#31

RE: Iran-Konflikt

in Friedensforschung.de 14.06.2019 23:33
von Markus Rabanus • 4.434 Beiträge

ch setze mich schon immer für Homosexuelle ein, auch den Iran betreffend, aber ich mache jetzt kein Iran-Posting draus, denn mir fahren zu viele Kriegsschiffe auf.
Sollten die Bomben fallen, glaube ich nicht, dass es den Homosexuellen helfen wird.
Und sonst? Die Bundesregierung macht oft Protestnoten gegen drohende Todesstrafen. Das ist gut so. - Ich bat dann schon oft die Bundesregierung, die Protestnote mit einem Asylangebot zu verbinden.


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#32

RE: Iran-Konflikt

in Friedensforschung.de 15.06.2019 00:57
von Markus Rabanus • 4.434 Beiträge

Wertes Handelsblatt, ohne Beweise für eine Täterschaft sollte mal nicht davon die Rede sein, dass eine "scharfe Reaktion Washingtons provoziert" werde.
Die Interessenlogik spricht eher gegen eine Täterschaft Teherans.


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#33

RE: Iran-Konflikt

in Friedensforschung.de 15.06.2019 02:28
von Markus Rabanus • 4.434 Beiträge

Herr Obermayr, "Lässt man machen" passt besser als "dürfen", denn das "Dürfen" hängt vom Völkerrecht ab.
Und daran halten sich viele nicht, weil es für das Völkerrecht solange keine Durchsetzungsmacht gibt, wie man die Akteure im Weltsicherheitsrat per globalem Vetorecht rivalisieren lässt, obgleich sie laut UNO-Charta zur Kooperation verpflichtet sind.
Das Vetorecht gehört auf das eigene Hoheitsgebiet beschränkt.


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#34

RE: Iran-Konflikt

in Friedensforschung.de 15.06.2019 03:36
von Markus Rabanus • 4.434 Beiträge

Das erste Opfer vieler Kriege ist die Wahrheit.
Gleiwitz 1939. Tonkin 1964.
Irak 2003. Weiter so?

---------------------------------------

Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit.
Gleiwitz 1939. Tonkin 1964.
Irak 2003. Weiter so?

----------------------------------------
Deinem ersten Absatz stimme ich uneingeschränkt zu.

Ab "Völkerrechtswidrigkeit" kämen wir in einigen Stationen vermutlich ebenfalls zusammen, wenn ausführlicher gefasst und auch die Begriffe "Legitimität" und "Legitimation" differenzierend:

Die Legitimität hat jedem Anstand stets die höchste Priorität, doch immerhin subjektiv und verleitend zur Selbstjustiz, weshalb desto besser, je mehr im Einklang mit der Legitimation.

Praktischer formuliert und auf ein strittiges Gegenwartsproblem bezogen:
Ich bin ein Guter, wenn ich einen Ertrinkenden rette.
Für den Ertrinkenden und mich ist es besser, wenn ich es tun darf.

Zum Vetorecht: Russland den Tadel exklusiv vorzubehalten, wäre falsch, denn allein schon der Irakkrieg des Junior-Bush nebst internationaler Gefolgsschaft war kein nebensächliches Geschehen, sondern gegen den Willen übergroßer Mehrheiten in der Mehrheit der Staaten und in den Gründen vom ehem. US-Außenminister eingestanden ein erlogenes, völkerrechtswidriges Großverbrechen mit katastrophalen Folgen für den Irak und die gesamte Region.

Unrecht wiegt sich nicht am Unrecht anderer auf, sondern jegliches Unrecht am Recht, aber im Vergleich zum Irakkrieg war Putins Krim-Annexion und ist auch der Ostukraine-Krieg weniger folgenreich, allerdings auch noch nicht absehbar, inwieweit es eskaliert.

Die CDU-Vorsitzende tadelte solche Stellungnahmen womöglich als "Äquidistanz", als verkennten US-Kritiker, dass es in Russland und China um die Menschenrechte schlechter stünde.


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zuletzt bearbeitet 15.06.2019 18:33 | nach oben springen

#35

RE: Iran-Konflikt

in Friedensforschung.de 15.06.2019 07:43
von Markus Rabanus • 4.434 Beiträge

"Den Iran verantwortlich machen" heißt eigentlich, dass sich Teheran drum kümmern soll.
So meinen es die Trumpis zwar nicht, aber sie haben es völkerrechtlich betrachtet weder so noch anders zu entscheiden, allenfalls im Weltsicherheitsrat mitzuentscheiden.


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#36

RE: Iran-Konflikt

in Friedensforschung.de 16.06.2019 14:06
von Markus Rabanus • 4.434 Beiträge

Zum "Mut" (Antwort auf Zu glauben, dass US-Soldaten feiger gewesen seien als die Wehrmachtssoldaten, ist weltfremd, denn der "Mut" vieler Wehrmachtssoldaten war aus größerer Furcht vor den eigenen Vorgesetzten - und deren Furcht voreinander und den Oberkommandierenden, die sich mit dem "Mut" desto leichter taten, je weiter vom Schuss, aber ebenfalls zu fürchten hatten, denn vor den Launen des "Führers" war im Nazi-Regime auch kein General sicher.

Soweit zum "Mut".

Nun zur Frage, wer die "Besseren" waren:

Soldaten sind Menschen, keine Roboter, wenngleich es aus Perspektive von Befehlshabern stets einfacher wäre, wenn Soldaten willenlos all das mit allen Kräften tun, wie ihnen befohlen.

Solange aber Soldaten keine Roboter sind und auch keine Roboter sein wollen, müssen sie Handeln nicht nur ihren Befehlshabern gegenüber verantworten, sondern auch ihrem Gewissen.
Und für ein "Vaterland" zu kämpfen, welches massenmordete und seine besten Söhne und Töchter verfolgte, kann nicht guten Gewissens sein, es sei denn, man wäre vollends bekloppt, also wirklich unfähig, das eigene Gehirn einzuschalten.

Und viele redeten sich damit aus dem Gewissen, dass man töten musste, um nicht getötet zu werden, aber man tötete für die falsche Seite und stellte das eigene Leben über das Leben eines Soldaten, der für die richtige Seite kämpfte.

Mir können sich solche Soldaten nur damit rausreden, dass sie


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zuletzt bearbeitet 17.06.2019 04:15 | nach oben springen

#37

RE: Iran-Konflikt

in Friedensforschung.de 17.06.2019 14:32
von Markus Rabanus • 4.434 Beiträge

1. Niemand kann eine Supermacht daran hindern, einen Krieg zu beginnen, den sie sich zutraut.

2. Niemand kann einen militärisch schwächeren Staat daran hindern, sich auf militärische Himmelfahrt zu begeben anstatt zu kapitulieren.

3. Aber wenn mein stärkster Freund zum Mörder wird, dann bin ich ihm nicht mehr Freund.

Mit Kündigung der Freundschaft sollte man niemandem "drohen", schon erst recht keinem Trump, zumal sogar auch die kleinsten Frevler bockig werden können - und dann erst recht Mist bauen.

Stattdessen hat es Selbstverständlichkeit zu sein, dass wer völkerrechtswidrig den Frieden bricht, dann nur noch Schurken zu Freunden hat.

Soweit mal wieder vom "naiven" Markus ;-)
www.Friedensforschung.de


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#38

RE: Iran-Konflikt

in Friedensforschung.de 18.06.2019 02:14
von Markus Rabanus • 4.434 Beiträge

Brigitte Henning, Spekulationen dazu, wie es kommen kann, sind schon an sich gefährlich, denn sie implementieren und unterstellen Kriegsabsichten, während wir oft erst Jahrzehnte später erfahren, was und wie beschlossene Sache war - und vieles erfahren nie.
Am Ende hat immer jemand recht, aber nutzlos, wenn es den Krieg nicht zu verhindern vermochte.

Mag sein, dass ich deshalb die Chancen der Schwächeren zu gering vermute - und mit dem daraus logischen Kapitulationsapppell die Fans der stärkeren Seite noch dumpfer zur Sache zu gehen.
Aber der Einfluss hiesiger Diskurse auf die Geschicke könnte kaum geringer sein, weshalb Fehleinschätzungen allenfalls persönliches Gewicht haben.

Hinsichtlich der erwarteten Zerstörungsgrößen im etwaigen Schlagabtausch gehe ich von anderen Szenarien als Cavit Cihat Altun und du aus. Und auch von anderen Szenarien als in Afghanistan und dem Irak.

So scheint mir bspw. eine Bodentruppeninvasion noch unwahrscheinlicher als er in Libyen war und in Syrien stattfand.

Also das Ganze eher das Orwellsche Format, allerdings gezielterer Schläge auf die militärische und regentschaftliche Infrastruktur.

Zwei Optionen des Atomwaffeneinsatzes:

1. Der Einsatz von Atomwaffen ist zu taktischen Zwecken wahrscheinlicher, denn
- es wird mehr als beim Irakkrieg darauf spekuliert. unterirdische Produktionsstätten treffen zu müssen und unbrauchbar machen zu können,
- es wird darauf spekuliert, dass der Iran solchen Angriff mit seinen Mittelstreckenraketen nicht in einer Weise vergelten kann, vielleicht auch gar nicht versuchen würde, die Israel zwar Zerstörungen bringen können, aber keine Israel destabilisierenden Effekte, die Israel nicht selbst oder mit US-Hilfe aufzufangen fähig wären.
Ich gehe sogar eher davon aus, dass iranische Mittelstreckenraketen politisch oder gar militärisch relevanten Effekte, die nicht zu massivster Reaktion gegen den Und

Alle fortgeschrittenen Atommächte arbeiten m.E. daran, Atomwaffen in den hochtechnisierten Krieg einbauen zu können, ohne dass komplette Verwüstung unmittelbare Folge wäre.

, denn das würde auch seitens derer kaum jemand verzeihen, von wo der Atomwaffeneinsatz erfolgt.
Wahrscheinlicher sind Szenarien, die das Kriegsgebiet desorganisieren, so dass weiterer Niedergang folgt.


gar niemand verzeihen und wäre seitens .

sie Atomwaffen zum Einsatz kämen - und seien es viele,


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#39

RE: Iran-Konflikt

in Friedensforschung.de 18.06.2019 02:14
von Markus Rabanus • 4.434 Beiträge

Jörg Sobota, unausweichlich (!) wird jede Kritik am Kurs der eigenen Regierung oder der eigenen Bündnispartner dann propangandistisch auf der anderen Seite des Grabens instrumentalisiert.

Ich mag mir nicht antun, dass Sie mich für derart naiv halten, solche Effekte zu unterschätzen 😢
Da es jedoch beider Sorten Leute gibt, müssen wir uns beide gefallen lassen, jeweils mit welchen einen Topf vermutet zu werden.
Schwamm drüber , denn in unseren politischen Breitengraden ist immerhin Fortschritt, dass man nicht vor das Kriegsgericht kommt, wer der Kollaboration verdächtigt wird.

Mich neben der iranischen Flagge zu sehen, mag halt auch sein, wenn man vielen Texte nicht kennt, in denen ich andere Verhandlungsziele forderte - und Verzicht Teherans auf jeglich atomaren Unfug, auch die Stromerzeugung betreffend, denn genug andere Energieressourcen, zu deren Nutzung wir behilflich sein könnten.
Aber solche Forderungen wurden auch vom "grünen" Fischer torpediert, der damals an den Verhandlungen teilnahm.

Und Russland sowie die arabischen Ölförderstaaten hatten ebenfalls kein Interesse an vernünftiger Beilegung des Konflikts - und heute obendrein noch die Fracking-USA, denn mit dem Iran wäre ein Konkurrent mehr auf dem Markt und Einnahmen aus der energiehungrigen EU geschmälert.

Das Problem wie immer: Die wahren Gründe sind zu profan, um damit heute noch politisch punkten zu können. Denn wir leben nicht mehr in Zeiten, als krude "Eroberung" noch ehrenhaft war.

Für die heutigen Konflikte braucht es ideologische Feindbilder, die möglichst sämtliche Gemeinsamkeit über Bord werfen.

Wie verlogen solche Feindbilder sind, lässt sich daran erkennen, mit wem man gegen wen kollaboriert - im geostrategischen Interesse.

Zwar möchte auch nicht aus Saudi-Arabien einen Feind machen, aber es sind andere Prinzipien, von denen ich mich leiten lasse und auch keinen Waffendeal gestatten, der so sehr über Polizeiliches hinaus geht, dass aus "Landesverteidigung" Krieg um den Jemen wird oder gar gegen den Iran, denn Trumps weltgrößter "Deal" mit Saudi-Arabien scheint dafür schon ziemlich geeignet.

Meine Forderungen sind tief gestaffelt. In Sachen Waffenlieferungen durchaus für Mitspracherecht der potenziellen Feinde des Belieferten bis hin zum Genehmigungserfordernis per UNO-Generalstab, der seit 1945 dahin schlummert und den unsere Außenminister mit Ausnahme des verblichenen Westerwelles wahrscheinlich überhaupt nicht kennen.

Und alternativ wäre mir ebenfalls recht, wenn sich Deutschland nach zwei verbrecherischen Weltkriegen aus allem Militärischen raushielte und sich im Rahmen der internationalen Arbeitsteilung auf eine globale Katastrophenwehr spezialisierte, die dann ruhig auch 3 Prozent statt 2 Prozent des BSP schlucken dürfte.

Der internationale Waffenmarkt wäre einen Konkurrenten los.

Wir müssen solche Sachen grundsätzlicher diskutieren, ob es statthaft ist, aus Gründen verschiedener Hoffnungen dann gleich auch noch die Gemeinsamkeiten über Bord zu werfen:

1. Die eigene Politik nicht mehr kritisch zu kommentieren, wäre das Aus demokratischer Verfasstheit.

2. Und Würdelosigkeit für jeden Einzelnen.

3. Wer den Kritiker der eigenen Fahne nur noch neben der Fahne des Feindes sieht, unterscheidet sich in solcher Sichtweise nicht mehr von dem, wie er seine Feinde beschreibt.

Ich gehe davon aus, dass wir uns hinsichtlich solcher Punkte einig sind, ansonsten wäre Ihr Platz in Teheran  , denn dort wird auf das Schweigen von Opposition bestanden.

verlangt, weil Kritik vom Gegner instrumentalisiert wird, macht sich dem Gegner gleich,

, weshalb ich Leute, die es mir vorwerfen dann auch sagen könnte: Geht doch rüber zu den Feinden, denn dort ist so, wie Ihr es hier haben wollt: Geschlossene Reihen. Opposition schweigend."

Fürs Liken blieb Ihrem Posting dennoch vieles enthalten.


kann mir nicht vorstellen, dass man


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#40

RE: Iran-Konflikt

in Friedensforschung.de 18.06.2019 02:16
von Markus Rabanus • 4.434 Beiträge

alles unfertig und schon zu lang, kaum wat abgeschickt :-) Aber vielleicht für die Website.


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#41

RE: Iran-Konflikt

in Friedensforschung.de 30.06.2019 01:03
von Markus Rabanus • 4.434 Beiträge

Ja. leider. - Anstatt dem Iran vom Atomprogramm weg zu locken, indem man großzügig moderne Gaskraftwerke, Raffinerien, Solares und Windkrafttechnik bietet, um einen friedlicheren Energielieferanten zu bekommen, macht man durch Sanktionen (auch Venezuela, Russland usw.), vielleicht sogar durch Krieg Araber gegen Perser - die US-Fracking-Wirtschaft rentabel.

Ganz schlaue Politik, wie sie uns schwarz-gelb-grün-rot-braun daher kommt   Das ist die große Allianz der Dummheit, aber die Linke ist davon weit, denn zu wenig vernünftige Vorschläge über die Fronten hinweg - und oft bloß Gegenseite, nicht des Gegenteils.


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#42

RE: Iran-Konflikt

in Friedensforschung.de 09.07.2019 15:48
von Markus Rabanus • 4.434 Beiträge

Naja, der Iran sollte sich mal trotzdem von jeglichem Atomprogramm verabschieden, denn genug Öl, genug Gas, Wind, Sonne und Wasser. Und reichlich Erdbeben obendrein. Und Misstrauen wäre weniger.

An Stress mit den USA würde trotzdem sein, zumal jetzt auch noch hinzu kommt, dass Donald Trump die Welt mit US-Frackinggas beglücken will, um seine defizitäre Außenhandelsbilanz aufzuhübschen.

Da kommt es gelegen, Venezuela, Russland und den Iran zu bashen, denn "gute Gründe" finden sich immer, wenngleich man sich umgekehrt jeglicher Verurteilung wegen der völkerrechtswidrigen Kriege in Afghanistan und im Irak nicht in die Verantwortung nehmen lassen mag. Im Gegenteil noch kräftig Waffen an die Saudis verkauft, um den Jemen gefügig oder platt zu machen.

Die EU sehe ich ausnahmsweise mal weniger in der Schuld, denn sie forderte die US-Regierung oftmals auf, sich an das Iran-Abkommen zu halten, vor allem wurde die Anmaßung kritisiert, anderen Staaten die Einhaltung des Abkommens zu verbieten.

Und vielmehr kann die EU nicht ausrichten, aber klar ist sie blöde, dass sie die oftmals geäußerten Vorschläge nicht befolgt, dem Iran zumindest die energiepolitische Wende vorzuschlagen und zu unterstützen.
Zwei, drei Grüne MdB's übernahmen es mal als Antrag in den Bundestag, aber nicht nachdrücklich. Vom Rest der Parteien keine Reaktion.

Und dann wären da ja auch noch EU-Staaten Frankreich, Großbritannien, Polen usw., die weiterhin mit Atomkraft auf dicke Eier machen möchten, folglich dem Iran nicht mit Atomabkehr kommen können, ohne sich selbst zu delegitimieren.


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#43

RE: Iran-Konflikt

in Friedensforschung.de 10.07.2019 10:55
von Markus Rabanus • 4.434 Beiträge

Richtig: "Kein Krieg", denn
a) hat der Iran hat keine Atomraketen, andere jedoch,
b) ist dem Iran ohnehin vom gesamten Atomprogramm abzuraten,
- denn er hat energetisch genügend Alternativen,
- ist der Iran Erdbebenregion,
- hat der Iran zu viele Feinde, die ihm Atomkraftwerke zerbomben würden.
c) "wir" waren zu meinen Lebzeiten nie nett" zum Iran.

Hingegen sind wir "nett" zu Staaten, die machen können, was sie wollen, ohne Sanktionen befürchten zu müssen.


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#44

RE: Iran-Konflikt

in Friedensforschung.de 10.07.2019 12:25
von Markus Rabanus • 4.434 Beiträge

"Kein Krieg gegen Iran" ist richtig.
"Verhandeln" ist ebenfalls richtig -
und zwar ganz unabhängig von der Frage, ob Krieg oder Frieden, denn Krieg sollte ohnehin nicht in Betracht kommen.
Aber dann sollten zum Verhandeln auch Ziele und Argumente einfallen:

Dem Iran ist vom gesamten Atomprogramm abzuraten,
1. Weil er energetisch genügend Alternativen hat,
2. weil der Iran Erdbebenregion ist,
3. weil der Iran zu viele Feinde hat, die ihm Atomkraftwerke zerbomben könnten.

Anreiz könnte sein, dass dem Iran bei Nutzung seiner energetischen Ressourcen geholfen wird und faire Preise für etwaige Energielieferungen vereinbart.

Dem Iran ist auch von seinem Raketenprogramm abzuraten, denn weder Saudi-Arabien noch Israel werden sich mit Raketen abschrecken lassen, zumal hinter ihnen die USA und der gesamte Westen stehen, so dass jeglicher Einsatz und schon die bloße Drohung ausreichen kann, um die Vernichtung des Iran zu riskieren. Also bringt das Raketenprogramm dem Iran keine Sicherheit, sondern eher die Vernichtung.

Dem Iran ist anzuraten, seine Propaganda einzustellen, wonach Terroristen zu "Märtyrern" verklärt werden, denn einem Staat, der seiner Bevölkerung predigt, die Ermordung anderer oder auch Selbstmordattentate seien Wege zum Paradies, dem kann kein gescheiter Mensch trauen, dass ihm der Friede auf Erden wichtig genug sei, um ihn zu halten.

Dem Iran ist folglich auch anzuraten, seine logistische Unterstützung für antiisraelische Terroristen einzustellen, sofern sie erweislich sind, wofür der Iran jedoch transparentpflichtig ist, denn vollends klar sollte dem Iran nach ganzen Generationen des Nahostkonflikts sein: Sowohl die antiisraelischen Kriege als auch der antiisraelische Terrorismus brachte den Palästinensern und den arabischen Staaten nichts, sondern spielte israelischen Nationalisten politisch und militärisch in die Hände.

Was könnte die Gegenleistung sein, um den Iran von seiner kontraproduktiven Außenpolitik abzubringen?

Ein umfassender Friedensplan für die gesamte Region - und zwar von den Vereinten Nationen ausgearbeitet, denn von Israel und den USA ist auf mittlere Sicht kein vernünftiger Friedensplan zu erwarten.

Aber klar muss allen Beteiligten sein, dass es "keinen Frieden gegen Israel" oder gar "gegen die USA" geben wird, so dass jeglicher Friedensplan keinerlei Aussicht auf Realisierung haben kann, wenn er für antiisraelische Propagandaschlachten instrumentalisiert wird.

Soweit es dem Iran um humanitäre Hilfe für die Palästinenser gehen sollte, so dürften diese Hilfen nicht mehr über Hamas und Hisbollah erfolgen, sondern gehören von politisch neutralen Organisationen und/oder den Vereinten Nationen durchgeführt, denn auch das muss Teheran klar sein:
Hamas, Hisbollah usw., die sich nach immer wieder verlorenen Schlachten zu Siegern verklären und bloß "Waffenstillstände" versprechen, stehen jeglichem Frieden ebenso entgegen wie ein Israel, welches besetzte Gebiete annektiert.

Markus S, Rabanus, Berlin
www.friedensforschung.de


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zuletzt bearbeitet 10.07.2019 12:26 | nach oben springen

#45

RE: Iran-Konflikt

in Friedensforschung.de 14.07.2019 17:44
von Markus Rabanus • 4.434 Beiträge

Habe ich alles berücksichtigt 😎 Jeder von dir genannte Aspekt steckt drin. Seit vielen Jahren fordere ich es. Mitunter wurde es zum Antrag von drei, vier im Bundestag, aber ohne Nachdruck.

Zum AKW-Befürworter macht mich der Konflikt nicht. Und ganz abgesehen von den spezifischen Technikrisiken ist Atomtechnologie auch erheblich komplizierter als es Erneuerung von Gaskraftwerken wäre.

Den USA, GB, den Saudis und vielen anderen Öl- und Gasstaaten geht es darum, den Iran (wie auch Venezuela) als Konkurrenz vom Weltmarkt zu verdrängt zu halten. Aber auch Russland hat solches Interesse und spielt deshalb keine friedensmittelnde Rolle, sondern verdient obendrein an Waffenlieferungen nach Teheran.

Wie auch die USA und weiteren Nato-Staaten ganz dolle an diesem Konflikt durch Waffenliefeungen verdienen.

Reflexartig wird das einander vorgeworfen. Das müssen wir nicht mitmachen.

Wichtig ist, dass der Konflikt als doppeltes Geschäft begriffen wird:
1. Für viele Konfliktbeteiligte einen Energiekonkurrenten weniger,
2. Für Russland (und China?) und viele Nato-Staaten Waffenhandel.

Deshalb wäre dem Iran sogar auch kein Weg aus dem Konflikt beschieden, wenn er meinen Ratschlägen folgen würde.

Trotzdem ist das Atomprogramm falsch, denn zu gefährlich, zu konfliktverschärfend und zu teuer, denn es bremst andere Technologien aus.

Alle politischen Probleme lassen sich lösen, auch gegen die größten Widerstände, aber zum Scheitern trägt die Reflexartigkeit bei, mit der sich leider auch die Friedensbewegung entweder den Konfliktparteien an die Seite stellt oder die Konflikte nicht völkerrechtlich angeht, sondern bloß mit Gänseblümchen.


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