomwaffenverbot.de


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#9

Peter Mühlbauer

in Friedensforschung.de 19.07.2017 15:53
von Markus Rabanus • 437 Beiträge

Ein für Telepolis selten bekloppter Artikel, der mit NATO und Russland konform den Atomwaffenverbotsvertrag klein redet.
Vermutlich hatte der Autor ihn (10.7.) mangels vorliegender Übersetzung auch noch gar nicht gelesen.
Den vor 47 Jahren in Kraft getretenen Atomwaffensperrvertrag sollte er allerdings besser kennen, aber auch keiner der 16 wirren Kommentatoren bemerkt, dass es "Artikel 6" und nicht "Artikel vier" des Atomwaffensperrvertrags ist, in dem längst nicht "nur" zu Verhandlungen verpflichtet wird, sondern selbstverständlich auch zur weltweiten Atomwaffenfreiheit an sich - anderenfalls bedarf es keiner Verhandlungen, es sei denn vom Typ G20


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#10

Atomare Abschreckungsstrategie

in Friedensforschung.de 12.08.2017 02:58
von Markus Rabanus • 437 Beiträge

Nee, die atomare Abschreckung hat nie funktioniert, auch wenn in Ost und West anderes in Schulbüchern stand und steht.

Und ich glaube unserem Ronald nicht, dass er wegen der Krim einen Atomkrieg angedroht und riskiert hätte.

Die Theorien sich wenigstens ein bisschen auch praktisch vorstellen zu können, ist eines der Muss jeder vernünftigen Theorie.


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#11

RE: Atomwaffenverbot.de

in Friedensforschung.de 12.08.2017 19:12
von Markus Rabanus • 437 Beiträge

@Ronald, happs jelesen & antworte womöglich noch gründlich, denn isja eens meena Hobbythemen.

Nur soviel vorab: Die Menschheit war sich weitgehend einig, die Sonne gehe im Osten auf und im Westen unter, wie es für den Hausgebrauch sogar bis heute vielfach langt, aber irgendwann fand dann wer doch heraus, dat die Sonn' nicht um die Erde kreist, sondern eher umjekehrt.

Bei Massenvernichtungswaffen erkannte man (u,a, Einstein, Oppenheimer) ähnlich, dat ALTES Denken nicht passt.
Scheibchenweise kapiert wurden für biologische und chemische Waffen die Konsequenzen gezogen, ausgerechnet bei Atomwaffen nicht, obgleich in Art.6 Atomwaffensperrvertrag versprochen.

Jede mir bekannte "Atomwaffenstrategie" ist irrwitzig, entweder irreal oder völkerrechtswidriges Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wie Hiroshima und Nagasaki. - Aber wie gesagt, ausführlich später. LG


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#12

RE: Atomwaffenverbot.de

in Friedensforschung.de 13.08.2017 13:42
von Markus Rabanus • 437 Beiträge

UNFERTIG UNFERTIG UNFERTIG UNFERTIG

@Ronald, wem militärisches Eingreifen vom Tisch wäre, hätte kein Militär, was richtig, aber nur im Falle der Allseitigkeit und Einigung auf ein UNO-Gewaltmonopol, welches auch militärisch hinreichend unterlegt ist, jeder zwischenstaatlichen Gewalteskalation gewachsen zu sein.
- Wie jeder halbwegs vernünftige Staat darauf setzt, dass sein Gewaltmonopol nicht durch beliebige Bewaffnung von Bürgern oder Clans untergraben wird. -
Die somit meinerseits allen Militärstaaten unterstellte Kriegswilligkeit, sei sie als "Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln" trivialisiert oder als "Ultima ratio" überhöht, bedeutet allerdings nicht, dass die darin liegende Halbvernunft jeglicher Vernunft verdrossen wäre, sondern nur dann zu den Waffen greift, wenn es scheint, militärisch erfolgreich zu sein und der politische Schaden verkraftbar.

Dass GB usw. Hitler am 29. September 1938 mit Gebieten beschenkten, die ihnen nicht gehörten, lag nach nahezu einhelliger Historikeransicht nicht am Wohlwollen ggü. dem Nazi-Regime, sondern an unzureichenden Militärkräften.

Beschaut man sich den Checkpoint Charlie am Tag des 27. Oktober 1961, so standen beidseits der Demarkationslinie zwar eine Gleichzahl von Panzern gegenüber - und das Kriegsrisiko hing am seidenen Faden von Nerven und Missverständnissen, aber während einige Westberliner glaubten, es sei schlau, auf die russischen Panzer zu schießen, wussten die Entscheider sehr wohl, wie das Ergebnis eines Schlagabtauschs ausschauen würde.
Gänzliche Vollidioten, Todgeweihte und Paradiesgläubige interessieren solche Abwägungen weniger - und begeben sich in den Untergang "aus Prinzip", denn solche finden sich für jeden Sinn und Unsinn.

Das waren zwei Beispiele unter vielen. Koreakrieg, Vietnamkrieg, sowjetischer Einmärsche in völkerrechtlich souveräne WVO-Staaten und Afghanistan wären weitere Beispiele dafür, wie umgekehrt US-Interventionen bis in die letzten Tage des Kalten Krieges, bspw. Grenada, Panama. - Die Waffen schlugen über alle Jahrzehnte weltweit zu (trotz Atomwaffen).
Und hinterher wohl eher gegen die Wünsche Moskaus dann auch Jugoslawien, Irak, Libyen, Syrien. Begleitet von der NATO-Osterweiterung, die zwar völkerrechtlich nicht zu beanstanden ist, aber politisch unter Bedingungen anhaltend militärischer Rivalität mindestens fragwürdig - und m.E. falsch war.

Also lautet meine Spekulation: Putins völkerrechtswidrigen Krim-Annexion hatten die Garantiemächte des Budapester Memos militärisch nichts entgegen zu setzen.
Wobei sich allerdings auch fragt, ob es nicht schlauer gewesen wäre, der Ukraine für den Fall der Westintegration nahezulegen, den Russen den Militärstützpunkt auf der Krim solange zu gewährleisten, wie Moskau darauf nicht verzichten mag. - Das ist meine unmaßgebliche Meinung, obgleich ich Gegner militärischer Auslandsstützpunkte bin, es sei denn, sie stünden unter UNO-Oberbefehl.

Sodann gehört meine Kriegswilligkeits-These desweiteren durch das Moment der Betroffenheit entscheidend eingeschränkt. Gemeint, dass Ronald wie mir vermutlich weniger der Schuh drückt, was in der Ostukraine passiert als den Ukrainern und russischen Ukrainern.

Wobei ich das Land seit den frühen Achtzigern kenne und mit beiderlei Gestüt ideologische Probleme habe, einander nicht mit hinreichend menschlichem Respekt zu begegnen, hätte allerdings nicht für möglich gehalten, dass es sich derart verschärfen würde.
Aber das erging mir mit Lettland ebenso. Und auch mit Jugoslawien.
Denn vieles schien zwar "geschönt", aber dass daraus Hass, Massaker und Krieg werden könnte, hätte ich nicht prophezeien mögen, zumal ich mir die Hoffnung auf Vernunft moralischer Imperativ ist. Obgleich mir die Bestie im Menschen oft genug Auferstehung feiert.

Atomkrieg begrenzbar? In Strategiespielchen ist alles möglich. Drum dachte man sich die "flexible response" aus und bastelte dazu die entsprechenden Waffen, nahm wieder Abstand davon, sinnierte über Neutronenbomben und SDI - auch vor wenigen Wochen wieder durch Präsentation von Laserkanonen.
Das Streben nach der Führbarkeit eines Atomkrieges, der nicht zum "Weltuntergang" werde, war stets gegenseitiges Bestreben - neben der "Strategie der massiven Vergeltung" = kollektive Selbstauslöschung, die oft genug "versehentlich" stattfinden konnte und noch immer stattfinden kann, ganz neben und entgegen den politischen Entscheidungswegen.

Gleichwohl, auch ich halte "begrenzte Atomkriege" für möglich, nur halt nicht für statthaft - und allein das entscheidet über die Zulässigkeit von Atomwaffen insgesamt.
Um den Ball flacher zu halten: Wenn wir beide es für richtig hielten, einander zu duellieren, wie es noch vor wenigen Generationen Selbstverständlichkeit von Ehrenmännern war, als stünde es um Ehrenfrauen anders und als sei kein Entsetzen der Eltern, dann wäre uns allemal einleuchtend, es nicht mit Maschinengewehren und Handgranaten in belebtem Einkaufscenter zu tun. - Das hat Schnittmenge mit Atomwaffen, denn die Welt wäre mitbetroffen in dem Maße, wie sich welche streiten.

Schon deshalb gehören auch Strategien und ...

UNFERTIG UNFERTIG UNFERTIG UNFERTIG


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