#481

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 19.04.2022 18:12
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

als sei es den Unions-Christen verboten, Anträge zu stellen, allenfalls fragt sich, wat ihr feindesliebender Jesus dazu sagen würde:
"Steck dein Schwert in die Scheide; denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen."
Na ja. Ostern war gestern.


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#482

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 20.04.2022 00:35
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Es gäbe ganz andere Signale aus Washington und Pentagon, wenn Scholz und Lambrecht zu sehr daneben wären, aber hier scheinen ausgerechnet diejenigen, die viel mehr als ich auf die BW setzen, die BW gar nicht mehr zu brauchen.

Der Ruf nach "schwerer Technik" scheint mir militärisch absurd und ist politisch verdächtig, die NATO in den Krieg zu ziehen oder Solidaritätspropaganda.

Aus Perspektive der überfallenen Ukraine ist jeglicher Beistand spontan wünschenswert, wäre völkerrechtlich weitgehend gedeckt, aber mit Höchstrisiko von Erfolglosigkeit.

Wo bleibt beim Schimpf gegen Scholz die militärische Expertise?

Ich behaupte >> Um Putins Luftstreitkräfte und Panzertruppen zu stoppen - oder gar zurück zu schlagen, müsste wahrscheinlich die NATO auf breiter Front im konzertierten Einsatz massiver Kräfte ins Kriegsgeschehen eingreifen, womöglich auch zur See.

Darauf ist die NATO nicht vorbereitet - und hätte schon Mühe, russische Angriffe auf die baltischen Staaten abzuwehren.

Die geografischen Vorteile Russlands ließen sich aufheben, denn dann hätte man womöglich schon vorher den gigantischen Aufmarsch auf russischer Seite "verhindern" müssen, wozu es eines WSR-Mandats bedurft hätte, mindestens einer Mandatierung durch UNO-Sonderversammlung, ohne dass daraus ein Gelingen hätte werden können.

So war es plausibel, dass bis zum Vortage des Überfalls auf diplomatische Lösung gehofft wurde & eben auch unter Verzicht auf massivere Aufrüstung Kiews.

Dass im Nachhinein geklagt wird, mehr Aufrüstung Kiews hätte Putin den Krieg erschwert, hat zwar Wahres, aber wahrscheinlich den Krieg nicht verhindert.

Dass wir mit unserer Kritik am Lukaschenko-Regime Weißrussland für Putin "zugänglicher" machte, ließ sich schwerlich vermeiden, aber wäre trotzdem Überraschung geworden, dass Lukaschenko dem Putin so sehr behilflich war.

Falls Putin ohnehin zum Krieg entschlossen war, dann eben auch vorbereitet, wie geschehen und unvermeidlich.

Das ist kein Novum an Geschichte, denn mit G.W. Bush und seinen beiden Kriegen war es ähnlich, dass es ihm auf nichts mehr ankam.
Der Unterschied zu Putins Kriegsvorbereitung war nur, dass Bush keinen Hehl draus machte.

Historische/politische Analysen sind falsch, wenn sie so tun, als sei Politik ein verlässlicher Kettenreaktionsmechanismus, denn die Willkür entscheidet - im Rahmen von eingebildeten und tatsächlichen Möglichkeiten, also auch der Willkür Grenzen setzt.

Desgleichen gilt für politische Prognosen, die wiederum anderes als Modellrechnen ist, aber das Modellrechnen z.B. des militärischen Ressourceneinsatzes muss dann wenigstens sein, es sei denn, man wolle bloß gefühlsduseln oder mit unseriöser Propaganda glänzen.

Gelegenheit macht Kriege, denn das übersehen Eure naiven und bellizistischen Gut-Böse-Doktrinen, die auf "gegenseitiger Abschreckung" basieren - anstatt dafür zu streiten und zu tun, dass die Abschreckung auf UNO-Streitkräftemonopol gestützt wird.


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#483

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 20.04.2022 00:53
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Tja - und die "leichten Waffen"?
In Betracht m.E. uneinholbarer russischer Überlegenheit an "schwerer Technik" kommen eigentlich nur "leichte Waffen" in Betracht, um Putin den Krieg zu erschweren, aber halt mit dem Nachteil, dass der Widerstand mit "leichten Waffen" den Krieg in die Städte zieht.


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#484

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 20.04.2022 01:52
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Das Einzige, was deutsche Politik an der Situation verlässlich hätte ändern können, wäre eine entschlossener Energiewende gewesen, aber das wäre im Hinblick auf Putins Krieg noch weniger Garantie, denn als Kunden kann uns nur deshalb verlieren, weil wir Kunde sind - und seine Pipelines in der Ostsee versenkt sind statt nach Peking.

Dass wir ihm jeden Cent missgönnen, ist zwar klar & angebracht, aber hätte den Krieg nicht verhindern können.


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#485

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 20.04.2022 01:53
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

die Analytiker im Pentagon & anderswo halten Putin wahrscheinlich für weniger vernünftig und für skrupelloser, sonst wäre es schon geschehen


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#486

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 20.04.2022 02:11
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Michael, ich habe den "2. Weltkrieg nicht vergessen" & der endete mit Hiroshima und Nagasaki - und zwar nur deshalb, weil die Atomwaffe für vielleicht Dortmund oder Berlin zu spät fertig wurde - und Hitler keine Atomwaffen hatte.

Hitler hätte die Atomwaffen eingesetzt - und am Ende seiner Fahnenstange nicht bloß seinen Hund, seine Eva & sich den Abgang organisiert.

Du & viele meinen es gut, aber wir leben in einem anderen Zeitalter.


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#487

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 20.04.2022 02:17
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

vielleicht hätten wir Putin ein bisschen glücklicher machen können, wenn ihm mal erklärt, dass er nur wegen 1990 zum Kreml-Chef werden konnte, denn so war die wahre Geschichte, dass ohne Jelzins Auflösung der Sowjetunion schon Jelzin bloß in Moskaus "Weißen Haus" das Sagen hatte


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#488

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 20.04.2022 14:28
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

mit Selenskij lässt sich leichter identifizieren als mit vielem, was die Ukraine vorher in kritischerem Licht erscheinen ließ - und längst nicht vom Tisch ist.

Obendrein isses mit der Verteidigung nicht einfach so getan, dass sie bloß zuzusagen sei.

Alles Schnee von gestern, denn seit dem 24.2. ist Krieg - und die Frage hat nicht bloß nach Wünschen zu lauten, sondern nach dem Können und Dürfen.


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#489

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 20.04.2022 14:32
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

im Gedöns des Willens spielen vielen Leuten die Grenzen der Möglichkeiten keine Rolle mehr


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#490

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 20.04.2022 14:54
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Garantiemächte für die Ukraine waren USA, GB und vom vertragsbrüchigen Russland,
aber wer nun unbedingt drauf besteht, die eigentlich Schuldigen für den Krieg in Berlin gefunden zu haben, ziehe daraus die Schlüsse, übertreibe es aber nicht zur Dolchstoßlegende


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zuletzt bearbeitet 20.04.2022 14:55 | nach oben springen

#491

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 20.04.2022 15:05
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Vielleicht "versteht" ja der ein oder andere mehr, wenn mit Expertise seitens der Bundeswehr, auf denen Lambrechts Entscheidungen basieren:

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/b...-krieg-100.html


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#492

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 20.04.2022 15:20
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

ja, gut aufgepasst, denn da übertrieb ich.
Doch unwesentlich im Vergleich zu den Übertreibungen anderer, wenn vom "Ermöglichen" statt vom "Begünstigen" die Rede ist.


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zuletzt bearbeitet 20.04.2022 15:21 | nach oben springen

#493

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 20.04.2022 15:59
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Das "1." stimmt völkerrechtlich aus gutem Grunde, ein Kriegsgebiet nicht erweitern zu wollen, aber es ist Gratwanderung, denn faktisch macht man sich durch einseitig militärische Hilfe zu Kriegspartei.

Das "2." stimmt ohnehin & notorisch für nahezu jeden Krieg, denn Kriege sind verboten & alle Streitigkeiten gehören anders gelöst.

Aber wir sollten das Dritte nicht ignorieren, denn es lautet:

3. Wenn es eine Kriegspartei zu sehr stört, dass der anderen Kriegspartei Waffen geliefert werden, dann kann sie die Waffenlieferungen zu unterbinden versuchen - und das ist das Risiko, welches die Unionsparteien gemeinsam mit "meinen" Grünen ausblendet, zumindest runterspielt.

Die Dächer meiner Häuser können vor Regen und allerlei schützen. Vor dem Krieg schützen sie nicht.


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#494

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 20.04.2022 23:52
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

wer es macht ("gleichstellt"), auf den mag es zutreffen, wie auch auf diejenigen, die solche Gleichsteller mit Leuten gleichstellt, denen der Preis der Verteidigung zu hoch wird.
Ich fühle mich nicht berufen, die Kapitulation anzuraten, aber ich bin nicht so deppert, dass mir die Verteidigung jeden Preis lohnen würde.
Verstehen Sie das?


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#495

RE: Ukraine-Konflikt

in Friedensforschung.de 21.04.2022 11:32
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

"Geopolitisch verstehen" sollte frau/man möglichst vieles, aber die "Roten Linien" gehören ausschließlich nach Völkerrechts gezogen. Und demzufolge verbietet es sich, anderen Staaten die Städte platt zu bomben und ihnen Allianzen verbieten zu wollen.

Das kritisierte ich der NATO - und dieses Mal Russland. - Alles andere ist Doppelmoral.


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