#601

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 26.05.2022 23:48
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Allemal wenig plausibel, denn die "Haubitze 2000" aus den Waffenschmieden KMW und Rheinmetall dürften wohl kaum weniger "sensibel" sein als ein Leopard 1 oder 2, Marder, Gepard usw.

Meine Probleme eher andere:

Vor wenigen Tagen ein Video, wie ukrainische Soldaten ganz stolz von der NATO gelieferte Artillerie abfeuerten - nachluden, feuerten - jeder Schuss ein Vermögen - aber was trifft es?

Von einem Zusammenwirken mit Drohnen oder Luftstreitkräften war bei den regelrecht fröhlich nachladenden Soldaten nichts zu sehen.

Und je "schwerere Waffen", desto größer als Ziele - für Putins Lufthoheit, weshalb ich den Eindruck habe, dass diese Lieferungen militärisch wenig ausrichten und eher Symbolik sind.


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#602

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 27.05.2022 01:21
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

klar, "Vorsicht" ist immer gut, so auch betreffs der "angeblich" mit Starlink verbundenen App.
An der Front braucht es gewiss Optimismus, weiter hinten Nüchternheit spätestens in Betracht der bewegten Fronten, womit sich helfen lässt, denn so ein Großgerät ist halt auch anfälliger als ein Fahrrad, mit dem sich freilich nicht kämpfen lässt.


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#603

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 27.05.2022 01:58
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Angelika Nußbergers Beitrag hätte mich interessiert, aber 28 € ist mir wirklich zu teuer, denn völkerrechtlich ist die Beistands-Sache zu klar:

1. Wir müssen völkerrechtlich nichts, aber dürfen fast alles, nur können nicht alles.

2. Putin darf nichts - außer Rückzug.

3. Wenn es zum Atomkrieg kommt, dann ist es zu spät für die Einsicht, dass es des effektiven UNO-Gewaltmonopols bedurft hätte anstelle der "gegenseitigen Abschreckung", wie es Kultur von Straßengangs ist und Doktrin derer, die auch den bösesten Geistern die Güte zutrauen, nur zu drohen und allenfalls begrenzt zu experimentieren - "flexible response".

4. Durch bloße Waffenlieferungen werden wir nach vorherrschender Meinung noch nicht zur Kriegspartei, was Sinn macht, um einen Konflikt räumlich einzudämmen,

hingegen in militärischer Hinsicht sind wir längst Kriegspartei - und mit Lieferung von Zielkoordinaten ohnehin,

aber welche Konsequenzen Putin daraus zieht, dürfte weniger von seinen völkerrechtlichen Auffassungen abhängen als von militärischen Spekulationen und Restposten politischer Illusionen.

ps1: Weil ich oben #Angelika_Nussberger erwähnte, bewerbe ich mal ihr Büchlein "Das Völkerrecht: Geschichte, Institutionen, Perspektiven" (Beck'sche Reihe) Taschenbuch.

Es ist zwar von 2009, aber so viel Neues sich auf den Schlachtfeldern tut, so wenig leider im Völkerrecht, weshalb eher albern ist, wenn ein anderes VR-Lehrbuch soeben in "21. Auflage" erschien, dann von allen Uni-Bibliotheken mehrfach gekauft werden muss, weil die braven Studies ja nur aus neuesten Auflagen zitieren sollen.

Nussbergers Büchlein ist kürzeste Fassung, die sich erlaubt, aber schon oft auch an Rechtsstudierte und Laien verliehen, die es dann wegen der Kürze und Prägnanz auch wirklich mit Gewinn lasen.

Unseren gestressten Bundestagsleuten würde ich es zur Pflichtlektüre machen, denn es hocken zwar viele Juristen drin, aber vom wichtigen Völkerrecht oft ohne Ahnung, weil nicht examensrelevant. .

Es kostet als Buch keine 9 €, als E-Book 7,49 €.

ps2: Wer an meinen obigen vier Anmerkungen zweifelt, soll es sagen, denn ich bin ja beredsam 😉


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#604

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 27.05.2022 02:23
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Sehe ich auch so, obendrein sich geografisch derart exponierte Allianzmitglieder wie die Balten schwerlich mit Panzern erreichen lassen.
Und die Ukraine besah man womöglich als wehrhaften Puffer für Polen usw. & Deutschland.

Es wurde mal einfach nicht damit gerechnet, dass Putin sich soweit vorwagt.

Für eine Rückkehr zu Panzer-Armeen fehlt mir an Phantasie, es sei denn, die NATO ließe sich die Luftwaffe im Handstreich nehmen, wie offenbar in der Ukraine geschehen.

Eine Sache sehe ich anders >> Zwar ebenfalls die Halbherzigkeit der NATO, aber Kiews Ruf nach "schweren Waffen" als logischen Versuch, die NATO in den Überlebenskampf zu verwickeln, nachdem der "Flugverbots-Bitte" eine Absage zuteil wurde, was ja unmittelbar zum NATO-Krieg geführt hätte.


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zuletzt bearbeitet 27.05.2022 02:28 | nach oben springen

#605

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 27.05.2022 03:07
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Als müsse "für immer" Feindschaft mit Russland sein.
Baerbock kann taff, aber auch ungeheuer bescheuert.


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#606

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 27.05.2022 03:28
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Ja, die Ukraine könnte ein tolles Land sein, aber das ist es leider nicht, sonst würden sich in Berlin keine Ukrainer zu bettlerischen Stundenlöhnen anbieten.

Die Ukraine ist überhaupt auch als Zulieferer unsere Industrie ein Lohn-Sozial-Dumping-Land und hat enorme Korruptionsprobleme, macht vieles falsch, auch im Umgang mit der russischen Minderheit, die es der Ukraine umgekehrt nicht leicht machen.

Aber all das hat keine Rolle zu spielen, weil es von Putin überfallen wurde - und deshalb Beistand verdient.

Wir müssen mehr tun, dass der Beistand wirkt.


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#607

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 27.05.2022 03:39
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

sei froh, denn die Binsenweisheiten sind ja harmlos, während mein Verdacht alles andere ist, dass sich Kiew von solchen Waffenlieferungen den Kampfeintritt der NATO erhofft.
Und das wäre ja auch verständlich, völkerrechtlich unbedenklich, aber militärisch ist es längst ein Feiglingsspiel.
Das ist das wahre Problem - und alles andere Mimikry.


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#608

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 27.05.2022 11:19
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Tobias W., dann hoffe ich doch mal, dass Ihr PC ein Eigenbau ist, denn sonst beschimpfen Sie sich bitte des Unrechts an den Uiguren und der Bedrohung Taiwans.

Und jetzt sachlich:
1. Es ist Krieg.
2. Putin will die Ukraine im militärischen Zweikampf niederringen und es sich nicht durch westliche Militärhilfe erschweren.
Schon deshalb wird seine Propaganda jede Militärhilfe einerseits als "wirkungslos" behaupten, während andererseits der Westen "gewarnt" wird.
3. Unsererseits ist jede Militärhilfe zugunsten Kiews völkerrechtlich statthaft.
Was davon militärisch effektiv ist oder die NATO in die Kampfhandlungen einbezieht, hat nicht Kiew, sondern die NATO zu beurteilen und zu entscheiden,
aber keine Leute, die vom "Made in China" nichts wissen möchten und Ostseepipelines für Kanonenrohre halten.

Fahren Sie mal Ihre Emotionen runter - und spielen nicht Krieg mit mir.


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#609

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 27.05.2022 11:40
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Ein Kurswechsel scheint zumindest angedroht - wie es wirkt, lässt sich nicht absehen, ist #Feiglingsspiel

https://www.t-online.de/nachrichten/ausl...er-ukraine.html


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#610

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 27.05.2022 13:27
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Bernd W., leider Wahnsinn ohne Ende, denn eventuell lagen Bidens Taiwan-Spruch Erkenntnisse über Pekings Vorhaben zugrunde.

Aber vielleicht zieht Peking aus Putins Krieg doch andere Schlüsse, der m.E. nicht damit gerechnet hat, per Krieg nur Ruinen gewinnen zu können, aber es ist ja auch Land und Wege.

Putin zieht es durch - Mariupol - und hoffentlich für die steil aufstrebende Weltmacht China nicht "attraktiv" genug, um es nachzumachen - und sich den Weltmarkt zu verkleinern, wie es davon Folge wäre.

Aber ich mag nicht auf Rationalität spekulieren, denn zu verwegen, dass Putin derart Feldzug unternahm, der ihm das Band zum Westen zerschnitt.


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#611

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 27.05.2022 15:44
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Eine #Friedenskundgebung" wäre es, wenn die Forderung "IGH statt Schlachtfeld" lauten würde - und wenn richtig adressiert, aber so isses wie einer Vergewaltigung zuzugucken und quaken, der Vergewaltigten solle nicht geholfen werden.

Das ist kein schönes Bsp., aber ich bin Völkerrechtler und du wahrscheinlich nicht, weshalb ich es dir ins alltägliche Verbrechen auch in unserem Lande übersetzte.


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#612

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 27.05.2022 17:18
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Antwort >> Weil wir hoffen durften, dass Russland den Handel mit uns zu schätzen wisse.

Putins Abkehr von solcher Rationalität hat den Grund nicht im Handel, sondern darin, dass unser schräger Frieden auf gegenseitiger Abschreckung beruht, wie es Straßengangs tun.
Denn richtig wäre eine Politik gewesen, das völkerrechtliche UNO-Gewaltmonopol zu effektivieren, wie es wichtigste Lehre aus den Weltkriegen war und der Menschheit mit dem 24.10.1945 versprochen.

Aber das Völkerrecht steht ja so nicht in unseren Schulbüchern, weil was den Bösen gelten soll auch den Guten zu gelten hätte.

Vollends gleich, ob wer "Nie wieder Krieg!" oder "Si vis pacem para bellum!" kreischt,
denn wer nicht wahrhaben will, dass ohne Gewaltmonopol das "Recht" des Stärkeren und Skrupelloseren gegen die Schwächeren zum Zuge kommt, hat rein gar nichts begriffen.

Da geschah ein Schulmassaker mit einem Sturmgewehr - und vielen Menschen ist es sonnenklar, dass solche Verbrechen häufiger sind, je größer die Ängste und daraus freizügiger die populistischen Waffengesetze - anstelle von effektivem Gewaltmonopol.

Genau so ist es mit den Staaten, dass es "passiert", weil sie zu Kriegen rüsten, die sie zwar nicht führen "dürfen", aber führen "können",
wie auch dieser "Amokläufer" nicht durfte, aber konnte.


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#613

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 27.05.2022 17:28
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Antwort >> Weil wir hoffen durften, dass Russland den Handel mit uns zu schätzen wisse.

Putins Abkehr von solcher Rationalität hat den Grund nicht im Handel, sondern darin, dass unser schräger Frieden auf gegenseitiger Abschreckung beruht, wie es Straßengangs tun.
Denn richtig wäre eine Politik gewesen, das völkerrechtliche UNO-Gewaltmonopol zu effektivieren, wie es wichtigste Lehre aus den Weltkriegen war und der Menschheit mit dem 24.10.1945 versprochen.

Aber das Völkerrecht steht ja so nicht in unseren Schulbüchern, weil was den Bösen gelten soll auch den Guten zu gelten hätte.

Vollends gleich, ob wer "Nie wieder Krieg!" oder "Si vis pacem para bellum!" kreischt,
denn wer nicht wahrhaben will, dass ohne Gewaltmonopol das "Recht" des Stärkeren und Skrupelloseren gegen die Schwächeren zum Zuge kommt, hat rein gar nichts begriffen.

Da geschah ein Schulmassaker mit einem Sturmgewehr - und vielen Menschen ist es sonnenklar, dass solche Verbrechen häufiger sind, je größer die Ängste und daraus freizügiger die populistischen Waffengesetze - anstelle von effektivem Gewaltmonopol.

Genau so ist es mit den Staaten, dass es "passiert", weil sie zu Kriegen rüsten, die sie zwar nicht führen "dürfen", aber führen "können",
wie auch dieser #Amokläufer "nicht durfte, aber konnte".

Wir sind ohne Garantie, im Wettrüsten immer mithalten zu können.
Wir sind ohne Garantie, dass sich ein Hasardeur "abschrecken" lässt und nicht mit seinen Mitteln die Welt erpresst.
Wir sind ohne Garantie, dass wir uns auf das Krude des Krieges besser verstehen als diejenigen, die auf das Krude des Krieges setzen.

Das Sinnvollste, was wir tun könnten - neben allem Kampf akut gegen Putin, wäre unsere Stärke noch dafür zu nutzen, dass der Generalstabsausschuss endlich seine Arbeit aufnimmt, wie es mit Art.26 UNO-Charta versprochen wurde, wovon hier wahrscheinlich niemand je gehört hat - und sich für Experten des Guten & des Friedens halten, in der Großen Sache des Krieges mitreden.


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#614

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 27.05.2022 17:31
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Die Last für Polen ist enorm - und Berlin kann Warschau helfen und tut es mit Geld seit EU-Beitritt.
Mit viel polnischer Verwandtschaft habe ich auch aus Anspruch des selbsternannten "homo sapiens sapiens für alles Verständnis",
aber es ist keine Übereinstimmung mit dem reaktionären PIS-Getöse.
Wir sind im gefährlichen Feiglingsspiel von Gut gegen Böse, denn vollends klar, dass Putin in der Ukraine nichts zu suchen hat,
aber der historisch begründete Zorn auch meiner Verwandten darf die Risiken nicht verkennen - und wo ein Wille, da ist längst noch kein Weg.

Der zivilen Politik den Krieg Putins anzulasten, ist jedenfalls falsch.


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#615

RE: Ukraine-Krieg

in Friedensforschung.de 27.05.2022 18:28
von Markus Rabanus • 8.972 Beiträge

Lb. Tom Finn,
das durch Putin ausgelöste #Feiglingsspiel ist alles andere als "rational", es sei denn, du definierst die Vernunft zur Unvernunft um. Das können wir beide nicht wollen.

Also anders:
Du hast es kommen sehen, ich so nicht,
aber immerhin hielt ich es für möglich,
denn nicht nur friedensforschend, sondern nach aller Logik ist es vollkommen klar, dass jemand tun kann, wozu er die Mittel zu haben glaubt. - Ob es ihm dann gelingt, ist weitere Frage.

Ausgerechnet, aber zwangsläufig diese "weitere Frage" ist akut - und nicht die Hellseherei vergangener Jahrzehnte.

Obendrein ich mich der Glaskugel ja ebenfalls berühmen könnte - nur anders als Polenz und du,
weil ich nicht den Handel, sondern die gegenseitige Abschreckung für falsches Basis-Konzept halte, denn ohne effektives UNO-Gewaltmonopol versucht sich das Böse im "Recht" des Stärkeren.

Nun sage nicht wieder, ich sei der Phantast, weil die Bösen doch gar nicht mitmachen würden, denn dann würdest du ignorieren, dass es auf unserer Seite auch nicht gewollt war.

Aber solche Debatte bringt jetzt nichts. Denn wir sind im Krieg, im Feiglingsspiel, wie es seit der Kubakrise erstmals wieder stattfindet.


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